Kusel
Wo die Pendler hinfahren und herkommen
Im Landkreis Kusel gibt es rund 18.000 Auspendler, die zur Arbeit in eine andere Kommune fahren. Bei fast 4000 Beschäftigten ist es umgekehrt, sie fahren sozusagen gegen den Strom und pendeln in den Landkreis ein. Das verrät die Statistik der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens.
Die Daten erfassen nur die Beitragszahler in die Sozialkassen, also in der Regel keine Selbstständigen und Beamten. Außerdem lassen sich die Pendlerströme nur mit einer zeitlichen Verzögerung erfassen. Die an dieser Stelle veröffentlichten Daten sind zum 30. Juni 2021 erhoben worden.
Zweitwohnsitze nicht erfasst
Ungenauigkeiten ergeben sich, wenn der Arbeitnehmer einen Zweitwohnsitz beim Arbeitsort führt. Die Meldevorschriften überlassen es dem Arbeitgeber, welchen Wohnort er meldet. Im Hinblick auf den Arbeitsort kann es laut Agentur für Arbeit auch vorkommen, dass ein Filialunternehmen seine Mitarbeiter über den Firmenstammsitz meldet. Beide Effekte würden sich teilweise ausgleichen, sodass die Daten wichtige Erkenntnisse für die Pendlerströme liefern.
Wer glaubt, die meisten Auspendler zieht es nach Kaiserslautern, der täuscht sich. Fast 4000 Menschen zieht es nämlich in den Saarpfalz-Kreis mit der „Hauptstadt“ Homburg. Dort sorgen so große Arbeitgeber aus der Industrie wie Bosch, Ina oder Michelin dafür, dass die Stadt mit ihren 42.000 Einwohnern auf über 30.000 Arbeitsplätze kommt. Die Stadt Kaiserslautern kommt nur auf knapp 3500 „Kuseler“, der Landkreis Kaiserslautern auf knapp 3000. Nicht berücksichtigt sind dabei die 4000 Amerikaner, die im Kreis leben. Mehr als die Hälfte davon dürfte auf der Airbase in Ramstein ihr Geld verdienen.
Über 1200 Mitarbeiter, viele davon wohl aus der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, zieht es in der Arbeitswoche nach Bad Kreuznach. Rund 900 bekommen ihre Lohnabrechnung aus dem St. Wendeler Land.
Bis nach Frankfurt
Auch weite Entfernungen nimmt der ein oder andere Arbeitnehmer auf sich: Mainz (137), Mannheim (127) und sogar Frankfurt (120) tauchen in der Statistik auf.
Bei den Einpendlern geht der erste Platz mit über 1000 Beschäftigten klar an den Landkreis Kaiserslautern. Knapp 500 Pendler kommen aus dem Saarpfalz-Kreis, 350 aus der Stadt Kaiserslautern. Von Birkenfeld (319) und Bad Kreuznach (285) ist es bekanntlich auch nicht weit in den Landkreis Kusel. Auch Einpendler überbrücken größere Distanzen: Sogar zwölf Mitarbeiter mit Wohnsitz Frankreich gibt es.