Landgeschichten Wandelndes Konken-Lexikon: Rudi Häßel ist der dritte Ehrenbürger der Gemeinde

 Ortsbürgermeister Christian Gießler (links) ernannte Rudi Häßel zum Ehrenbürger.
Ortsbürgermeister Christian Gießler (links) ernannte Rudi Häßel zum Ehrenbürger.

Leise Andeutungen über eine mögliche Auszeichnung hat Rudi Häßel am Samstagmorgen schon wahrgenommen, wie er der RHEINPFALZ verrät. Dennoch war die Überraschung beim Festkommers zur 900-Jahr-Feier in Konken dann doch so groß, dass er zuerst vor Rührung etwas sprachlos war, als Ortsbürgermeister Christian Gießler ihm die Urkunde zur Ehrenbürgerwürde überreichte.

Rudi Häßel ist nach Walter Becker und Winfried Bender der dritte Ehrenbürger in Konken. Das hatte der Gemeinderat noch kurz vor dem Festwochenende beschlossen. Damit würdigt die Gemeinde Häßels großen Einsatz für sein Heimatdorf. Vor 25 Jahren schrieb er schon eine umfassende Chronik zur 875-Jahr-Feier, jetzt erschien zum 900. Geburtstag Konkens eine Festschrift aus seiner Feder, in der er die Entwicklung des Dorfes in diesem Jahrhundert in den Vordergrund stellt. Im Mittelpunkt dabei: die Menschen aus dem Ort.

Zwei Jahre an der Festschrift gearbeitet

Rund zwei Jahre habe er an der Festschrift gearbeitet, auf 160 Seiten trägt er historische Eckdaten zusammen, wirft einen Blick auf Einwohner, Kulturdenkmäler und Landwirtschaft und hat dabei auch manche Anekdote aufgetan. „Das hat mir viel Freude gemacht“, verrät der Autor.

Unter anderem widmet sich Häßel auch der jüdischen Geschichte seines Geburtsorts. Bereits in den Westricher Heimatblättern beleuchtete er exemplarisch am Beispiel der Familie Sender das Schicksal von Juden in der Nazi-Zeit sowie den mühsamen Instanzenweg bei der Rückerstattung von Gebäuden und Grundbesitz und illustrierte anhand von Augenzeugenberichten, Gerichtsakten und Korrespondenzen, was der Familie Sender widerfuhr. Unterlagen dazu hatte er zuvor im privaten Familienarchiv gefunden.

Wandelndes Konken-Lexikon

Studiert hat Häßel an der Pädagogischen Hochschule in Kaiserslautern, seine erste Lehrerstelle trat er in Belgweiler im Hunsrück an. Nach einer Station an der Schule in Bledesbach war er in der Kreisstadt an der Luitpoltschule, an der Hollerschule und bis 2007 am Schulzentrum tätig. „Lehrer sein war mein Traumjob“, blickt er zurück.

„Ich war geschichtlich schon früh interessiert“, erzählt der frisch gebackene Ehrenbürger, schon im Erdkunde-Unterricht habe er eine Arbeit über Konken verfasst. Heute ist der pensionierte Pädagoge, der lange Jahre im Gemeinderat – auch als Erster Beigeordneter – tätig war, eine Art wandelndes Konken-Lexikon, kennt nicht nur Häuser und Namen. Das liegt vielleicht auch daran, dass er – bis auf eine kurze Station im Hunsrück – nie wirklich aus Konken weggegangen ist. Urlaub in Frankreich, den gönnt sich der verheiratete Vater von zwei Kindern und doppelte Großvater allerdings immer wieder gerne. Aber sonst gilt für ihn: „Hier bin ich geboren, hier bleibe ich auch!“

Die Serie

In der neuen Rubrik „Landgeschichten“ wollen wir künftig von Menschen erzählen, die etwas Besonderes geleistet haben oder sich engagieren – ob in einem Verein, einer Gruppe für eine Veranstaltung oder ihre Mitmenschen. Die Rubrik soll zu einer bunten Sammlung an Geschichten aus dem Landkreis Kusel werden. Echte Landgeschichten eben.

x