Herxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Digitalisierung geht weiter: Verwaltung investiert in KI und IT-Sicherheit

Die Verbandsgemeinde Herxheim möchte seine Arbeitsprozesse weiter digitalisieren.
Die Verbandsgemeinde Herxheim möchte seine Arbeitsprozesse weiter digitalisieren.

Die Verbandsgemeinde Herxheim stellt die Verwaltung digital neu auf: 400.000 Euro fließen in IT, KI-Schulungen und mehr Sicherheit. Aber der Weg ist noch weit.

Die Verbandsgemeindeverwaltung Herxheim treibt den digitalen Wandel voran. Verwaltungschef Christian Sommer (FWG), der über langjährige Erfahrung in der Informationstechnologie verfügt, erläutert im Gespräch mit der RHEINPFALZ die Strategie und den Stand der Projekte. Bevor Sommer 2023 offiziell die Leitung der Verbandsgemeinde (VG) mit mehr als 100 Mitarbeitenden übernahm, arbeitete er viele Jahre bei der Daimler Truck AG in Wörth im IT-Bereich.

Digitalisierung als Daueraufgabe

Sommer beschreibt den Fortschritt seit seinem Amtsantritt als „Tunnel des digitalen Zeitalters, in dem ein erstes Licht sichtbar ist“. Gleichzeitig betont er, dass der Weg noch lang ist. Die Verwaltung sei gut aufgestellt, die Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger an digitale Dienstleistungen, transparente Abläufe und sichere Systeme steigen jedoch stetig.

Hier setzt die Digitalstrategie der VG Herxheim an. In der Haushaltsplanung für 2026 sind rund 400.000 Euro für die Modernisierung des EDV-Bereichs vorgesehen. Bestehende IT-Strukturen würden überprüft und erneuert, neue digitale Lösungen eingeführt. Mobiles Arbeiten sei fester Bestandteil des Verwaltungskonzepts. Mitarbeitende sollten flexibel arbeiten können, ohne Effizienz oder Datensicherheit zu gefährden. Ein Schwerpunkt liege auch auf der Qualifizierung der Beschäftigten. Ziel sei es, unter dem Strich die Mitarbeitenden zu entlasten und den Bürgerservice zu verbessern.

Straßenschäden digital erfassen

Unterdessen würden bereits konkrete Abläufe digitalisiert, erklärt der Verbandsbürgermeister: Gewerbesteuerbescheide könnten vollständig digital erstellt und versendet werden. Eine neue Gebäudemanagement-Software könne kommunale Liegenschaften effizienter verwalten und Kosten besser kontrollieren. Auch Straßenschäden sollen künftig digital erfasst werden, um rascher reagieren und Maßnahmen gezielter planen zu können.

Ein zentrales Projekt ist auch die Auslagerung des Rechenzentrums. Damit will die VG die IT-Sicherheit erhöhen und sich besser gegen Systemausfälle und Cyberangriffe schützen. Ergänzend werden zwei Notstromaggregate angeschafft, und zwar in Kooperation mit den Verbandsgemeinden Rülzheim und Jockgrim. Die Geräte werden in Herxheim gelagert und gewartet. „Ziel ist, die Handlungsfähigkeit der Verwaltung auch in Krisensituationen sicherzustellen“, sagt Christian Sommer.

Trotz technischer Neuerungen bleibe das Personal der größte Kostenfaktor. Rund 6,4 Millionen Euro (ohne Rückstellungen) seien dafür eingeplant, etwa 80.000 Euro mehr als im Jahr 2025. Mehr als 2,5 Millionen Euro fließen in den Brandschutz – Sicherheit behält einen hohen Stellenwert.

Haushalt ausgeglichen

Insgesamt investiert die VG Herxheim 3,37 Millionen Euro. Der Haushalt ist ausgeglichen, der Ergebnishaushalt weist ein Plus von rund 10.600 Euro aus. Die VG-Umlage sinkt von 30 auf 29 Prozent und entspricht einem Aufkommen von etwa 7,5 Millionen Euro. „Wir wollen, dass unsere Ortsgemeinden etwas mehr atmen können“, sagt Sommer.

Die Steuerkraft der VG liegt bei rund 25 Millionen Euro, dennoch spitzt sich die finanzielle Lage immer weiter zu. „Die Luft wird immer dünner in Rheinland-Pfalz. Nahezu jeder Landkreis ist unausgeglichen. Es ist zu wenig Geld im System, wir stehen nach wie vor mit dem Rücken zur Wand“, warnt Sommer. Der aktuelle Schuldenstand der VG, der sich aus Verbindlichkeiten aus Investitionskrediten ergibt, wird bis Ende 2026 mit rund 3,9 Millionen Euro kalkuliert. Um zentrale Projekte umzusetzen, nutzt die VG möglichst viele Förderprogramme – teils in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Ohne diese Mittel wären viele Maßnahmen kaum realisierbar. Der Haushaltsplan wurde vom Verbandsgemeinderat einstimmig verabschiedet.

Wasser wird teurer

Für Bürgerinnen und Bürger der VG Herxheim ändern sich unterdessen Gebühren. Der Wasserpreis steigt von 2,10 Euro netto auf 2,30 Euro netto je Kubikmeter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 30 Kubikmetern pro Person und Jahr ergibt sich eine Mehrbelastung von rund 6,42 Euro brutto jährlich. Die Abwassergebühr erhöht sich von 2,05 Euro auf 2,28 Euro je Kubikmeter. Bei einem durchschnittlichen Abwasseranfall von etwa 27 Kubikmetern pro Person und Jahr entstehen Mehrkosten von rund 6,21 Euro jährlich. Die Gebührenänderungen wurden vom Rat ebenfalls einstimmig beschlossen.

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