Reichenbach-Steegen
Tausch alt gegen neu erst 2026
Der Abbau der fünf Windkraftanlagen bei Reichenbach und der Neubau von vier größeren und ertragreicheren Anlagen im Kreisgrenzen überschreitenden Windpark wird nach der aktuellen Planung erst im kommenden Jahr beginnen. Das erklärte der Bauherr, die Juwi AG, auf Anfrage. Seit Mai vergangenen Jahres hat das Wörrstadter Unternehmen Juwi, das Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien plant und betreibt, Genehmigungen vorliegen. Die fünf auf Reichenbacher Gemarkung stehenden Anlagen mit einer Nennleistung von je zwei Megawatt dürfen durch vier größere Anlagen des Herstellers Vestas mit Nennleistungen von je sechs Megawatt ersetzt werden. Durch das sogenannte Repowering wird die maximale Erzeugungskapazität von jetzt zehn Megawatt auf dann 24 Megawatt erhöht. 2002 ging die erste Anlage im Windpark Reichenbach-Steegen in Betrieb. Die technische Weiterentwicklung ermöglicht nach gut 20 Jahren einen weitaus höheren Energieertrag bei nahezu unveränderten Windverhältnissen. Die geplanten neuen Anlagen werden größer: Misst die Nabenhöhe aktuell 100 Meter, so werden es bei den vier neuen Anlagen 169 Meter. Vom Turmfuß bis zur Rotorflügelspitze in oberer Stellung werden es nach Angaben von Juwi 250 Meter sein.
Die vier neuen Anlagen werden auch nicht mehr alle auf dem Gemeindegebiet von Reichenbach-Steegen stehen, sondern nur noch zwei. Die übrigen beiden Anlagen sind auf der Gemarkung Jettenbach und damit im Landkreis Kusel geplant.
Mehr Bieter im Markt
Die Juwi AG hatte 2022 Anträge zum Ersatzneubau im Windpark gestellt. Vor einem Jahr wurden sie genehmigt. Zunächst hatte Juwi auf einen früheren Baubeginn und eine Inbetriebnahme der vier neuen Anlagen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro in diesem Jahr, 2025, gehofft. Jetzt präzisierte das Unternehmen seinen Zeitplan: Erst in diesem Jahr werde man an einer der noch drei vorgesehenen Auktionen der Bundesnetzagentur teilnehmen. Bei den Auktionen werden Gesamtmengen zusätzlicher Windstrom-Erzeugungen bundesweit ausgeschrieben und über Zuschläge nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip die Vergütungen für die Betreiber festgesetzt. Bei der Februar-Auktion waren 506 Gebote abgegeben worden, 422 wurden berücksichtigt. Die Bundesnetzagentur spricht von einem derzeit starken Wettbewerb in der Branche. Der seit einiger Zeit festzustellende Trend, wonach die ausgeschriebenen Tranchen überzeichnet seien, sprich es mehr Nachfrage als Angebot gibt, setze sich fort.
Im Februar war die Juwi AG erfolgreich mit projektierten Windkraftanlagen in Niedersachsen und der Eifel. Erhält man, wovon man in Wörrstadt ausgeht, im Laufe des Jahres Zuschläge für die geplanten Anlagen bei Reichenbach und Jettenbach, dann soll 2026 mit dem Neubau begonnen und 2027 sollen die Anlagen ans Netz gebracht werden. Auch 2026, also im kommenden Jahr parallel zum Neubau, sollen die fünf „Altanlagen“ abgebaut werden.
Die fünf Windräder im Windpark Reichenbach-Steegen sind derzeit die einzigen auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Weilerbach. Wie berichtet, war in der Ratssitzung Ende März eine bei dem Beratungsunternehmen FIRU in Auftrag gegebene Potenzialstudie Windkraft in der Verbandsgemeinde Weilerbach vorgestellt worden, wonach sich weitere Standorte für den Bau zusätzlicher Windkraftanlagen anbieten. Unter anderem zwei auf der Gemarkung von Reichenbach-Steegen. Die Verbandsgemeinde will die Ergebnisse der Studie zur Grundlage neuer Beratungen zur Änderung des Flächennutzungsplans machen. Mit der Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen, Konzentrationszonen, behält sich die Verbandsgemeinde die Steuerung des Ausbaus vor.