Altenglan Was Digitalbotschafter Peter Fritz in seinen Kursen erlebt

Bei den offenen Treffs von Peter Fritz (stehend, weißes T-Shirt) ist ganz schön was los.
Bei den offenen Treffs von Peter Fritz (stehend, weißes T-Shirt) ist ganz schön was los.

Als Digitalbotschafter hilft Peter Fritz Senioren und Seniorinnen im Umgang mit digitalen Geräten. In unserer Serie geht es dieses Mal um Katzenvideos und Entdeckungsreisen.

Als Digitalbotschafter des Landes Rheinland-Pfalz findet Peter Fritz immer wieder der gleichen Szene vor: Da sitzt jemand vor einem Smartphone, Tablet oder Laptop, weitergegeben von Kindern oder Enkeln, die sich ein neues Gerät angeschafft haben, und schaut es an, als wäre es ein Ufo. Für die Großeltern hatten sie nur die Botschaft: „Hier, Oma, Opa – viel Spaß damit!“

Natürlich wird das Gerät vorbildlich eingerichtet: Apps installiert, Passwörter vergeben, alles im Eiltempo erklärt. Nur leider gleicht die Einweisung meist einem Formel-1-Boxenstopp: Fünf Sekunden, 27 Fachbegriffe – und schon zischt die junge Verwandtschaft wieder ab. Zurück bleibt der Beschenkte mit der Frage: „Was hat er gerade gesagt? Und wo genau ist noch mal dieses WLAN?“

Schon allerhand kuriose Notrufe erlebt

Das führt laut Peter Fritz nicht selten zu kuriosen Notrufen: „Das Telefon will, dass ich mich mit einer Wolke verbinde!“ – gemeint ist die iCloud. „Mein Tablet spricht plötzlich mit mir – kann ich das ausschalten?“ – Hallo, Siri! Und sein Favorit: „Ich habe alles gemacht, wie mein Enkel sagte – jetzt ist der Bildschirm schwarz“ – ja, das Gerät ist ausgeschaltet.

Aber genau da kommt der Digitalbotschafter ins Spiel: Er hilft, wenn der Enkel im Erklärmodus wie ein ICE durchgerauscht ist und Oma noch an der Bushaltestelle steht. Sein Motto lautet: „Schritt für Schritt, langsam, mit Humor.“ Denn digitale Medien seien kein Hexenwerk – man müsse nur jemanden haben, der die Zaubersprüche in verständliche Sprache übersetzt.

„Wenn Oma das erste Katzenvideo verschickt“

Fritz: „Und wissen Sie was? Oft sind es genau die ,Neulinge’, die dann den größten Spaß daran haben. Wenn Oma das erste Katzenvideo verschickt oder Opa ein Selfie macht, das sich sehen lassen kann – dann ist klar: Digitalisierung hat nicht nur Tücken, sondern auch richtig Freude im Gepäck.“ Die wahre Freude an der Digitalisierung beginne genau da, wo man merkt: „Huch, das macht mich ja unabhängig!“

Plötzlich werde der Gang zur Bank deutlich kürzer – denn er führt nur noch bis zum Laptop. Überweisungen lassen sich bequem vom Sofa aus erledigen, und das ganz ohne Stift, Überweisungsträger und Schalterstunden.

Arzttermine? Früher: Telefonwarteschleife, nervöse Musik und die freundliche Stimme „Bitte bleiben Sie am Apparat.“ Heute: Zwei Klicks am Tablet, und der Termin steht – während nebenbei der Kaffee durchläuft.

„Aus Unsicherheit wird Selbstbewusstsein“

Und dann sind da noch die Kontakte: Enkelkinder, die nicht mehr nur aus dem Telefonhörer piepsen, sondern plötzlich lachend auf dem Bildschirm herumhüpfen. Alte Freunde, die man über Messenger-Gruppen wiederfindet. Neue Bekanntschaften in Online-Communitys, die einem zeigen: Ich bin nicht allein, und ich habe jede Menge zu sagen.

Das ist für Peter Fritz der Punkt, an dem die digitale Kompetenz ihre Magie entfaltet: „Aus Unsicherheit wird Selbstbewusstsein, aus Überforderung wird Freude. Und aus dem schüchternen ,Was soll ich denn mit so einem Gerät?’ wird ein stolzes ,Schick mir mal den Link, ich regel’ das schon.’“

Fritz’ Botschaft lautet: Digitalisierung ist kein Hexenwerk – sondern ein Türöffner in eine Welt, die man mit jedem Klick ein Stückchen mehr für sich entdeckt.

Kleine Missgeschicke gehören dazu

Genau deshalb bietet er regelmäßige Schulungen an – kein Frontalunterricht mit erhobenem Zeigefinger, sondern gemeinsame Entdeckungsreisen, wie er betont: „Wir klicken, tippen, wischen – und manchmal lachen wir auch herzlich über die kleinen Missgeschicke, die dazugehören. Denn seien wir ehrlich: Jeder von uns hat schon mal versucht, das Tablet lauter zu stellen und dabei versehentlich die Kamera eingeschaltet. Oder sich gefragt, warum der Bildschirm dunkel bleibt – und festgestellt, dass der Akku schlicht leer ist.“

In seinen Kursen sei das kein Grund zum Ärger, sondern zum Schmunzeln. Schritt für Schritt werde geübt, wie man Nachrichten verschickt, Bankgeschäfte erledigt, Arzttermine vereinbart oder einfach nur Fotos der Enkel anschaut, ohne dabei die halbe Cloud versehentlich zu löschen. Fritz: „Das Schöne ist: Mit jeder Übung wächst nicht nur die digitale Kompetenz, sondern auch die Freude. Man spürt, wie sich eine neue Freiheit auftut: ,Ich kann das – und zwar selbst!’“

Am Ende sei der größte Gewinn: Nicht nur Technik zu verstehen, sondern sie so zu nutzen, dass sie das Leben leichter, bunter und ein Stückchen unabhängiger macht.

Die Serie

Peter Fritz ist einer der rheinland-pfälzischen Digitalbotschafter im Landkreis Kusel. Eine Übersicht ist im Internet zu finden: https://digital-botschafter.silver-tipps.de/. Fritz bietet offene Treffs in Altenglan und Körborn an. In einer neuen monatlichen Serie berichtet Fritz von seinen Erlebnissen in den Gruppen, seinen Internetrecherchen und Themenschwerpunkten für Seniorinnen und Senioren. Autorin der Serie „Aus dem Leben von Dibo Fritz“ ist Anita Fritz, die Ehefrau des Digitalbotschafters.

In der Kolumne „Aus dem Leben von Dibo Fritz“ berichtet Peter Fritz von seinen Erlebnissen in der digitalen Welt.
In der Kolumne »Aus dem Leben von Dibo Fritz« berichtet Peter Fritz von seinen Erlebnissen in der digitalen Welt.
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