Bornheim
Ehrenmedaille für Bärbel Riehling: Einst die erste Frau im Rat
Bärbel Riehling wurde zur Premierenpreisträgerin der bronzenen Medaille mit hellblauer Lasur. Die Vorderseite ziert ein fliegender Storch sowie die Miniatur des Reliefs einer Dame, die am örtlichen Sportheim zu sehen ist. Auf der Rückseite prangt das Ortswappen, umrahmt vom Schriftzug „Ehrenmedaille Ortsgemeinde Bornheim“.
Die Erste zu sein ist für Bärbel Riehling nicht ungewöhnlich, wurde sie doch bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz im Jahr 1984 als erste Frau in der Geschichte Bornheims in den Ortsgemeinderat gewählt. 21 Jahre lang gehörte sie dann für die CDU dem Gremium an, ehe sie sich 2005 daraus verabschiedete.
Mitbegründerin des Landfrauen-Ortsvereins
Ebenfalls mehr als 20 Jahre lang vertrat sie christdemokratische Politik im Rat der Verbandsgemeinde Offenbach. Im CDU-Ortsverein Bornheim wirkte sie viele Jahre in der Vorstandschaft, ebenso im Gemeindeverband Offenbach. Seit 36 Jahren hält sie der CDU, trotz einiger Widrigkeiten, welche die Partei zu überstehen hatte, die Treue.
Ganz vorne war sie auch bei der Gründung des Ortsvereins Bornheim der Landfrauen. Gemeinsam mit 15 weiteren Frauen gründete sie im Januar 1973 die Gruppe, die bis heute besteht. Beate Riehling übernahm die Position der stellvertretenden Vorsitzenden, ihre Freundin Ruth Acuntius wurde Vorsitzende. Drei Jahre später tauschten beide das Steuerruder, welches Riehling dann von 1976 bis 2005 fest in den Händen hielt. Als 2008 ein Vakuum an der Spitze drohte, sprang sie ein, ehe sie endgültig den Führungspositionen adieu sagte. Ihre Familie ist mit ihrer 23 Jahre jungen Enkelin Luisa, die sich schon seit zwölf Jahren in der Ortsgruppe engagiert, noch bei den Landfrauen vertreten.
Kishon aus dem Österreichischen ins Pfälzische übersetzt
Schon kurz nach der Gründung der Landfrauen hatte sie diese für das Theaterspiel begeistern können. Dabei war sie auch immer selbst auf der Bühne in verschiedensten Rollen präsent, übernahm den Kartenvorverkauf, organisierte alles, war schlicht „Das Mädchen für alles“.
Das erste Stück, welches die Landfrauen auf die Bühne brachten, war „Der Trauschein“ von Ephraim Kishon. Dieses, damals unter Regie von Gudrun Traxel gespielt, ist eigentlich in österreichischer Mundart geschrieben, wurde aber kurzerhand ins Pfälzische „übersetzt“. Auch alle folgenden Stücke, die von den Landfrauen gespielt wurden, egal in welcher Sprache sie ursprünglich entstanden waren, wurden „eingepfälzischt“. In sämtliche Rollen, egal ob Mann oder Frau, schlüpften Landfrauen.
Die alte Schule für das Dorf gerettet
Neben Modenschauen organisierte Riehling auch eine Hobby-Ausstellung, unter anderem mit dem Künstler Xaver Mayer, im damals leerstehenden Rathaus, der früheren protestantischen Schule. Die Landfrauen machten sich immer wieder für den Erhalt des Gebäudes stark und bewahrten es vor dem Abriss. Der damalige Landrat Gerhard Weber lobte: „Dass dieses Rathaus noch steht, ist nur Frau Riehling und ihren Landfrauen zu verdanken!“
Als Ehefrau und zweifache Mutter war die ausgebildete Einzelhandelskauffrau Bärbel Riehling privat gefordert, beruflich in ihrer Aufgabe im psychologischen Dienst beim Arbeitsamt Landau und später als Sekretärin in der Paul-Moor-Schule in Landau.
Vom Sudetenland in die Südpfalz
Geboren ist sie 1945 in Zábřeh/Tschechien, das damals Hohenstadt hieß und im Sudetenland lag. Anfang 1946 floh ihre Mutter mit ihr Richtung Westen; der Vater war noch in Kriegsgefangenschaft. Die Familie ließ sich in Bornheim nieder; der Vater wurde 1948 entlassen. Hier lernte Bärbel später Willi kennen, einen gebürtigen Bornheimer, den sie vor 62 Jahren heiratete. Sie bekamen die Kinder Petra und Achim und bauten zusammen ein Eigenheim, in welchem das Paar heute noch wohnt.
Am 7. Februar vollendet sie ihr 81. Lebensjahr. Zusammen mit ihrem Mann Willi, der im März schon 90 Jahre alt wird, freut sie sich dann auf den Besuch der Kinder, Schwiegerkinder, der vier Enkel und auch auf ihren ersten Urenkel.