Kreis Kusel
Tod auf Bahngleis und Pläne der Bundeswehr ziehen Leser digitaler Zeitung in den Bann
Zwei Jahre lang war Mieze Lilli weg – spurlos verschwunden. Dass sie just zum Weihnachtsfest nach Hause fand und sich von „Frauchen“ Marga Clos in die Arme schließen ließ, war das i-Tüpfelchen auf einer wunderbaren (und wahren) Geschichte. Dies haben auch die Leserinnen und Leser der RHEINPFALZ so gesehen. Zumindest jene, die den Beitrag über die Heimkehr von Katze Lilli zu der 87-jährigen Marga Clos, zu deren Sohn Thomas und Schwiegertochter Doris Clos in die Altenglaner Gärtnerei unserem Online-Angebot angeklickt haben. Da sich bei der digitalen Ausgabe Verkehr messen lässt, wissen wir, dass der Beitrag – erschienen kurz vorm Weihnachtsfest – auf großes Interesse gestoßen ist.
Mit die größte Aufmerksamkeit erlangte 2025 die Berichterstattung zu dem schrecklichen Unfall, der sich am Bahnübergang nahe der Kuseler Kläranlage ereignet hat. Ein Zug hatte ein Auto erfasst, in dem vier Frauen saßen. Eine 16-jährige Mitfahrerin kam ums Leben. Drei weitere Beteiligte – die damals 51-jährige Fahrerin, die 48-jährige Mutter und die 13 Jahre alte Schwester des Todesopfers – erlitten schwere Verletzungen.
Passiert war der Unfall am 12. August um die Mittagszeit. Die RHEINPFALZ berichtete auch an den folgenden Tagen über den Vorfall, der viel Aufmerksamkeit erregte. Unter anderem beschrieb ein Zugführer gegenüber der RHEINPFALZ, wie sich die im Schienenfahrzeug Verantwortlichen an den Bahnübergängen zu verhalten haben. Die Bahn ließ wissen, dass fortan für den Übergang rigorosere Sicherheitsrichtlinien – etwa die Geschwindigkeit betreffend – aufgestellt worden seien. Was nicht ausblieb, war eine teils über die Zeitung ausgetragene Diskussion über die Sicherheitslage an dem Bahnübergang. Kaum war es passiert, wurde schon die Installation von Schranken gefordert.
Leser der RHEINPFALZ erfuhren noch am Tag des Unglücks, was sich zugetragen hatte. Sie konnten wenig später schon lesen, dass die Regionalbahn von Kusel nach Kaiserslautern mit rund 20 Personen besetzt war, die mit einem Schrecken davonkamen. Polizei, medizinische Retter und Feuerwehr waren mit gut 100 Kräften im Einsatz. Übrigens: Die Ermittlungen sind noch immer nicht abgeschlossen.
Gewerbefläche, Hochschuldependance, US-Militärstandort – Begriffe, die ins Gespräch kamen, sobald über eine mögliche künftige Nutzung der früheren Kuseler Kaserne diskutiert wurde. Was lange nicht genannt wurde, inzwischen aber das heißeste Eisen ist: die mögliche Rückkehr der Bundeswehr.
„Es ist klar, dass die Bundeswehr personell kräftig aufgestockt wird“, sagte der Oberstabsfeldwebel a. D. Thomas Danneck, seines Zeichens Landkreis-Beauftragter für das Kasernenareal, schon im Mai. Also habe er, Danneck, Verbindungen zu alten Weggefährten genutzt, um den früheren Bundeswehrstandort Kusel wieder ins Gespräch zu bringen. Offenbar mit Erfolg: Das Ministerium hat Kusel jedenfalls auf dem Schirm. Der Windhof gilt als einer von gut 200 Standorten, die reaktiviert werden könnten.
Zum Wind, der rund um den Windhof entfacht worden ist, hat ein Ereignis ganz prima gepasst: Ende August ist erstmals seit dem Abzug des Bataillons nach Idar-Oberstein zwölf Jahre zuvor wieder ein Appell in Kusel abgehalten worden. Die Marktwiese in der Kreisstadt war Schauplatz eines feierliches Gelöbnisses der zuvor in Kusel stationierten Artillerieeinheit aus Idar-Oberstein. Auch dies verfolgten RHEINPFALZ-Leser mit Interesse.
