Sparen mit der RHEINPFALZ
Tipps vom Fahrlehrer: Durstige Motoren bändigen
Er ist gern selber schnittig unterwegs – fährt nach Feierabend allerdings auch bei höherem Tempo durchaus mit Bedacht. Auf Sicherheit, wie sich’s gehört für einen Fahrlehrer, aber auch auf auch sparsamen Verbrauch. „Es heißt immer, SUVs seien Spritfresser. Man kann aber einen BMW X5 mit 5,2 statt mit neun Litern fahren“, weiß Markus Haaß. Vorgemacht hat’s ihm sein Vater Klaus, Gründer der Fahrschule, die Markus Haaß heute führt. Der Senior war stets gern auf Minus-Rekordjagd.
Was macht nun falsch, wer einen Durchschnittsverbrauch im zweistelligen Bereich bejammert? „Es sind viele Faktoren“, sagt Haaß, der aus Jettenbach stammt und in Eschenau beheimatet ist. Der Reihe nach. Los geht’s. „Halt. Schon verkehrt“, korrigiert er. Nicht starten. Sitze einstellen, Krimkrams verstauen, anschnallen, Radiosender suchen – was auch immer vor Fahrtantritt zu erledigen ist, sollte nicht bei laufendem Motor erledigt werden. Warmlaufen lassen ist auch eine Umweltsünde. „Starten und zügig losfahren.“ Zuvor aber sei noch ein Blick auf Beifahrer-, Rücksitz und in den Kofferraum empfohlen. „Alles raus, was nicht mit muss. Die Schwiegermutter aussteigen lassen“, witzelt Haaß. „Im Ernst aber: Jeder Ballast kostet Kraftstoff.“ Das gelte auch für Fahrrad- und Dachgepäckträger, sogar das Gestänge.
Auch Bremsbeläge profitieren
Ab den ersten Metern gilt dann bis zum Ziel: vorausschauend fahren. Abstand halten, vernünftig schalten – früh hoch, spät zurück. Und möglichst oft ausrollen lassen, allerdings nicht im Leerlauf. Das kostet Treibstoff. Bremst allein der Motor, ist der Verbrauch bei null.
Apropos Bremse: Vorausschauend fahren schont die Beläge, abbremsen und wieder beschleunigen treibt hingegen den Verbrauch hoch. Selbiger wird übrigens auch durch den verschmutzten Luftfilter immens hochgetrieben. „Inspektion ist wichtig“, sagt der Fachmann. Sogar der Reifendruck spielt dabei eine Rolle. „Es gibt Automodelle, bei denen ist ein Eco-Luftdruck eigens empfohlen. Der liegt etwas über dem normalen“, erläutert der Inhaber der Academy-Fahrschule Haaß.
Vorm Berg doch besser mal Gas geben
So, raus aus Dorf oder Stadt, wo an Ampeln die Startautomatik Spritspardienste leistet und schon beim Annäherung an Rotlicht keinerlei Gas mehr gegeben wird. Rollen, aber nicht auskuppeln, empfiehlt der Experte. Was hinterm Ortsschild folgt, ist dann aber auch eine Frage des Naturells. Wer Zeit hat und entsprechend fährt, kann sparen. Bei der ersten Steigung aber stellt sich das schon die Frage: Wie gehen wir das an? „Lieber flott mit mehr Gas ein Tempo erreichen, dass dann berghoch mit nur geringem Druck aufs Pedal zu halten ist.“
Grundsätzlich gilt: Das Tempo entscheidet wesentlich mit, wie oft der Tankstellenstopp nötig ist. „Doppelte Geschwindigkeit bedeutet vierfacher Luftwiderstand.“ Dem wiederum ist nur mit Gasgeben beizukommen.
Prüfungsfrage macht Zusammenhang deutlich
Auf der Autobahn angelangt, macht diesen Zusammenhang eine mögliche Frage aus der theoretischen Führerscheinprüfung deutlich: Statt 130 fahre ich mit Tempo 160. Wie viel mehr an Kraftstoff schluckt der Motor? Die Antwort müssen Fahrschüler nicht errechnen können. Auswendig lernen reicht, aber das Nachdenken darüber sei ratsam: Steigt die Tachonadel nur um 30 Stundenkilometer nach oben, saugt der Motor doch sage und schreibe 36 Prozent mehr Kraftstoff an. Die Befürworter von Höchsttempo 130 haben also allein vom möglichen Energiespareffekt her betrachtet ein sehr gutes Argument.
Statt mit politischen Diskussionen beschäftigt sich Markus Haaß dann aber noch rasch mit einem weiteren Spar-Aspekt. Deren gäbe es noch so einige zu beleuchten. Auf einen der wesentlichen kommt der Fahrlehrer bei der letzten (scherzhaften) Frage zu sprechen: Wenn man nun so brav gespart hat, darf man dann zur Entspannung nach Feierabend das Plus in ein kleines Straßenrennen investieren? „Keine gute Idee“, findet der Verkehrsfachmann. „Schädlich für Leib und Leben, Führerschein, Strafregister.“ Haaß weiß was Besseres: „Lieber abends tanken, dann sinken in aller Regel die Preise.“