Südpfalz / Südwestpfalz
Corona: Wildcamper werden zum Problem
Auf den Waldparkplätzen stehen plötzlich Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen. So viele Wohnmobile wie derzeit sind in der Region wohl bisher noch nicht gesichtet worden. Man merkt, die Corona-Krise hat den Pfälzerwald zu einem richtig beliebten Urlaubsziel für Deutsche gemacht, die auf ihren Fernurlaub verzichten. Entsprechend rar geworden sind freie Wohnmobil-Stellplätze. Der Versuch, auf einem Campingplatz ohne Anmeldung eine Bleibe für die Nacht zu bekommen, ist meist die Mühe nicht wert. So weichen viele Wohnmobilisten in die Wälder aus.
In Annweiler kann man, wenn es Abend wird, regelmäßig solche Wildcamper in ihren rollenden Wohnungen die Trifelsstraße hinauffahren sehen. Sie wissen, dass es auf der Strecke zu Burg Trifels genügend Stellen gibt, wo man bequem und in stiller Natur die Nacht verbringen kann. Das ist aber nicht erlaubt. Auch in der Region rund um Dahn ist das Problem bekannt und hat dort schon zu allerhand Ärger geführt.
Camper auf Wanderparkplatz und im Ort
Ein weiteres Beispiel ist die Wilgartswiesener Annexe Hermersbergerhof: Der beschauliche, von tiefen Wäldern umgebene kleine Ort sei ebenfalls bei Campern heiß begehrt, berichtet Ortsvorsteherin Vera Schmitt. Der große Parkplatz vor dem Ort, der eigens für die Autos der ankommenden Wanderer eingerichtet worden ist, damit sie nicht die engen Ortsstraßen zustellen, werde zunehmend von Wohnmobilen angesteuert und lediglich zum Übernachten benutzt – und damit zweckentfremdet. Das sei zuletzt an den langen Wochenenden durchaus lästig gewesen, ärgert sich Schmitt. Auch Einfahrten von Waldwegen hätten die langen Vehikel zugeparkt.
Ein weiteres Problem: Die Camper erschlichen sich nicht nur eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit, sie ließen auch achtlos ihren Müll zurück, berichtet die Ortsvorsteherin. Bei den Altglasbehältern habe es ab und an wirklich schlimm ausgesehen. Schmitt erwartet, dass sich die Situation in den kommenden Wochen wegen der unterschiedlichen Ferientermine in den Bundesländern nicht bessern wird; das Problem werde wohl eher zunehmen. Deswegen hat sich der Ortsbeirat dafür ausgesprochen, gut sichtbare Verbotsschilder aufstellen zu lassen.
Naturschutzbehörde erarbeitet Konzept
Thomas Walter von der Verbandsgemeindeverwaltung Hauenstein ist der kommunale Vollzugsbeamte und kontrolliert regelmäßig die Einhaltung der Corona-Regeln. Die Situation um Hermersbergerhof sei noch nicht so arg wie in der Region Dahn, ist seine Beobachtung, aber das Problem des wilden Campens bestehe. Auch der Parkplatz am Hauensteiner Paddelweiher sei schon einige Male von Campern zum Übernachten benutzt worden, weil man ihn leicht anfahren könne, weiß er. Er habe diese dann freundlich aufgefordert wegzufahren, was diese auch meist befolgt hätten. Störrische Leute habe er der Kreisverwaltung gemeldet. Derzeit werde von der Naturschutzbehörde im Kreis Südwestpfalz ein Konzept ausgearbeitet, wie man einheitlich gegen das Übel vorgehen will.