Lauterecken-Wolfstein RHEINPFALZ Plus Artikel „Verwaltung für Bürger und Ortsgemeinden da“: Philipp Gruber (FWG) will Bürgermeister werden

Könnte – so der Wähler will – 32 Jahre lang im Amt bleiben: Philipp Gruber (FWG), einer von drei Bewerbern für den Chefsessel de
Könnte – so der Wähler will – 32 Jahre lang im Amt bleiben: Philipp Gruber (FWG), einer von drei Bewerbern für den Chefsessel der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein.

„Wir müssen raus aus der Komfortzone“: Philipp Gruber fordert Mut zur Veränderung. So einiges verbessern möchte der FWG-Mann als Bürgermeister der VG Lauterecken-Wolfstein.

Ein Argument – augenzwinkernd vorgetragen – spricht doch klar für ihn: Philipp Gruber wäre als Bürgermeister die günstigste Lösung für den Steuerzahler. Und die nachhaltigste obendrein. „Ich kann ja als einziger dreimal wiedergewählt werden“, stellt der 39-Jährige beinahe belustigt fest. Er ist der jüngste im Bewerbertrio. Und mit 63 wäre ihm, nach Ablauf der dritten Amtsperiode, eine weitere Kandidatur erlaubt. Das wären dann also 32 Jahre in Diensten der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, beginnend Ende Mai.

Dass im Falle eines Wahlerfolgs womöglich reichlich Zeit bliebe, um etwas zu reißen, heißt aber nun nicht, dass es Gruber gemächlich angehen will: Den ausgewiesenen Verwaltungsfachmann bringt nämlich einiges zum Grummeln. Gruber sitzt im VG-Rat, ist dort Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, er ist bei der Kreisverwaltung in Kusel tätig und außerdem Ortsbürgermeister in St. Julian. Mithin weiß er genau, wie der Hase läuft und wo selbiger im Pfeffer liegt. Verbesserungsbedarf hat Gruber längst ausgemacht. Etwa die Bürgernähe betreffend: Da werde sich einiges ändern, verspricht Gruber. „So oder so.“

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Bürgermeistersessel schon länger im Visier

„Nicht nur schimpfen – machen!“ So bringt der Diplom-Verwaltungswirt einen Beweggrund auf den Punkt, warum er gerne den prima Job im Kreisentwicklungsbüro aufgeben und „heimatnäher“ nach Lauterecken umziehen möchte. „Ich glaube, dass ich an dieser Stelle am besten etwas bewegen kann“, meint Gruber mit Blick auf den Bürgermeistersessel. Den hat er übrigens schon relativ lange im Visier: Seit gut zehn Jahren liebäugele er damit. „Das ist mein Ziel“, bekennt Gruber klipp und klar.

Dass er die große berufliche Herausforderung vor der Haustür sucht und hier weiterhin gestaltend tätig sein möchte, hat mit Grubers Heimatverbundenheit zu tun. Früh sei für ihn klar gewesen, dass er der Westpfalz nach dem Abitur in Lauterecken nicht den Rücken kehrt, sondern auf Dauer bleiben möchte.

So kam es denn auch: Gruber schlug die Verwaltungslaufbahn ein, war als Bereichsleiter für die Draisinenstrecke zuständig, kümmert sich heute um Kreisentwicklung und interkommunale Zusammenarbeit, hat sich spezialisiert auf Erkundungen des Dickichts an Förderprogrammen – und hat auch die künftige gemeinsame Tourismus GmbH von Landkreis, dessen drei Verbandsgemeinden und benachbarter Gebietskörperschaften vorangetrieben.

Kerwepfarrer, Feuerschlucker, Drachenflieger

Wohlwissend um die Möglichkeiten, die Fördertöpfe so bieten, hat Gruber in seinem Heimatdorf einiges bewegen können, wie er sagt: Das manifestiert sich vor allem im Mehrgenerationenplatz, einem weithin beachteten Projekt. In St. Julian hat Gruber nach eigenem Bekunden schon früh Verantwortung übernommen. Das ehrenamtliche Engagement begann demnach bei der Straußjugend. Viele Jahre marschierte Gruber dort vorneweg, hat die Straußrede stets selbst geschrieben, auch nach dem Abschied als Kerwepfarrer noch jährlich gereimt. So wie es einst seine Oma getan hat. Und weil er ihr nachgeeifert hat und das Andenken hochhält, hat er sich eben auch im Landfrauenverein eingeschrieben, in dem die Großmutter aktiv war.

„Ich hab’ schon vieles ausprobiert“, bekennt der Familienvater, bei dem zu Hause inzwischen ein gerade drei Jahre alt gewordenes Töchterchen die Hauptrolle spielt. Zu seinem früheren Zeitvertreib zählten auch durchaus spektakuläre Aktivitäten: Er hat sich als Feuerschlucker verdingt, war als Drachenflieger aktiv und dabei Vorsitzender eines saarländischen Klubs. Närrisch war er gerade vor Kurzem wieder unterwegs – als Sitzungspräsident beim Karnevalverein Wilder Haufen in Hinzweiler.

Als wäre das nicht genug, hat Gruber auch schon manchen Halbmarathon gelaufen, erzählt er der RHEINPFALZ. Seit geraumer Weile aber fehle schon die Zeit, um genügend zu trainieren. Aus Zeitmangel habe er auch der Fliegerei-Leidenschaft abschwören müssen.

„Wir müssen raus aus der Komfortzone“

Allzu viel Zeit bliebe auch im Bürgermeisteramt nicht. Zumal die Herausforderungen hoch sind. Gruber betont, dass die Verwaltung in erster Linie ihre Arbeit für die Ortsgemeinden erfüllen und mithin für die Bürger da sein müsse. Angesichts des Fachkräftemangels und finanzieller Nöte werde es einiger Anstrengungen bedürfen, aber auch guter Ideen.

Konkrete Strategien, um die Verwaltung effektiver zu machen und auch Geld einzusparen, hat Gruber in seinem Programm benannt, das er seit vergangenem Herbst in fast allen Gemeinden der VG präsentiert. Ganz wesentlich aber sei insgesamt der Mut zur Veränderung. „Wir müssen raus aus der Komfortzone“, fordert der FWG-Mann.

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