Kusel
Streetfood-Fest: Zwischen Regenschirmen und Langos-Burgern
Der Himmel ist bewölkt, als Marcel Keidel, stellvertretender Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Kusel, um 12 Uhr die Gäste des Streetfood-Festivals begrüßt. Zuvor hatte der Fanfarenzug eine Runde durch die Kuseler Innenstadt gedreht, um auf den Beginn der Veranstaltung hinzuweisen. Am Blauen Pavillon ist bereits einiges los. Mit Blick auf das regnerische Wetter haben die Organisatoren ein großes Zelt aufgebaut, um Sitzgelegenheiten im Trockenen zu bieten. „Solche Veranstaltungen zeigen: Eine Stadt lebt von den Menschen, die sie gestalten. Nur wenn wir alle mit anpacken, können wir sie attraktiv machen“, erklärt Keidel.
Ein gutes Jahr lang haben die Verantwortlichen die dritte Auflage der Veranstaltung geplant. Die Mitglieder der IG Kusel und viele Freiwillige haben mit Unterstützung ihrer Sponsoren eine Schlemmermeile durch Kusel geschaffen. 57 Anbieter gibt es in diesem Jahr. Neben kulinarischen Köstlichkeiten werden auch andere Produkte angeboten. „Denken Sie auch an die lokalen Dienstleister. Auf die Einzelunternehmer und Familien ist Verlass, wenn man sie braucht. Wer lokal einkauft, investiert in die Lebensqualität vor Ort“, appelliert Keidel an die Besucher, bevor Schüler der Bläserklasse des Siebenpfeiffer-Gymnasiums Kusel die Veranstaltung musikalisch einläuten.
Persischer Eintopf und Tortenfrüchte
Zur Mittagszeit stehen die Besucher an den Ständen, um sich mit den Köstlichkeiten zu versorgen. Bei Laura Becking und Natalie Beck vom Café Auszeit gibt es einen persischen Eintopf, wahlweise aus einem kleinen Laib Brot. Ihr Stand direkt vor dem Café liegt etwas abseits des Trubels und empfängt deshalb nicht ganz so viele Besucher. „Ich versuche immer, vegetarische und nach Möglichkeit glutenfreie Speisen für jeden anzubieten“, erklärt die Inhaberin.
Ein paar Häuser weiter hat „Spielwaren Metzger“ geöffnet. Er gehört zu den Geschäften, die am verkaufsoffenen Sonntag teilnehmen. Vor den Schaufensterscheiben bestaunen einige die Besucher die Auslage – andere suchen Schutz vor dem mittlerweile stärkeren Regen. Zahlreiche bunte Regenschirme sind in den Gassen der Kuseler Innenstadt zu sehen. Einige nutzen den plötzlichen Wolkenbruch, um drinnen im Warmen zu sitzen, wie im Café „Torten von Elise“. Zwischenzeitlich ist es dort so voll, dass es kaum ein Durchkommen gibt. Beliebt sind die Moussekuchen, die in ihrer Optik echten Früchten nachempfunden sind.
Die Freunde Max und Joshua sind extra gekommen, nachdem sie die Kreationen der Bäckerin in den sozialen Medien gesehen hatten. Und wie fällt das Fazit aus? „Sehr lecker“, sagt der 16-jährige Joshua und deutet auf die Zitrone auf seinem Pappteller. „Seh ich auch so“, fügt der gleichaltrige Max hinzu, der gerade die Blaubeere testet. Was war bislang ihr Fest-Höhepunkt? „Der amerikanische Hotdog und die Eisrollen“, berichtet Joshua.
Gute Stimmung trotz Regenschauer
Am Hofacker sind die asiatischen Spezialitäten von Peter Schneider beliebt. Ein paar Meter weiter steht Giuseppe di Fede vom Ristorante Nino Ziegelhütte und verkauft Pizza an die hungrigen Gäste. Neben Langos-Burgern und Corndogs – ein Würstchen am Spieß, in einen dicken Teig aus Maismehl getaucht und frittiert – gibt es auch traditionelle Speisen wie Klöße oder „gefüllte Knepp“ bei der Freiwilligen Feuerwehr Kusel, die zudem ihren Tag der offenen Tür feiert. Vor den Toren der Wache schauen sich große und kleine Besucher die Feuerwehrautos an – von älteren Fahrzeugen bis zu solchen mit modernster Technik und Ausstattung.
Wer sich nicht dem Wetter entsprechend gekleidet hat, hat am Glücksrad bei „Caraviva“ die Chance auf ein Regencape. Trotz der Wassermassen von oben ist das Fest gut besucht. In diesem Jahr wurde speziell darauf geachtet, genug Sitzmöglichkeiten bereitzustellen, erklärt Marcel Keidel. „Das Angebot ist 2025 wesentlich größer. Wir haben versucht, immer wieder kleine Pavillons zum Unterstellen einzusetzen“, fügt er hinzu. Dass die Auswahl im Vergleich zu 2024 erweitert wurde, sieht man an den zahlreichen To-go-Boxen, die die zufriedenen Gäste beim Verlassen des Festes mit nach Hause nehmen.