Fragen und Antworten
Was Schüler von Bürgermeisterkandidatin Isabel Steinhauer-Theis wissen wollen
Drei Kandidaten treten in der Verbandsgemeinde (VG) Lauterecken-Wolfstein an, um Bürgermeister Andreas Müller (SPD) nachzufolgen: Neben Christian Sauer (parteilos) und Philipp Gruber (FWG) wirft auch Isabel Steinhauer-Theis (CDU) ihren imaginären Hut in den Ring. Beim RHEINPFALZ-Speeddating musste auch sie Oberstufenschülern des Veldenz-Gymnasiums Rede und Antwort stehen – unter anderem zu folgenden Fragen.
Was motiviert sie, sich für das Amt des Bürgermeisters zu bewerben?
„Ich mag es nicht, wenn nur über Politik gemeckert wird“, sagte Steinhauer-Theis. Dieser Grundsatz habe sie bereits vor mehr als 25 Jahren dazu bewogen, in die Kommunalpolitik einzutreten – und seit 2019 das Amt der Stadtbürgermeisterin in Lauterecken auszuführen. Entsprechend wisse sie, was die Bürger umtreibt – und wie so manche bürokratischen Hürden die Umsetzung von Projekten erschweren.
Was unterscheidet sie von Ihren Mitbewerbern?
Sie komme nicht aus der Verwaltung, sondern sei eine aus der Praxis, betonte Steinhauer-Theis. Die 49-Jährige ist ausgebildete Landwirtin und Hauswirtschafterin, hat außerdem ein Diplom in Betriebswirtschaft in der Tasche. Von daher kenne sie die Bedürfnisse der örtlichen Wirtschaft und Lebensrealität der Familien. Als weiteren Pluspunkt betrachte sie ihr „starkes Netzwerk“ mit Kontakten nach Mainz und Berlin, das bei Förderprogrammen für die Region von Vorteil sei. Ebenfalls betonte die CDU-Kandidatin: Sie wäre die erste Frau an der Spitze der Verbandsgemeinde, sollte sie gewählt werden.
Welche Themen möchte sie gerne als Bürgermeisterin anpacken?
„Wir sind eine Pendlerregion, das ist ein Problem“, sagte Steinhauer-Theis. Um zu verhindern, dass immer mehr junge Menschen die Region verlassen, brauche es weitere Industrieansiedlungen. In der Verantwortung sieht Steinhauer-Theis allerdings auch das Land: „Wir benötigen andere Förderprogramme, die nicht nur auf die großen Flächen abzielen.“ Ebenso stehe das Thema Ärztemangel als drängendes Problem auf ihrer Agenda: Damit es junge Mediziner auf das Land zieht, müssten die Rahmenbedingungen passen – mit genügend Kita-Plätzen, Einkaufsmöglichkeiten oder zusätzlichen Räumen, die beispielsweise für ein Medizinisches Versorgungszentrum genutzt werden könnten.
In welche Bereiche will sie am meisten investieren?
Steinhauer-Theis nannte die Pflichtaufgaben der Kommunen – allen voran die Feuerwehr sowie die Schulen, bei denen sie sowohl in Bezug auf die Gebäude als auch auf die digitale Ausstattung viel Luft nach oben sehe. „Wichtig ist aber, dass die Orte handlungsfähig bleiben und nicht finanziell ausbluten“, sagte sie. Das Land sowie der Bund seien gefragt, die Kommunen finanziell besser auszustatten, da die Anzahl der von oben auferlegten Pflichtaufgaben deutlich gewachsen sei.
Was will sie in der Verwaltung ändern?
Eines der Hauptanliegen sei, die Bürgerbüros der Verbandsgemeinde zugänglicher für den Publikumsverkehr zu machen. Beim Ordnungsamt wolle sie auf Augenmaß setzen, ohne die Rechtssicherheit zu verletzen. Ganz nach dem Motto: mehr Kommunikation statt Knöllchen bei jeder Bagatelle. Ebenso sprach sich Steinhauer-Theis für den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung aus, um Kosten einzusparen und Personal für andere Aufgaben freizustellen.
Wie möchte sie Bürger stärker in politische Entscheidungen miteinbeziehen?
Als Vorbild nannte die CDU-Kandidatin die Plattform „Mitmachen“ des Smart-City-Projekts „Land L(i)eben“: Auf der Internetseite www.mitmachen-landkreiskusel.de konnten Bürger beispielsweise Wünsche äußern, wie der Grillplatz Am Weiher in Lauterecken als eine von 13 sogenannter „Mitwirkungsflächen“ im Landkreis künftig aussehen soll. Um Einwohner an Projekten der Verbandsgemeinde zu beteiligen, könne sie sich ein ähnliches Portal vorstellen.
Was hält sie von den Handy-Regeln an Schulen?
Sie finde es gut, wenn die Nutzung von Handys an Grundschulen sowie für Minderjährige allgemein eingeschränkt werde, antwortete Steinhauer-Theis auf die Frage der Schüler. Ein Verbot für volljährige Schüler halte sie allerdings für überzogen: „Das halte ich für Bevormundung.“
Ist sie für eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre?
Wahlberechtigt sind in Rheinland-Pfalz bei den Landtags- und Kommunalwahlen nur Volljährige. Das soll auch so bleiben, wenn es nach Steinhauer-Theis geht: Erst ab 18 Jahren sei man „in der Tiefe in den Themen drin“, um sich eine eigene Meinung zu bilden, meint die CDU-Politikerin.
Strebt die 49-Jährige noch höhere politische Ämter an?
Dazu äußerte sich Steinhauer-Theis nicht direkt. Sie kündigte aber an, dass sie im Falle einer erfolgreichen Wahl auch gerne ein zweites Mal als Bürgermeisterin kandidieren wolle. Aus ihrer Tätigkeit als Stadtbürgermeisterin wisse sie, dass Projekte von der Planung bis zur Umsetzung wegen des langwierigen Genehmigungsprozesses viel Zeit benötigen. Zu lange wolle sie aber nicht das Amt bekleiden – immerhin lebe Demokratie von Abwechslung.