Annweiler
B10-Megasperrung: So kommen Sie jetzt rund um Annweiler durch
Jetzt wird’s ernst. Ab Freitagabend wird es für Pendler und Anwohner rund um Annweiler wieder ungemütlich: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) sperrt die B10-Tunnelstrecke bei Annweiler komplett. Betroffen ist der Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Annweiler-Ost und Wellbachtal. Beginn der Vollsperrung ist am Freitag, 27. Februar, um 19 Uhr – und sie soll zehn Wochen dauern.
Hintergrund sind umfangreiche Arbeiten an der sicherheitsrelevanten Tunneltechnik. Im Mittelpunkt steht der komplette Austausch der Brandmeldeanlage und der Videoüberwachung. Zudem sind weitere Unterhaltungsarbeiten entlang der Strecke vorgesehen – darunter die Reinigung von Kanälen und Tunnelröhren, Erneuerungen der Schutzplanken, Gehölzpflege, Arbeiten an Banketten und Gräben, die Sanierung von Bauwerken und Schallschluckfliesen.
Das müssen Autofahrer und Anwohner jetzt beachten
Damit Sie sich auf die nächsten Wochen einstellen können, finden Sie hier die wichtigsten Punkte im Überblick. Das müssen Autofahrer und Anwohner jetzt beachten.
1. Umleitungen und zusätzliche Fahrzeit einplanen
Großräumig soll der B10-Verkehr über die A6 ausweichen. Lokal wird über die L490 („Alte B10“) durch Annweiler, Sarnstall und Rinnthal umgeleitet. Die Route ist ausgeschildert. Pendler sollten je nach Tageszeit deutlich mehr Fahrzeit einrechnen.
2. Mehr Verkehr in den Orten – besonders am Anfang
Der LBM rechnet auf der Umleitungsstrecke mit ungefähr doppelt so viel Verkehr und deutlich steigendem Schwerverkehr – erfahrungsgemäß besonders in den ersten Tagen. Danach sollte sich die Lage entspannen, „da etliche ortskundige Fahrer andere Routen wählen“, so zumindest die Hoffnung des LBM.
3. Neue Regeln auf der Umleitungsstrecke
Auf der Umleitungsroute gelten Tempo 30 und ein absolutes Halteverbot, um Stop-and-Go zu reduzieren. Die Schilder hat der LBM in den vergangenen Tagen bereits aufgebaut. Zusätzlich werden Ampeln aufgestellt, damit Fußgänger die Straße sicherer queren können.
4. Busverkehr: Verspätungen möglich
Aufgrund der B10-Sperrung wird es zu Einschränkungen und Verspätungen im Busverkehr kommen. Das kündigt die QNV bereits jetzt für die Linien 522, 523, 524, 525, 526, 527 und 531 an. Fahrgäste sollten Zeitpuffer einplanen. Fahrgastinformationen und aktuelle Störhinweise gibt es auf der Homepage www.qnv.de.
5. Lkw-Thema: Durchfahrtsverbot für Transit
Während der Bauzeit gilt ein 24-Stunden-Durchfahrtsverbot für Transit-Lkw auf der B10. Die Polizei wird wieder Kontrollen auf der Umleitungsstrecke machen. Anwohner müssen dennoch damit rechnen, dass sich nicht jeder daran hält. Um die Situation zu entschärfen, gibt es eine Neuerung: Digitale, variabel schaltbare Hinweistafeln an wichtigen Zufahrten sollen den Verkehr bei Sperrungen – auch außerplanmäßigen wie bei Unfällen – schneller umleiten. Sie bleiben dauerhaft im Einsatz.
Das fordern Politiker vor Ort
Am Montag meldet sich CDU-Landtagsabgeordneter Sven Koch zu Wort. „Wir dürfen die Menschen vor Ort mit den Folgen der Umleitung nicht alleine lassen“, habe er einem Schreiben an das Verkehrs- und das Innenministerium gefordert. Die Fahrbahndecke der Umleitungsstrecke sei in einem schlechten Zustand, was bei Schwerverkehr zu deutlich mehr Erschütterungen und Lärm führe. Deshalb sollten größere Schadstellen noch vor Beginn der Tunnelsperrung instandgesetzt und eine umfassendere Sanierung in den Etat eingplant werden.
Unterstützung erhält von Annweilers Stadtbürgermeisterin Carmen Winter und Verbandsbürgermeister Christian Burkhart, die darauf hinweisen, dass bei B10-Sperrungen Tempolimit und Transit-Verbot immer wieder missachtet würden. Alle drei CDU-Politiker plädieren für verstärkte Kontrollen und möglichst stationäre Tempomessanlagen.
