Altenglan
Viel mehr als backen: Was die Ziele des neuen Altenglaner Landfrauenvereins sind
Der Verein Herzdrigger Landfrauen Altenglan ist gut aus den Startlöchern gekommen: Bereits 17 Eintritte sind zu verzeichnen, erzählt Liane Backes-Kreckmann, Vorsitzende des neu gegründeten Vereins – und es gebe weitere Interessentinnen. Die Mitglieder seien zwischen Ende 20 und Anfang 60 Jahre alt, darunter seien auch zwei junge Mütter mit ihren Babys. Darüber freut sich Backes-Kreckmann sehr. „Das ist kein Hindernis, sondern eine Bereicherung“, sagt sie mit Blick auf die Kleinen. Laut der Satzung, die am 27. April festgelegt wurde, können auch Männer Mitglieder werden.
Den Impuls zur Vereinsneugründung habe Ortsbürgermeisterin Yvonne Draudt-Awe (Votum) gegeben. Diese sei vom Kreisverband der Landfrauen angesprochen worden, ob sie eine Informationsveranstaltung organisieren würde. Silvia Jung vom Landfrauenverein Bedesbach stellte beim ersten Treffen deren Arbeit vor und räumte dabei mit dem weit verbreiteten Klischee auf, dass diese sich ausschließlich auf Backen und Basteln beschränke. 25 bis 30 Frauen seien mit von der Partie gewesen, berichtet Backes-Kreckmann. Schnell sei deutlich geworden, dass großes Interesse an einem neuen Verein bestehe.
Sich erst mal gegenseitig kennenlernen
Bei der nächsten Zusammenkunft sei der Termin für die Gründungsversammlung festgelegt worden. „Ein beachtlich zügiger Prozess innerhalb von nur vier Wochen“, merkt die Altenglanerin an. Unterstützung gab es in der Versammlung von Isabel Steinhauer-Theis, Präsidentin des Landfrauenverbands Pfalz, und von Sladana Schönborn, Vorsitzende des Kreislandfrauenverbands Kusel.
Der Verein befinde sich noch in der Findungsphase – ein fester Jahresplan oder regelmäßige Treffen seien deshalb bislang nicht festgelegt worden, erzählt sie weiter. Nichtsdestotrotz soll bis zum Jahresende ein erster kleiner Veranstaltungsplan umgesetzt werden. Vorgesehen sei unter anderem eine gemeinsame Wanderung, die dem gegenseitigen Kennenlernen dienen und die Gemeinschaft stärken soll. Darüber hinaus seien erste Ideen vorhanden, wie Einnahmen generiert werden könnten – beispielsweise durch die Teilnahme an Veranstaltungen mit kulinarischen Angeboten wie Kuchen, aber auch anderem.
Menschen miteinander verbinden
„Persönlich hätte ich mir früher nicht vorstellen können, Teil eines Landfrauenvereins zu sein, da das Image auf mich lange Zeit veraltet gewirkt hat“, sagt Backes-Kreckmann. Ein Gespräch mit einer Frau, die sie zuvor nicht gekannt habe, obwohl sie nahezu Nachbarn seien, habe ihre Sichtweise geändert. „Dieses Beispiel zeigt, dass selbst in kleineren Orten wie Altenglan ein enger Austausch nicht mehr selbstverständlich ist.“ Viele Menschen seien neu zugezogen oder durch ihre berufliche Tätigkeit stark eingebunden und hätten bislang wenig Gelegenheit zur Vernetzung gehabt, meint sie.
Der Verein solle eine Plattform bieten, um Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und Gemeinschaft zu erleben. „Gleichzeitig ist es mir ein persönliches Anliegen, das Interesse von Frauen an kommunalpolitischen Themen zu stärken. Denn Frauen sind in diesem Bereich nach wie vor unterrepräsentiert“, betont die Vorsitzende.
Landfrauenarbeit ist viel mehr als Backen
Die moderne Landfrauenarbeit umfasse heute weit mehr als traditionelle Tätigkeiten. Im Fokus stünden insbesondere Bildungs- und Weiterbildungsangebote, beispielsweise im Bereich Gesundheit. Darüber hinaus engagierten sich die Landfrauen in der politischen Interessenvertretung, etwa für Chancengleichheit von Frauen im Beruf sowie für eine gleichberechtigte Teilhabe in Bildung, Wirtschaft, Kultur und Politik. Abschließend merkt Backes-Kreckmann an, dass eine solche Neugründung nur mit einem guten Team funktioniere, in dem jede Frau ihre Stärken einbringe. Das Vorstandsteam besteht neben ihr aus der Vorsitzenden Tanja Groß, der Kassenwartin Sabine Forster und Beisitzerinnen. Gemeinsam nehmen die Frauen nun die nächsten Schritte in Angriff – und hoffen auf viele neue, begeisterte Mitglieder.