Offenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Dieser Bürgermeisterkandidat setzt auf die Karte Erfahrung

Seit 2014 ist Jens Nord kommunalpolitisch aktiv. Nun möchte er die Verwaltung leiten.
Seit 2014 ist Jens Nord kommunalpolitisch aktiv. Nun möchte er die Verwaltung leiten.

Jens Nord übernimmt gerne Verantwortung. Er traut sich zu, die Verbandsgemeinde-Verwaltung in Offenbach zu leiten. Zwei Gründe haben ihn zur Kandidatur bewogen.

Es gibt wohl keinen anderen Flecken in seinem Wohnort, mit dem Jens Nord so viel verbindet wie mit der alten Turn- und Festhalle in Offenbach – und der gleichzeitig auch verrät, wieso der 57-Jährige für das Amt des Verbandsbürgermeisters kandidiert.

Eigentlich wollte Jens Nord als kleiner Junge Fußball spielen, so wie es sein Vater und sein älterer Bruder taten. Doch über die Grundschule fand er Gefallen am Handball, der zu seinem Vereinssport wurde. Trainiert wurde in der besagten Turn- und Festhalle. Wobei Nord generell, was Sport angeht, sehr aktiv war. Er spielte nebenher auch noch Tennis und nahm an Schwimmwettkämpfen teil.

In der Halle aber verbrachte Jens Nord mehr Zeit, ist dort quasi großgeworden. Als er die ersten Bälle warf, das war in den 70er-Jahren, wurde das VG-Rathaus in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet. Wohlgemerkt: das alte, das 2022 durch einen Neubau ersetzt wurde und jetzt in Kürze abgerissen wird. Das gleiche Schicksal droht auch der Turn- und Festhalle.

Sportlich sehr aktiv

Jens Nord war schon im Gemeinderat, als sich dieser für einen Neubau entschied. Und er wird wohl auch dann im Gremium an der Entscheidung mitwirken, wenn es darum geht, was aus dem Altbau werden soll. Dabei ist dies nur eines von vielen Projekten, die die Ortspolitik beschäftigen.

Die Essinger Straße beziehungsweise ein Teil der Ortsdurchfahrt, wo sich auch die Festhalle befindet, soll in absehbarer Zeit ausgebaut werden, was etwa zwei Jahre dauern dürfte. Gerade entsteht eine neue Turnhalle, auf dem Grundstück gegenüber erfolgt im März der Spatenstich für die besagte neue Festhalle. Das sind nur die größten Brocken, die im laufenden politischen Geschäft anfallen. Für Jens Nord sind das genug Aufgaben, um die sich ein Ortsbürgermeister mit dem Gemeinderat kümmern muss. Lange Zeit erledigten diesen Job auch die Verbandsbürgermeister.

Das änderte sich, als Axel Wassyl bei der jüngsten Kommunalwahl 2024 nicht mehr als Ortschef kandidierte. Damals hatte Jens Nord noch darauf verzichtet, seinen Hut in den Ring zu werfen. Jetzt aber möchte er den Chefsessel in der Verbandsgemeinde-Verwaltung einnehmen, den Wassyl im Sommer altersbedingt freimachen wird.

Erstens, weil er sich auf diesen Job voll und ganz konzentrieren möchte. Dadurch darauf achten wolle, dass keine der vier Ortsgemeinden bei Projekten zu kurz kommt. Damit das gelingt, müssen auch die Dörfer stärker zusammenarbeiten. Mobilität ist für Jens Nord ein wichtiges Stichwort. Er meint damit die Möglichkeit, dass Menschen mit dem ÖPNV aus Essingen beispielsweise schneller und direkt zum Einkaufen nach Offenbach kommen können oder dass man umgekehrt zum einzig verbliebenen Metzger in der Verbandsgemeinde gelangt.

Nord: „Kann Verwaltung weiterentwickeln“

Zweitens habe die rund 70-köpfige Verwaltung mittlerweile so viel zu leisten, dass sie eine Person brauche, die sie weiterentwickelt, und zwar vor dem Hintergrund von Künstlicher Intelligenz und Co., die in der Verwaltungsarbeit stärker genutzt werden sollten.

Dass man sich an Veränderungen anpassen müsse, das hat Jens Nord selbst in beruflicher Hinsicht mehrmals erfahren. Bei der Firma Fix Concept, die früher neben der Post und Gummi Mayer zu den größten Arbeitgebern in Landau gehörte, machte er eine Ausbildung zum Drucker, habe dabei noch den Handsatz gelernt.

Von Landau nach Bornheim

Nach der Bundeswehr-Zeit machte er in diesem Fach seinen Meister. Als das Unternehmen dann aber in eine finanzielle Schieflage geriet, hielt Nord Ausschau nach einem neuen Arbeitgeber. Er landete bei der Firma Hornbach, die damals noch deutlich kleiner war als heute. „Sie hatte um die 50 Märkte.“ Danach ging es steil aufwärts, und Jens Nord ist inzwischen im Marketingbereich gelandet.

Nord war acht Jahre alt, als seine Eltern in Offenbach heimisch wurden. Anders als in ihrem früheren Wohnort Mörlheim fanden sie hier einen Bauplatz. Seither ist der verheiratete Vater dreier Kinder in der Gemeinde fest verwurzelt.

Wieso Jens Nord Politik macht

„Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig“, betont Jens Nord. Dabei übernimmt er oft und gerne Verantwortung. Beim Handball war er zeitweise Abteilungsleiter beim TVO, dem Turnverein. Nachdem er 2014 in den Gemeinderat gewählt wurde, übernahm er wenige später den Fraktionsvorsitz der SPD. Inzwischen fungiert er im Gremium als Beigeordneter.

Dass er politisch aktiv wurde, hat auch etwas mit seiner Generation zu tun. Er sei in einer Zeit aufgewachsen, in der man nicht unpolitisch sein konnte. Jens Nord war während seiner Zeit bei der Firma Fix zudem in der Gewerkschaft aktiv, sodass der Weg zur SPD naheliegend, aber nicht ausschlaggebend war. Sein Engagement in der Partei gründete darin, weil er damals der arbeitenden Schicht eine Stimme geben wollte.

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