Kusel US-Armee als Arbeitgeber gefragt

Die Airbase Ramstein.
Die Airbase Ramstein.

Bei der gemeinsamen Jobmesse des Jobcenters Kusel und der US-Armee war der Andrang groß.

Bereits um 9.40 Uhr standen erste Interessierte Spalier und wollten sich informieren. Dabei sollte die Veranstaltung pünktlich um 10 Uhr losgehen. Peter Simon, Geschäftsführer des Jobcenters Kusel, bat die Menschen umgehend herein.

143 Besucher wurden gezählt, vergleichbar mit dem Vorjahr, als die Messe zum ersten Mal in der Fritz-Wunderlich-Halle auf dem Roßberg stattfand. Einige Besucher wollten sich nur über die Breite der Jobangebote informieren, andere dagegen suchten spezifischer. Ein jüngerer Mann befürchtet, der weitere Stellenabbau in der Region könne zum Jobverlust führen: „Da guckt man sich vorsichtshalber lieber um. Die Jobs hier werden immer weniger.“

Zwischen Baumholder und Ramstein

Das betonte auch Peter Simon: „Opel in Kaiserslautern baut Stellen ab. Bei der Michelin in Homburg sind es sogar 1500. Die US-Amerikaner sind ein guter Gegenpol. Sie bringen Jobs in die Region.“ Ginger Sullenberger, die seit über 40 Jahren für die US-Armee tätig ist, ging noch mehr in die Tiefe. „Es sind nicht nur die Jobs, die gut bezahlt sind, sondern auch die vielen Vorteile, die die Amerikaner mitbringen. Vor allem Devisen.“

Das sehe man in vielen Orten in der Region. „Baumholder und Ramstein zum Beispiel. Die Einwohner heißen die Amis willkommen. Man freut sich auf ihre Anwesenheit. Die Wirtschaft wird angekurbelt, Gastrobetriebe erzielen Umsätze, statt zu schließen, Leute gehen in den Städten bummeln.“ Da müsse man ein paar Jahrzehnte zurückblicken, wie es damals in Kusel war. Dazu komme, dass die Arbeit wirklich attraktiv gestaltet sei. Sullenberger zählte auf: „Wir bekommen die deutschen und die amerikanischen Feiertage frei, plus eine Stunde Arbeitszeit weniger am Tag davor.“ Das arbeite der Arbeitnehmer dann täglich in einer extra Viertelstunde ab, aber die merke man gar nicht. „Was sind denn schon 15 Minuten?“

Nicht nur die Löhne und das Freizeitprogramm scheinen attraktiv zu sein. Der Aufstieg ginge schnell und man würde ermutigt, vieles auszuprobieren, so Sullenberger: „Es ist nicht so wie in Deutschland, dass man jahrelang das Gleiche macht. Die Amerikaner hier sammeln in allen Jobs Erfahrung und steigen so innerhalb von kürzester Zeit in einer Lohntabelle auf.“ Nach den ersten drei Monaten gäbe es eine Erhöhung, auch für deutsche Mitarbeiter, vom Hilfsgärtner bis zum Ingenieur, jeder könne einsteigen.

Amerikaner auf den Windhof?

Auch auf die Nachfrage nach dem Sozialsystem in den USA gibt es eine prompte Antwort. „Man bleibt weiter im deutschen Sozialsystem und zahlt auch in die Rente ein.“ Mitarbeiter seien also abgesichert, und man profitiere von beiden Seiten. „Ich habe heute schon zwei Ausbildungsplätze vergeben. Wir suchen wirklich in allen Bereichen“, berichtet Sullenberger. In den Standort Baumholder im Kreis Birkenfeld solle wieder investiert werden, in die Modernisierung der Kasernen und den Bau von Town Houses. Viel Geld, von dem die Stadt profitiere.

Dass die Amerikaner die ehemalige Bundeswehr-Kaserne auf dem Windhof künftig nutzen könnten, wird auf den Gängen auch diskutiert. Kusel liege geografisch genau in der Mitte, wäre also für Familien, bei denen ein Partner in Baumholder und der andere in Ramstein arbeite, optimal.

Die Kaserne auf dem Windhof.
Die Kaserne auf dem Windhof.
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