Gleisweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Bleibt die Trifelsblickhütte autark?

Eigentümerin der Trifelsblickhütte ist die Gemeinde Gleisweiler. Gepachtet ist sie von der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins.
Eigentümerin der Trifelsblickhütte ist die Gemeinde Gleisweiler. Gepachtet ist sie von der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins.

Die Trifelsblickhütte bei Gleisweiler ist ein beliebtes Ausflugsziel im Pfälzerwald. Damit das in Zukunft so bleibt, ist angedacht, sie an das Versorgungsnetz anzuschließen. Doch das wäre mit hohen Kosten verbunden. Mit zu hohen?

Durch eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach und ein mit Gas betriebenes Aggregat werden auf der Trifelsblickhütte unter anderem die elektrischen Geräte betrieben, damit dort Gäste mit Speis und Trank versorgt werden können. Und selbst in den beiden vergangenen Corona-Jahren kamen regelmäßig zahlreiche Besucher, um sich dort bewirten zu lassen. Einschränkungen hin oder her. So berichtet es der Vorsitzende der Pfälzerwaldverein-Ortsgruppe, Harry Kühlmeyer.

Strom- und andere Versorgungsleitungen in der Trifelsblickhütte wären aus Sicht der PWV-Mitglieder wünschenswert. Auch die Gemeinde, der das Grundstück gehört, würde dies begrüßen, damit die Hütte für die Zukunft gerüstet ist. Deshalb wurde in der jüngsten Ratssitzung diese Thematik auf den Tisch gebracht. Auch in der Vergangenheit wurde darüber gesprochen. Das Vorhaben wurde aber bisher nicht angegangen, weil die finanzielle Frage nicht geklärt ist. Auch bei der jüngsten Debatte gab es zwar keinen Durchbruch – dafür aber eine Entscheidung, die Ortsbürgermeister Thorsten Rothgerber und PWV-Vorsitzenden Kühlmeyer überraschte.

Mit welchen Kosten gerechnet wird

Es wird mit Ausgaben in Höhe von mindestens 300.000 Euro kalkuliert, um die Trifelsblickhütte an das Strom- und Wassernetz anzuschließen. Aufgrund dieser Kostenschätzung hat auch die Finanzabteilung der Verbandsgemeinde-Verwaltung Edenkoben ihre Bedenken, ob sich die Gemeinde das Projekt leisten kann. Zumal im Haushalt bislang noch keine Mittel dafür eingeplant sind. Dass sich die PWV-Gruppe nicht imstande sieht, sich finanziell an dem Ausbau zu beteiligen, kommt erschwerend hinzu.

Selbst die Idee, die Trifelsblickhütte im Zuge des geförderten Glasfaserausbaus mit Versorgungsleitungen auszustatten und dadurch Kosten zu sparen, wurde vergangenes Jahr eben aus finanziellen Gründen verworfen. Weshalb die Gemeinde den bereits gestarteten Breitbandausbau kurzfristig stoppte. Sie sah es als nicht notwendig an, auch wegen der damit verbundenen Eingriffe im Wald.

Ratsmitglieder von Entscheidung ausgeschlossen

Obwohl die finanzielle Frage ungeklärt ist, hat der Gemeinderat in einer geheimen Abstimmung den Grundsatzbeschluss gefasst, die Erschließung weiter im Hinterkopf zu behalten und nicht endgültig ad acta zu legen. Vier Ratsmitglieder stimmten dafür und bildeten somit die Mehrheit im Gremium, zwei Mitglieder stimmten dagegen, eines enthielt sich. Ein Ergebnis, das zustande kam, obwohl oder gerade weil zwei Ratsmitglieder von der Abstimmung ausgeschlossen wurden, die im PWV vertreten sind und deshalb bei dieser Thematik als befangen gelten.

Rothgerber sieht indes keine Möglichkeit, die Hütte in absehbarer Zeit an das Versorgungsnetz anzuschließen. Das Vorhaben werde er deshalb während seiner Amtszeit nicht priorisieren. „Wir haben derzeit in Gleisweiler schon andere Baustellen, die uns finanziell belasten“, sagt Rothgerber und meint damit zum Beispiel die geplante Umgestaltung des Friedhofs und die Sanierung des Rathauses.

PWV sträubt sich vor finanzieller Beteiligung

Wenn, dann müsste sich schon der PWV an dem Vorhaben finanziell beteiligen. Was er aber nach wie vor nicht möchte, wie Kühlmeyer gegenüber der RHEINPFALZ betont. Der Verein hatte das Projekt vor drei Jahren vorangetrieben, einen Ingenieur mit der Planung beauftragt. Anfangs war von Kosten in Höhe von 70.000 Euro die Rede. Mit der Zeit wurde mit höheren Ausgaben gerechnet. Als dann 250.000 Euro im Raum standen, nahmen die Verantwortlichen Abstand von diesem Gedanken.

In puncto WC-Anlage ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Gemeinde wünscht sich einen Neubau, weshalb sie auch einen Zuschuss beisteuern würde. Sie wünscht barrierefreie Toiletten, um dadurch auch Senioren zu Veranstaltungen auf der Hütte einladen zu können. Dies schwebt Rothgerber vor. Die neue Anlage könnte autonom mit Wasserspeicher, Klärgrube und Fotovoltaik betrieben werden, so weit der Plan. Der PWV hingegen favorisiert eine Sanierung der bestehenden Anlage, was die Gemeinde nicht nachvollziehen kann. Auch, weil selbst dann Kosten von mindestens 15.000 Euro anfallen würden. In dieser Angelegenheit müsse es eine Alternative geben, sagt Kühlmeyer. Nach Ostern werde der PWV darüber sprechen, bevor er anschließend die Gemeinde dazu kontaktiert wird.

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