Jettenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Tierheim Jettenbach: Viele Vermittlungen, dennoch häufig wenig Platz

Sorgen dafür, dass alles im Tierheim Jettenbach rund läuft: CJD-Einrichtungsleiter Sven Merkel sowie die Mitarbeiterinnen Sharon
Sorgen dafür, dass alles im Tierheim Jettenbach rund läuft: CJD-Einrichtungsleiter Sven Merkel sowie die Mitarbeiterinnen Sharon Mae Küting, Jennifer Bogen und Cornelia Budenhofer. Vorne mit Hündin Lieselotte (13): Tierheim-Leiterin Kerstin Drebinski.

Viele Vermittlungen, aber begrenzte Plätze: Wie das Tierheim Jettenbach mit Beschlagnahmungen umgeht – und warum eigentlich immer Helfer gesucht werden.

Das Tierheim auf dem Gangelbornerhof am Ortsrand von Jettenbach wird seit 2012 vom CJD Wolfstein betrieben. Die Einrichtung erfüllt eine doppelte Funktion: Sie nimmt herrenlose Tiere auf und beschäftigt zugleich Menschen mit Behinderung. Neben Leiterin Kerstin Drebinski sind dort vier Personen in Voll- und Teilzeit beschäftigt, sagt Sven Merkel, der beim CJD Wolfstein die Eingliederungshilfe im Wohnbereich und in den Betrieben leitet.

Von den acht Betrieben mit insgesamt 45 Plätzen, in denen das CJD Menschen mit Einschränkungen eine sinnstiftende Aufgabe bieten will, ist das Tierheim der kleinste. Dort sind zwei Menschen mit Einschränkungen im Einsatz. Sie werden von sozialpädagogischen Begleitern bei der Arbeit betreut und angeleitet. Sie helfen unter anderem bei Reinigungsarbeiten, gehen mit zutraulichen Hunden spazieren und beschäftigen oder füttern die Katzen im Gehege.

Vor allem bei Hunden kann es eng werden

Die Einrichtung bietet Platz für 25 Hunde und bis zu 40 Katzen sowie weitere Heimtiere, sagt Merkel. Platzmangel ist immer wieder ein Problem – vor allem bei größeren Abgaben oder Beschlagnahmungen. Bei Hunden wird es besonders schnell eng, weil sie in Einzelboxen untergebracht sind, ergänzt der Sozialpädagoge und ausgebildete Tierphysiotherapeut. „Wir können die Tiere nicht in Käfigen stapeln“, sagt Drebinski.

Rückblick: „Im Rahmen mehrerer Fortnahmen im Jahr 2025 mussten im Landkreis Kusel 42 Hunde aus tierschutzrechtlichen Gründen anderweitig untergebracht werden“, sagt Kreissprecherin Karla Hagner auf Anfrage. Darunter war im Sommer auch eine große Beschlagnahmung: 35 Hunde aus der Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Diese Tiere wurden zunächst im Tierheim Jettenbach aufgenommen. Aktuell ist das Tierheim nach Angaben von Merkel in der Lage, weitere Tiere aufzunehmen.

Auch einige Dauergäste im Tierheim

Drebinski leitet das Tierheim seit Juni 2025. Zuvor war sie stellvertretende Leiterin (seit Februar 2014) und vertrat ihre Vorgängerin Raphaela Sander während einer Vakanz. Sander ist inzwischen im Ruhestand, sagt Merkel. Drebinski arbeitet seit 2019 im Tierheim und bringt nach Angaben von Merkel umfangreiche Qualifikationen mit. Die 41-Jährige hat sich zudem fortgebildet, unter anderem zum Umgang mit verhaltensauffälligen Hunden und Herdenschutzhunden.

Die Vermittlungszahlen sind laut Merkel gestiegen. „2025 haben wir 43 Hunde vermittelt – darunter zwei langjährige Tierheimbewohner –, außerdem 55 Katzen und sechs Kleintiere“, sagt er. Im Vorjahr waren es 27 Hunde, 44 Katzen und zwei Kleintiere. 2023 lag die Bilanz bei zwölf Hunden, 27 Katzen und sieben Kleintieren.

Einige Tiere bleiben allerdings länger auf dem Gangelbornerhof. Als Dauergäste zählen Drebinski und Merkel derzeit sieben Hunde und zwei Katzen. Drei der Hunde sind sogenannte Herdenschutzhunde. Eine der langjährigen Bewohnerinnen ist die 13 Jahre alte Hündin Lieselotte, die im Tierheim „Oma“ genannt wird.

Nur nach Vereinbarung geöffnet

Träger des Tierheims ist der Landkreis, der die Kosten übernimmt. Die Personal- und Betriebskosten beliefen sich 2024 nach Angaben des Kreises auf etwas mehr als 293.000 Euro. Für 2025 liegt noch keine Abrechnung vor.

Das Tierheim hat die Öffnungszeiten geändert: Die Einrichtung ist nur noch nach Vereinbarung geöffnet. „Das ist für die Tiere stressfreier und ermöglicht eine bessere Planung“, sagt Drebinski. So bleibt nach Angaben des Tierheims mehr Zeit für Interessierte; Vermittlungsgespräche können in Ruhe geführt werden.

Das Team freut sich über ehrenamtliche Unterstützung: „Wir können immer Helferinnen und Helfer gebrauchen“, sagt Drebinski. Zum festen Kern zählen sechs regelmäßige Gassigeherinnen und Gassigeher, fünf weitere, die sporadisch kommen, sowie zwei „Katzenschmuser“.

Info

Tierheim Jettenbach, Gangelbornerhof, Telefon 06385 9934962, Mobil und Whatsapp 0151 40638858, E-Mail: tierheim.wolfstein@cjd.de.
Zu vermittelnde Tiere werden auf der Facebook-Seite www.facebook.com/tierheimkreiskusel/ vorgestellt.

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