Glanbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Was die Adventsbude auf dem Dorfplatz besonders macht

In der Adventsbude in Glanbrücken ist willkommen, wer von der Alltagshektik abschalten will.
In der Adventsbude in Glanbrücken ist willkommen, wer von der Alltagshektik abschalten will.

Wie gut man den Alltag vergessen kann, zeigt sich in der Adventsbude in Glanbrücken schon lange. Wer eine kleine Holzhütte erwartet, wird nicht enttäuscht, aber überrascht.

In weihnachtlichem Ambiente entspannt essen und trinken, dabei nette Begegnungen machen, die Alltagshektik und den Vorweihnachtsstress vergessen – dafür stehen Adventsbuden. Weniger Trubel als klassische Weihnachtsmärkte, dafür mehr Gemeinschaft, das gilt für die Glanbrücker Version, die sich seit ihren Anfängen vor zehn Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Die Bude bildet mit dem großen geschmückten Weihnachtsbaum das Zentrum auf dem Dorfplatz, doch mit der Zeit wurde sie um zwei Zelte erweitert, sodass bei jedem Wetter, etwa nervigem Nieselregen, gefeiert werden kann.

Bis vor Weihnachten sowie am „Wannerschdaach“, dem 27. Dezember, stemmen die Vereinsgemeinschaft, um die sechs örtliche Vereine, die Straußjugend sowie der Gemeinderat freitags ab 18 Uhr und sonntags ab 17 Uhr im Wechsel den Betrieb. Jeder stellt seine Helfer und sorgt nicht nur für warme Getränke, sondern richtet auch ein Essen aus, berichtet Ortsbürgermeister Uli Röder. Zur Eröffnung wurde gegrillt, zu weiteren Treffen gibt es beispielsweise Kürbis- und Pizzasuppe, Gyros oder Würstchen.

Nicht mit der Zeltkerwe vergleichbar

Die benötigte Helferschar ist nicht vergleichbar mit der weit über das Glantal hinaus bekannten Zeltkerwe, bei der Heiko Höbel stets über 250 Dienste zu vergeben hat, aber dennoch eine Aufgabe, der sich die Vereine stellen. „18 Leute haben Hand in Hand alles aufgebaut“, erklärt der im Ort unter dem Spitznamen „Dachdecker“ bekannte Höbel. „Die Dorfgemeinschaft ist top, alles geht miteinander und füreinander. Die Zusammenarbeit klappt und schweißt zusammen.“

Am Ende werden die Einnahmen durch alle – zu jeweils gleichen Teilen – verteilt. Die Preise seien bewusst human gehalten, damit sich jeder den Besuch leisten könne. „Wir wollen nicht reich werden, dennoch bleibt was hängen“, erklärt Höbel – und möglich sei das nur durch die ehrenamtlichen Helfer, ergänzt der Ortsbürgermeister. Derweil kämen immer mehr Menschen jeden Alters und auch aus den umliegenden Orten zur Adventsbude, denn willkommen ist jeder.

Bunte Lichter, dafür keine Musik

Stammgast von der Eröffnung an ist Klaus Becker. „Das organisieren die Vereine im Ort, da geht man hin“, sagt er. Er schätzt auch die Atmosphäre, die mit bunten Lichtern – dafür ohne Musik – auskommt. „Die Leute wollen sich ja unterhalten“, sagt Becker. Auch für Werner Schreiner und seine Gattin ist die Adventsbude „wie die Kerb ein Pflichttermin, den wir mit Freude wahrnehmen“, erklärt er und lobt, dass selbst kleine Details stimmig sind. Neben weihnachtlicher Deko und kulinarischem Angebot wird auch auf Gemütlichkeit geachtet. Mit den Zelten wird dem Wetter getrotzt – und „durch den Hackschnitzelboden bleiben die Füße warm und trocken“. Vielleicht auch daher endete schon mancher Adventsbudentag erst mitten in der Nacht, wie Röder verrät.

Ein besonderer Höhepunkt ist der Besuch vom Nikolaus am 7. Dezember. Dafür können personalisierte Geschenke bis 5. Dezember beim Ortsbürgermeister abgegeben werden.

Die Serie: „Es weihnachtet sehr“

Von wegen verschlafene Westpfalz! Auch wenn im Landkreis Kusel der große zentrale Weihnachtsmarkt fehlt, wie ihn beispielsweise Kaiserslautern hat, so wird in den Städtchen und Dörfern im Kuseler Land in der Adventszeit meist ehrenamtlich einiges auf die Beine gestellt. Wir besuchen für die Serie „Es weihnachtet sehr“ in loser Folge Weihnachtsmärkte, Adventsfenster und andere Aktionen rund ums Fest. Eine Übersicht von Weihnachtsmärkten in der Westpfalz ist hier zu finden.

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