Panzer Patria soll in Freisen konstruiert werden
Spielt die Region militärisch seit langer Zeit schon eine Rolle, so wächst die Bedeutung nun auch abseits des neuen US-Hospitals und weiter an – jetzt auch auf dem Feld der Rüstungsindustrie. In Freisen wird das KNDS-Werk erweitert. Anfang September genehmigte der Verteidigungsausschuss des Bundestages die Entwicklung eines neuen Transportpanzers. Das KNDS-Werk wird erweitert, damit das Rüstungsunternehmen KNDS Maintenance GmbH, bislang vor allem auf die Wartung von Fahrzeugen der Bundeswehr spezialisiert, um einen Fertigungszweig wachsen kann – für ein Mustermodell für die Serienfertigung des Transportpanzers Patria.
Weitaus mehr als die für zwei Jahre aushäusige Katze der Altenglaner Gärtnerei Clos hat ein anderes Tier die Leser in seinen Bann gezogen. Kein bestimmtes, nur eine bestimmte Spezies. Die aber verbreitet in der Tat bei einigen Angst und Schrecken.
Wolf bürgt für viel Gesprächsstoff
Der Wolf bürgt jedenfalls für jede Menge Gesprächsstoff. Kurz vor Weihnachten bestätigte sich der Verdacht: Nach einem Wolfsriss im April bei Brücken im Südkreis war ein zweiter Vorfall – im Norden des Kuseler Landes – mit Sicherheit einem Wolf zuzuordnen.
Vor vier Wochen waren bei einem Angriff auf eine Schafherde in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein zwei der Tiere getötet, zwei weitere verletzt worden. Die DNA-Probe konnte einem Wolf der Alpen-/Italienischen Population zugewiesen werden.
„Großer Beutegreifer“ am Werk
Nach einem weiteren mutmaßlichen Wolfsriss Mitte Dezember bei Niederalben hat am ersten Weihnachtsfeiertag ein Tierhalter mehrere tote Nutztiere auf einer Wiese gefunden. Erst eine DNA-Probe bringt allerdings Gewissheit, bis dahin ist stets vorsichtshalber von einem „großen Beutegreifer“ die Rede.
So war denn auch am ersten Weihnachtsfeiertag eine Mitarbeiterin des Wolf-Dokumentationszentrums bei Eschenau zu Gange, um den Angriff auf eine Herde Ziegen zu dokumentieren und DNA-Abstriche zu nehmen. Mit einem Ergebnis kann nun erst ab Mitte Januar gerechnet werden. Festzuhalten aber ist schon jetzt: Der Wolf treibt sich auch im Landkreis Kusel herum. Ein Jäger hat sogar ein Exemplar mit seiner Wildkamera „einfangen“ können.
Wie sich auch im vergangenen Jahr anhand der Klick-Auswertung wieder bestätigt hat: Die RHEINPFALZ-Leser eint das große Interesse an Neuigkeiten über Bewegungen in der Gastronomie-Szene. So hat es der Beitrag über den bevorstehenden Abschied von Roberto Simonetti aus dem Kuseler Eiscafé San Marco sogar unter die ersten 20 geschafft.
Simonetti war 45 Jahre in Kusel. Nicht minder lange im Geschäft ist eine „alte“ Bekannte aus der Musikszene, von der jeder schon mal gehört haben dürfte: Nena (die mit den 99 Luftballons) war Anfang August in St. Wendel bei einem Festival aufgetreten. Der Bericht über den Auftakt des Musikereignisses landete sogar noch knapp vor dem über „Eismann“ Simonetti, der zwischenzeitlich sogar Rekordhalter im Eiskugelstapeln war.
Gleichauf mit Nena: Johannes Huber und Otto Rubly, die den Wachwechsel an der Kreisspitze verkörpern. Huber hatte die Wahl gewonnen und war am Jahresende Rubly ins Amt gefolgt. Unser Blog zur Wahl und die ausführliche Berichterstattung über den Amtswechsel hatte ebenfalls reichlich Leser-Interesse auf sich gezogen.