Südpfalz
Defekte Pumpe: Wie die Wasserversorgung gesichert wird
Wasser aus dem Hahn gilt als selbstverständlich – klar, verfügbar, jederzeit. Hinter dieser Selbstverständlichkeit steht jedoch ein komplexes System. Defekte Pumpen hatten vor ein paar Wochen in Rohrbach dazu geführt, dass die Ortsgemeinde mehr als einen Tag lang von der Wasserversorgung abgeschnitten war. Die Bürger mussten zum Duschen und Kochen teils in die Nachbardörfer.
Im Gewinnungsgebiet Rohrbach, südlich der Ortsgemeinde in Verlängerung der Mühlgasse gelegen, zeigt sich also, wie sensibel diese Infrastruktur ist. Die Verbandsgemeinde (VG) Herxheim betreibt dort drei Brunnen, von denen derzeit einer in Betrieb ist; zusätzlich komme Trinkwasser vom Zweckverband Impflinger Gruppe und von der Germersheimer Südgruppe, teilt VG-Sprecherin Nicole Theriault mit. Technische Defekte wie Pumpenausfälle oder Rohrbrüche ließen sich nie völlig ausschließen.
Störung der Technik
Die Ursache der Störung lag an der Technik: Zwei Brunnenpumpen, eine davon die Ersatzpumpe, waren defekt. Das sei so bisher noch nicht vorgekommen, erklärt die Sprecherin. Die Pumpen arbeiten in rund 50 Metern Tiefe. Bereits am Dienstag, 6. Februar, sei die Lieferung von Trinkwasser wieder aufgenommen worden – auf Anordnung des Gesundheitsamtes gechlort, sagt die Sprecherin weiter. Das Wasser entspreche jedoch vollständig der Trinkwasserverordnung. Im Wasserwerk Rohrbach finden weiter täglich Messungen statt, um die Qualität des Wassers zu prüfen. Zeitweise durfte das Wasser nur als Brauchwasser verwendet werden – etwa für Toiletten, nicht zum Trinken, auch nicht abgekocht, ebenso wenig zum Duschen oder zur Zubereitung von Speisen.
Die Ursachenanalyse brachte Klarheit: Es handelte sich um rein technische Defekte. Die Pumpen wurden ausgetauscht, mehrere Ersatzpumpen liegen inzwischen auf Lager, um bei Defekten kurzfristig reagieren zu können. Künftig sollen redundante Systeme dauerhaft vorgehalten werden. Mit „Brunnen 5“ stehe ein weiterer Brunnen bereit, der nach dem Bau einer Wasseraufbereitungsanlage – die Planung läuft – in die Trinkwasserversorgung eingebunden werden könne, betont Nicole Theriault. Mit der Anlage würde im Gewinnungsgebiet Rohrbach wichtiger Schritt zu mehr Ausfallsicherheit und Unabhängigkeit entstehen.
Wie sieht es in anderen VGs aus?
In der Verbandsgemeinde Edenkoben – bis auf Roschbach - werden die Bürger über drei Brunnen und elf Quellen mit Wasser versorgt, wie Werkleiter Martin Hanke berichtet. „Die Systeme sind weitgehend redundant, und es gibt viele Querverbindungen im Netz und auch Verbindungen zu den benachbarten Wasserversorgern, sodass ein Komplettausfall im Bereich der Wassergewinnung zwar immer noch möglich, aber relativ unwahrscheinlich ist.“
Im Bereich der Wasserverteilung über die Rohrsysteme könne es jederzeit zu komplizierten und langwierigen Rohrbrüchen kommen. „Aber auch hier sind wir bemüht, die Ausfallzeiten durch die Aktivierung von Ersatzversorgungen kurz zu halten“, betont Hanke. Die technischen Anlagen ihrer Wasserversorgung seien einer Risikobewertung unterzogen worden, in der Ausfallszenarien geprüft wurden. Alle drei Jahre werde alles auf den Prüfstand gestellt. Doch ein Restrisiko bleibe trotz der Einhaltung aller Sicherheitsstandards. „Störungen bei technischen Anlagen können immer auftreten“, betont der Edenkobener Werkleiter.
„Haben viel investiert“
In der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern ist ein Szenario wie in Rohrbach, also dass der Ausfall eines Brunnens zu einem kompletten Kollaps in einer Gemeinde führt, praktisch ausgeschlossen. „Wir haben in der Verbandsgemeinde acht Versorgungsstellen plus die der Stadt, die ein eigenes Netz hat“, erklärt Martin Engelhard, der als Erster Beigeordneter auch Werkleiter der Verbandsgemeindewerke ist. Das sei historisch bedingt, sagt er. Vor Gründung der VG im Jahr 1972 sei die Wasserversorgung Sache der Ortsgemeinden gewesen. „Wir haben die Versorgung zwar etwas zusammengefasst, bis heute aber nicht zentralisiert.“ Das sei eine ganz bewusste politische Entscheidung gewesen.
Konkret bedeutet das, dass bei einem Ausfall eines Brunnens oder einer Quelle, eine andere Versorgungsstelle als Ersatz hinzugezogen werden kann. „Wir haben in den vergangenen Jahren auch viel investiert, um die Vernetzung auszubauen“, sagt Engelhard. Die Verteilung auf mehrere Standorte sei zwar aufwendiger und dadurch auch etwas teurer. Sie biete aber dafür eine relativ hohe Versorgungssicherheit. Wobei Engelhard auch betont: „Komplett ausschließen kann man einen Ausfall leider nie.“