Schach
Verdienter Lohn für den SC Pachmann Thallichtenberg: Aufstieg geschafft
Der Schachclub Pachmann Thallichtenberg hat sein großes Ziel erreicht: Mit einem hart erkämpften 4,5:3,5-Auswärtssieg beim SK Worms II sicherte sich die Mannschaft am letzten Spieltag der 2. Rheinland-Pfalz-Liga die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die 1. Rheinland-Pfalz-Liga.
Die „Pachmänner“ traten in Bestbesetzung mit ihren ersten acht Spielern an – und wurden ihrer Favoritenrolle unter enormem Druck gerecht. Denn klar war: Nur ein Sieg würde reichen, um den Tabellenzweiten SK Kaiserslautern 05 II auf Distanz zu halten. Dessen Erfolg gegen Schlusslicht Birkenfeld galt als Formsache – und bestätigte sich mit einem deutlichen 6:2, begünstigt durch vier kampflose Punkte.
Nervenschlacht in Worms
Die Begegnung in Worms entwickelte sich entsprechend zu einer Nervenschlacht. Thallichtenberg setzte erstmals seit zwei Jahren wieder auf Reinhold Müller am Spitzenbrett – eine Entscheidung, die sich auszahlte. Müller gewann seine Partie und erfüllte die Erwartungen.
Nach einer Niederlage von Siegfried Warter (Brett 4), einem kampflosen Punkt für Tobias Burkhardt (Brett 7) sowie Remis durch Markus Müller (2), Holger Diehl (6) und Stanley Yin (8) führten die Gäste mit 3,5:2,5. Die Entscheidung fiel durch die letzten beiden Partien: Volker Schneider (Brett 3) stand zwischenzeitlich unter Druck, während Marcel Agne Vorteile besaß. Nach rund fünf Stunden Spielzeit endeten jedoch beide Partien remis – genug, um den knappen Gesamtsieg und damit die Meisterschaft perfekt zu machen.
Markus Müller und Volker Schneider Brettbeste
Auch in der Einzelwertung gab es Grund zur Freude: Markus Müller und Volker Schneider wurden jeweils Brettbeste. Der Titelgewinn kommt überraschend. Gleich am ersten Spieltag unterlag Thallichtenberg noch knapp mit 3,5:4,5 gegen Kaiserslautern. „Da dachte ich, die Saison ist schon gelaufen“, erinnert sich Markus Müller. Doch es folgte eine beeindruckende Serie von acht Siegen in Folge, während die Konkurrenz Punkte liegen ließ.
Als Schlüssel zum Erfolg nennt Müller die Erfahrung des Teams: „Wir sind eine Mannschaft mit vielen Haudegen.“ Diese Routine habe sich besonders in kritischen Momenten ausgezahlt – etwa bei der richtigen Einschätzung von Remisangeboten. Auch Ulrich Siebert, der 4,5 Punkte aus sechs Partien beisteuerte, hebt den starken Teamgeist hervor. Am letzten Spieltag reisten sogar acht Ersatzspieler als Unterstützer mit nach Worms.
Vorläufiger Höhepunkt einer langen Entwicklung
Der Aufstieg markiert den vorläufigen Höhepunkt einer langen Entwicklung. Nach erfolgreichen Zeiten in den 1980er-Jahren, als Großmeister Ludek Pachmann für den Verein spielte, folgte ein tiefer Fall bis in die 2. Pfalzliga. Doch nach Jahren der Durststrecke kämpfte sich der Club zurück – über die 1. Pfalzliga zur 2. Rheinland-Pfalz vor zwei Jahren bis nun in die höchste Spielklasse des Landesverbandes. Ein verdienter Lohn für eine Saison voller Nervenstärke, Erfahrung und Teamgeist.