Bad Bergzabern
25 Jahre verschollen: Wertvolle Bronzetafel wieder da
Die Südpfälzische Kunstgilde Bad Bergzabern blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gegründet wurde der Verein im Jahr 1958. In all diesen Jahrzehnten residierte der Kunstverein, der Kunstschaffende und Kunstliebhaber unter einem Dach vereint, an drei verschiedenen Standorten in der Kurstadt. Die wohl schwierigste Phase liegt gerade erst ein knappes Jahr zurück, denn bis zum Sommer 2025 war die Kunstgilde eine Zeit lang obdachlos. Dass diese Malaise einen Glücksmoment hervorrufen wird, kam für alle überraschend.
Die erste Heimstätte des Vereins, die Wandelhalle im Kurpark, gibt es heute schon gar nicht mehr. An ihrer Stelle steht seit Anfang der 1980er-Jahre das Haus des Gastes. Für die Kunstgilde stand 1981 der Umzug ins Alte Rathaus an. Im Obergeschoss des Renaissancebaus fanden Ausstellungen, Lesungen und Konzerte statt. Damit auch jeder Passant erkennen kann, dass in diesem repräsentativen Bau im Herzen Bad Bergzaberns die Künste eine Heimat haben, wurde an der Außenwand eine durch den Künstler Herbert Lorenz geschaffene Bronzetafel angebracht. „Die hat damals schon 4000 Mark gekostet“, erzählt Christian Paulus, Vizepräsident des Vereins.
Beim Umzug verschwindet die Bronzetafel
Bis zur Jahrtausendwende zierte die Tafel mit der Aufschrift „Südpfälzische Kunstgilde Bad Bergzabern, Gilde-Galerie“ die Fassade des Alten Rathauses. Dann stand für den Verein der nächste Umzug an. Es ging in ein historisches Gebäude des Schlosskomplexes in der Schlossgasse. Auf 130 Quadratmetern wurde im dortigen Obergeschoss ab dem Jahr 2000 Kunst in Bad Bergzabern präsentiert. Eine Sache fehlte allerdings: die Bronzetafel.
Niemand habe gewusst, wo sie ist, erzählt Paulus. Bekannt war lediglich, dass der Künstler Hans Ehrhardt aus Gossersweiler-Stein das wertvolle Stück Edelmetall am Alten Rathaus einst abmontiert hatte. Wo es eingelagert wurde, wusste offensichtlich nur er. Das Problem: Ehrhardt nahm das Wissen mit ins Grab. Denn als der Verein im Jahr 2000 in die Schlossgasse umzog, war der Künstler nicht mehr am Leben.
Aus Angst vor Diebstahl nicht im Freien aufgehängt
Für die Kunstgilde war die Bronzetafel verloren. Sie lebte nur noch in der Erinnerung langjähriger Mitglieder, eine Suche nach ihr gab es nicht mehr wirklich. Entsprechend groß war die Freude vor einigen Monaten. Zunächst einmal konnte der Verein die Rückkehr in seine angestammten Räume in Nachbarschaft zum Schloss und damit das Ende seiner Obdachlosigkeit feiern. Zwei Jahre lang war dort eine Not-Kita eingerichtet, weil in der eigentlichen Einrichtung ein großer Wasserschaden behoben werden musste. Als dann die Kartons, die im Speicher eingelagert waren, ausgeräumt wurden, um die Gildegalerie wieder einzurichten, war sie urplötzlich wieder da: die verloren geglaubte Bronzetafel. All die Jahre lag sie gut eingepackt unter etlichen Bildern und Gegenständen.
Selbstverständlich sollte das gute Stück wieder einen prominenten Platz am Domizil der Gilde bekommen. Die erste Idee, sie an der Außenwand in der Schlossgasse anzubringen, wurde allerdings verworfen. Man habe mehrfach gelesen, dass Bronzetafeln gestohlen wurden, erzählt Paulus. „Deshalb haben wir die Tafel nicht ins Freie gehängt.“ Stattdessen ziert das wertvolle Stück nun das Treppenhaus. Weil das rundum verglast ist, ist die Tafel auch von außen zu sehen. Und das wird auch so bleiben, denn verpackt wird das wertvolle Stück Edelmetall mit Sicherheit nicht mehr so schnell.