Kusel
Sterne, leuchtende Alpakas und Minions: So schön war die Lichterfahrt im Kreis Kusel
Schon eine halbe Stunde vor dem Start herrscht am Sonntagnachmittag reges Treiben auf dem Messeplatz in Kusel. Es ist kurz nach 16 Uhr, als sich dort 30 Traktoren aufreihen – festlich geschmückt mit Lichterketten, Weihnachtsschmuck und leuchtenden Figuren. Sterne, Rehe, Weihnachtsmänner und sogar Minions zieren die Fronten der Schlepper und tauchen den Platz in ein buntes Lichtermeer.
Viele Schaulustige sind früh gekommen, um die Traktoren aus nächster Nähe zu betrachten. Etwa 300 Menschen haben sich zum Start der Traktorlichterfahrt eingefunden.
Unter ihnen Carina Leis, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und dem fünfjährigen Sohn Yannick unterwegs ist. „Mir gefällt die Traktorlichterfahrt und sie könnte jedes Jahr stattfinden. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist das eine schöne Sache“, sagt sie begeistert.
Leuchtende Alpakas
Als sich die Traktoren in Bewegung setzen und vom Messeplatz in die Trierer Straße einbiegen, bildet sich entlang der Strecke ein Spalier aus Zuschauern. Viele winken, Handys werden gezückt, Kinder staunen mit großen Augen. Auch Peter Schlotthauer aus Kusel zeigt sich beeindruckt: „Das gefällt mir. Dass sich so viele Landwirte bereiterklärt haben, diese schön geschmückten Traktoren auszustellen, hätte ich nicht erwartet. Vor allem für die Kinder ist das ein tolles Erlebnis.“ Tatsächlich sind zahlreiche Familien mit Kindern gekommen. Die Kleinen posieren vor den funkelnden Schleppern, während sich Landrat Johannes Huber mit den Landwirten austauscht. „Das ist eine schöne Aktion, die auf viel Aufmerksamkeit gestoßen ist. Die Landwirte machen damit positiv auf sich aufmerksam“, sagt er.
Für Landwirt Samuel Albrecht aus Niedermohr ist die Kuseler Lichterfahrt nicht die erste. Bereits am Vortag hatte er an einer ähnlichen Aktion mit Start in Ramstein-Miesenbach teilgenommen. Auf seinem Traktor leuchten Alpakas. „Da ich tags zuvor dabei war, musste ich nur einmal schmücken“, erzählt er. Während der Corona-Zeit haben sich die Landwirte zusammengeschlossen, um mit der Lichterfahrt einen Funken Hoffnung zu verbreiten – besonders für Kinder. „Die Resonanz ist megapositiv. Viele winken und zeigen den Daumen nach oben.“
„Image der Landwirte verbessern“
Auch Lennart Klein aus Liebsthal genießt den Austausch mit den Menschen. Gemeinsam mit seiner Freundin Ronja hat er seinen Schlepper mit Girlanden und einem aufblasbaren Weihnachtsmann dekoriert. Daniel Decklar aus Henschtal sieht in der Aktion die Chance, etwas zurückzugeben: „Wir sind oft weit weg von den Leuten. Hier können wir ein wenig Aufklärungsarbeit leisten.“ Auf einem Schild an einem Traktor steht : „Niemand soll es je vergessen, Bauern sorgen für unser Essen.“
Dass die Lichterfahrt mehr ist als nur ein vorweihnachtliches Spektakel, macht auch Markus Braun deutlich, der Inhaber von MB Agrarservice in Langenbach. Er hat mit seiner Freundin Vanessa Dengel die Lichterfahrt organisiert. „Es geht darum, das Image der Landwirte zu verbessern“, sagt er. Themen wie Bürokratie, Hofnachfolge und faire Preise spielten dabei eine große Rolle. Die Lichterfahrt sei auch eine Demonstration für bessere Bedingungen in der Landwirtschaft.
Nächstes Jahr wieder?
Umso größer ist seine Freude über den großen Zuspruch. Mit so vielen Besuchern habe er nicht gerechnet. Die Traktorlichterfahrt startete in Kusel und führte über Konken, Herschweiler-Pettersheim, Altenkirchen und Dittweiler zur IGS Schönenberg-Kübelberg. Dort war Zeit für Gespräche und Fotos, bevor es über Brücken, Steinbach und Henschtal zum Abschluss nach Glan-Münchweiler ging – begleitet von Applaus, Lichtern und viel vorweihnachtlicher Stimmung.
Genauso wie in Kusel warteten in Schönenberg-Kübelberg und Glan-Münchweiler eine große Anzahl an Schaulustigen, um sich die Traktoren anzuschauen. Wie Veranstalterin Vanessa Dengel im Nachgang berichtete, sei die Resonanz überwältigend gewesen. Gerne würden sie auch im nächsten Jahr wieder eine Lichterfahrt organisieren. Hierzu müsse jedoch noch die Kreisverwaltung zustimmen. Wenn dies der Fall sei, stünde einer zweiten Lichterfahrt im Jahr 2026 nichts entgegen.