Kreis Südliche Weinstraße Einmal ja, zweimal nein
Ginge es nach Stadtbürgermeister Thomas Wollenweber (SPD) könnten alle drei Unternehmen ihre Flächen erweitern, um Annweiler als Einkaufsstadt attraktiver zu machen. Aber bei den Vorhaben von Lidl und Aldi spielt bislang die Genehmigungsbehörde nicht mit. Dafür läuft es für das Wasgau-Gelände-Projekt problemlos. Das Einkaufsareal vor der Queichinsel gehört der Immobiliengesellschaft Delta Hornbach, die ihrem großen Mieter DM die Erweiterung ermöglichen will. Dafür wäre entweder ein Anbau oder ein Neubau möglich. Delta Hornbach strebt einen Neubau auf dem benachbarten, 3580 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Gärtnerei Baumann an, das die Immobiliengesellschaft im vergangenen Jahr erworben hat. „Wir dürfen 1500 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche schaffen“, berichtet Geschäftsführer Peter Hornbach. Aktuell hat das Einkaufsgelände eine Verkaufsfläche von 4500 Quadratmetern. Die Gespräche mit der Drogerie-Kette zur Entscheidung Erweiterung am bisherigen Gebäude oder Neubau liefen noch. „Wir richten uns da nach den Wünschen unseres Mieters“, so Hornbach. Delta Hornbach tritt als Investor auf, DM wird sich einmieten. In das möglicherweise frei werdenden DM-Gebäude oder den Neubau sollen ein oder mehr neue Einzelhändler einziehen. Auch hier werde mit verschiedenen Anbietern verhandelt. Aber die Gespräche seien nicht einfach, da viele Händler mit harter Online-Konkurrenz zu kämpfen hätten. Als Nachmieter ist ein Schuhgeschäft favorisiert. „Wir haben der Stadt versprochen, keine Konkurrenz zu den Innenstadtgeschäften zu schaffen“, sagt Peter Hornbach, der im Verein Zukunft Annweiler, der sich für die Innenstadtbelebung einsetzt, Mitglied des Kuratoriums ist. Wollenweber könnte sich die Hauensteiner Kette Schuh Marke sehr gut hier vorstellen. Auch ein Fachmarkt für Tier- und Zoobedarf sei im Gespräch, so Hornbach. „Es ist noch nichts entschieden. Aber wir haben Zeit. Wir haben das Grundstück, die grundsätzliche Zustimmung der Behörden, jetzt verhandeln wir mit den Geschäften“, gibt sich Hornbach entspannt. Auf dem alten Gärtnerei-Gelände in der Landauer Straße 29 müssten sowieso erst das Sandsteingebäude und Gewächshäuser-Fundamente abgerissen, dann Gutachten erstellt und schließlich die Baupläne eingereicht werden, bevor es losgehen könne, so Hornbach, der eine Neueröffnung in zwei Jahren anpeilt. Um zu prüfen, ob die drei Erweiterungsvorhaben mit den Interessen der Stadt kompatibel sind, hatte die Stadt als Planungsgrundlage ein Einzelhandelskonzept erstellen lassen, das auf dem Masterplan Innenstadtentwicklung fußt, den das Beratungsbüro GMA vor sechs Jahren für Annweiler erarbeitete. GMA kam im Herbst vergangenen Jahres zu dem Schluss, dass die geplanten Erweiterungen für die Stadt „mehr Vor- als Nachteile“ brächten. Der Stadtrat hatte sich bereits im Juni grundsätzlich für die Bauanliegen entschieden. Nach Delta Hornbach und Lidl war Aldi als Nachzügler mit ins Boot gekommen. Nun hing alles an der Entscheidung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD). Diese sah die Wasgau-Gelände-Erweiterung im Sinne der städtischen Entwicklung. Die Vorhaben der beiden Discounter stimmten aber nicht mit den Bebauungsplänen überein, stellte die Genehmigungsbehörde fest. Dass die derzeitigen Pläne eine Vergrößerung der Verkaufsflächen nicht zuließen, habe die Stadt schon vorher gewusst, sagt Wollenweber, der gehofft hatte, von der SGD eine positive Stellungnahme zu bekommen, um damit in das Planänderungsverfahren einzusteigen. Wie geht es nun weiter? „Das weiß ich noch nicht. Das liegt im Ermessen der beiden Firmen“, so der Stadtchef. Halten diese an ihren Plänen fest, würde die Stadt eine Bebauungsplanänderung in die Wege leiten. Diese könnte eventuell von den Behörden abgelehnt werden. Dann könnte man den Klageweg einschlagen, macht Wollenweber die Prozedur deutlich. Beide in der Industriestraße ansässigen Vollsortimenter möchten ihre Filialen räumlich erweitern und freundlicher gestalten. Es soll aber keine Sortimenterweiterung geben, so Wollenweber. |höj