Leinsweiler
Eigenes Hotel verwirklicht: Aus Wunsch wird Lebenswerk
Leinsweiler gilt als einer der schönsten Weinorte an der Südlichen Weinstraße – romantisch eingebettet zwischen Weinbergen und dem Pfälzerwald. Hier erfüllte sich Elke Pfenninger-Lauth vor über 30 Jahren einen Kindheitstraum. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erinnert sie sich: „In einem Hotel zu arbeiten, war schon immer ein großer Traum von mir. Als ich in die sechste Klasse ging, habe ich mich als Bedienung in einem Hotel gemalt“, erzählt die Hotelchefin heute.
Bis ihr Wunsch tatsächlich Wirklichkeit wurde, war es jedoch noch ein weiter Weg. Die gelernte Metzgermeisterin stammt aus Baden, genauer aus Gemmingen, wo sie im elterlichen Betrieb arbeitete. Diesen übernahm später ihr Bruder Alexander. Elke Pfenninger-Lauth verschlug es in die Pfalz. Und so kam es, dass sie ihren Mann Gerhard Lauth, einen Küchenmeister aus Göcklingen, kennenlernte.
Zwei Menschen mit dem gleichen Ziel
Lauth hatte sein Handwerk im katholischen Altenzentrum in Landau gelernt. Danach war er zehn Jahre im Ausland tätig, beispielsweise in der Schweiz, auf den Bahamas und in Kanada. Nach seiner Meisterschule in Baden-Baden arbeitete er als Küchenchef im Consulat des Weins in St. Martin. Dort lernte er seine Frau kennen. Denn Elke Pfenninger-Lauth verdiente ihre Brötchen zu diesem Zeitpunkt in einer Metzgerei in Edenkoben, die das Consulat mit Fleisch belieferte.
Das Paar hatte beruflich die gleiche Vision: Auch Gerhard Lauth hatte den Wunsch, sich selbstständig zu machen. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Im Jahr 1992 machten die beiden Nägel mit Köpfen: Am Ortseingang von Leinsweiler – auf dem Gelände einer ehemaligen Raiffeisenlagerhalle – fingen sie an, ihren Traum vom eigenen Hotel zu verwirklichen. Das Castell war geboren. Ein Jahr später war alles fertig und das Haus wurde eröffnet.
Inhaber wohnen auch im Hotel
Das Drei-Sterne-Superior-Hotel bietet 16 individuell eingerichtete Zimmer in unterschiedlichen Größen, darunter auch ein Hochzeitszimmer für besondere Anlässe. Die Inhaber leben selbst im Obergeschoss des Hauses, was dem Hotel eine familiäre Atmosphäre verleiht. Die Lage des Hotels reizte das Ehepaar schon immer: „Leinsweiler ist ein touristisches Aushängeschild der Südpfalz, beliebt bei Wanderern, Radfahrern und Weingenießern“, sagt Elke Pfenninger-Lauth.
Das Herz des Hauses ist die Küche. „Das wollte mein Mann so, und deshalb hat die Küche auch ihren Platz in der Mitte bekommen.“ Das gastronomische Konzept verbindet damals wie heute „regionale Kochkunst mit badischer und pfälzischer Bodenständigkeit, verfeinert durch einen leichten französischen Einschlag“, erklärt die Chefin.
Keine Fertigprodukte
Das Restaurant verfügt über 45 Sitzplätze, der Bankettraum bietet Platz für bis zu 50 Gäste, und auf der Terrasse gibt es weitere 40 Plätze. Zu den Spezialitäten des Hauses gehören Rostbraten mit Spätzle und Salat, Scampi mit dreierlei Soßen und Salatbouquet sowie Kalbsnieren mit Bratkartoffeln. Alles wird frisch zubereitet, ausschließlich mit Naturprodukten, ohne Fertig- oder Halbfertigprodukte, betont Elke Pfenninger-Lauth. Das Gemüse und Obst stammen aus dem eigenen Garten. Zum Anwesen gehören außerdem Schafe und Hühner. Viele Gäste kommen aus dem Elsass, dem Raum Stuttgart und dem Badischen. Besonders beliebt ist das Hotel bei der Generation 50 plus.
Das Hotel ist ein klassischer Familienbetrieb mit sieben Festangestellten und vier Aushilfen. In der Küche arbeiten neben dem Küchenchef zwei weitere Köche. Über die Jahre wurde stetig investiert: Die Zimmer wurden renoviert, das Restaurant im Januar modernisiert, und weitere Verbesserungen sind geplant. Die beiden Hotelbesitzer sind über 60 Jahre alt und denken bereits an die Zukunft. „Unsere Söhne Johannes und William sind eng mit dem Betrieb verbunden.“
Nachfolger steht bereit
Johannes arbeitet bereits im Hotelbereich und ist im Hotel Bareiss in Baiersbronn tätig. Geplant ist, dass er das Castell in etwa drei Jahren übernimmt. William ist bei einem großen Medienunternehmen tätig und kümmert sich um den Social-Media-Auftritt sowie die Internetseite. „So bleibt das Hotel nicht nur handwerklich, sondern auch digital auf dem neuesten Stand“, sagt die Mutter.
Das Konzept des Hauses beruht auf Beständigkeit und Leidenschaft – in diesem Sinne soll es auch die nächste Generation fortführen, mit genügend Spielraum für eigene Pläne. Die Inhaber möchten auch in Zukunft in Leinsweiler und an der Weinstraße bleiben. „Wir möchten aus der Pfalz eigentlich nicht mehr weg. Allenfalls das Elsass käme noch infrage“, sagt Elke Pfenninger-Lauth.