Fußball
SV Nanz-Dietschweiler: Krone in greifbarer Nähe
Ist da noch mehr drin? Nach 19 Spieltagen steht der SV Nanz-Dietschweiler auf Rang drei in der Bezirksliga Westpfalz. Und die Krone ist dabei in greifbarer Nähe. Aber von einem vorzeitigen Überdrehen kann bei keinem der ambitionierten Kickern eine Rede sein. Denn jeder ist sich der Qualität seiner Kontrahenten bewusst. Trainer Fabian Lauder ist aufgrund der Auslastung seiner Spieler aber erstmal nicht gerade unfroh, dass es jetzt in die wohlverdiente Winterpause geht.
Es ist für die Jungs auch schön, erstmal von allem wegzukommen“, erklärt der Spielertrainer. Denn sowohl psychisch als auch physisch betrachtet, war diese Saison nicht gerade von Leichtigkeit geprägt. Die Ergebnisse stimmten zwar über weite Strecken, dennoch ist ein Tabellenplatz an vorderer Front auch mit einem entsprechenden Anstieg in Sachen Druck verbunden. Aber dieser dritte Platz ist wahrlich vielversprechend. Denn Primus Kirchheimbolanden hat nur einen einzigen Punkt mehr auf dem Konto, dafür aber auch eine Partie weniger gespielt. Generell lässt sich zusammen mit den „Rowos“ von einem regelrechten Spitzentrio sprechen. Denn die Nanzdietschweilerer haben auf den Viertplatzierten bei gleicher Anzahl von Spielen ganze sieben Punkte Vorsprung.
Ein großer Sprung
Dass die Mannschaft jetzt so gut dasteht, hätte vor einem Jahr noch keiner gedacht. Damals rutschte der Bezirksligist nämlich in die Abstiegsrunde hinein. Aber mit der Amtsübernahme von Fabian Lauder vor ziemlich genau einem Jahr ging es wieder bergauf. „Das ist in erster Linie auf die enorm offene und ehrliche Kommunikation zwischen den Spielern und dem Trainerteam zurückzuführen, die mich auch damals mit offenen Armen empfangen haben“, erklärt der Spielertrainer lobend. Zusammen mit Michael Geyer, Jochen Klein, Björn Natter und Jörg Meuler leitet er die Mannschaft. „Das Zwischenmenschliche passt, und das ist gleichzeitig der Schlüssel zu unserem Erfolg“, erklärt Lauder. Und dabei sah es zu Beginn der Saison noch nicht so rosig aus. In der ersten Partie gegen Reichenbach verlor seine Truppe mit 1:3. „Wir hatten noch einige Angeschlagene und zudem waren noch ein paar im Urlaub“, blickt der Trainer auf den unerfreulichen Saisonauftakt zurück. Positiv war dabei aber der Einsatz der teilaktiven A-Jugend-Spieler Roman White, Janis Früchtl, Silas Rau und Nick Müller. „Ohne die wäre ein Spielbetrieb mit zwei aktiven Mannschaften nicht möglich gewesen“, stellt Lauter hinsichtlich der schwierigen Ausgangssituation zufrieden fest.
Am neunten Spieltag unterlagen die favorisierten Nanzdietschweilerer dann in Fehrbach. Diese Partie diente aber als Weckruf. Denn symbolisch stand dieses Spiel für das Bezirksliga-Motto schlechthin: „In dieser Liga kann immer jeder jeden schlagen“, wie so mancher Trainer bereits sagte. Und seitdem geht die Truppe in jede Partie, egal welcher Name auf dem Spielbericht draufsteht, hochfokussiert hinein.
Die nächsten zehn Spieltage blieben die Kuseler folglich ungeschlagen. Gegen Primus SV Kirchheimbolanden holten sie ein 2:2-Unentschieden und gegen Mitstreiter Wolfstein-Roßbach setzten sie sich sogar mit 3:2 durch. Also auch gegen die Mitanwärter auf den Thron kann Lauders Truppe mindestens mithalten. „Klar, wir reden untereinander schon mal darüber, wie toll so ein Aufstieg in die Landesliga wäre“, gibt Fabian Lauder angesichts der vielversprechenden Tabellensituation zu. Aber gleichzeitig führt er weiter aus: „Jeder weiß, wie schwer es für uns wird, denn zum Einen sind die ,Rowos’ und Kibo echt gut drauf, und auch ist das generelle Niveau in der Liga hoch.“
„Ein schmaler Grad“
Der Trainer steht aber nicht nur am Spielfeldrand, sondern wirkt auch aktiv auf dem Feld mit. „Es ist immer ein schmaler Grad, sich selbst aufzustellen“, gibt er lachend zu. Ehrlich fügt er dem bei: „Mal gelingt es mir besser, diesen Grad zu erwischen, mal schlechter“. Streitigkeiten gibt es aber generell kaum. „Am Ende des Tages verstehen wir uns alle gut und können uns immer in die Augen schauen“, betont der Spielertrainer.
Mit Pause ist auch bei den Nanzdietschweilerern natürlich nur eine Fußballauszeit gemeint. Denn eine gemeinsame Weihnachtsfeier steht am Samstag noch an. Zwischenmenschlich kann sich die Mannschaft also auch nicht beklagen. Dann dürfen über die Feiertage alle ihre Füße hochlegen, bevor es Mitte Januar wieder mit der Vorbereitung losgeht. Die Vorbereitung darauf, das große unausgesprochene Ziel anzupacken.