Kreis Kusel Störche kehren zurück: Bauen die Pfalzwerke wieder Nester ab?
Die Störche sind zurück: Bereits Mitte Januar kehrten die ersten Vögel aus ihren Winterquartieren zurück in den Landkreis Kusel. Was für viele Bürger ein faszinierendes Naturereignis darstellt, kann allerdings auch ein Sicherheitsrisiko bedeuten, wenn die Tiere auf Strommasten nisten. Nach Angaben der Pfalzwerke kann es etwa zu Kurzschlüssen und damit zu Stromausfällen kommen, falls Kot, Stöcke oder andere Nestteile auf Leitungen fallen. Dies gefährde auch die Störche, falls es durch den Kurzschluss zu einem Brand kommen sollte.
Im Kreis Kusel hatten die Pfalzwerke deshalb etliche Nester entfernen lassen, was 2025 zu kontroversen Diskussionen führte. Wie will das Unternehmen künftig vorgehen? Wie die Pfalzwerke auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilten, sei nicht geplant, in diesem Jahr weitere Storchennester abzubauen. „Die Nestentfernungen nehmen seit einigen Jahren kontinuierlich ab, weil die meisten sicherheitskritischen Standorte inzwischen bereits bearbeitet wurden“, sagt Pfalzwerke-Sprecher Yannick Mildner. Im Jahr 2025 seien etwa zehn Nester im Kreis Kusel abgebaut worden, im laufenden Jahr drei.
Weniger Netzstörungen durch Nester
Laut Mildner zeigen die Maßnahmen Wirkung: „Wir verzeichnen inzwischen weniger netzbedingte Störungen, weil Nistmaterial nicht mehr auf Leitungen fällt.“ Sollte im Jahresverlauf dennoch an einem Standort eine Gefährdung entstehen, werde dies geprüft und mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd abgestimmt. Auch mit den Storchenfreunden Glantal und Christian Reis, Leiter der Storchenscheune in Bornheim, stehe das Unternehmen dann im Austausch.
Weitere selbstgebaute Nistplattformen als Alternative zu den unsicheren Strommasten sind laut Mildner derzeit nicht geplant. „Die Störche sind an ihre gewohnten Standorte zurückgekehrt“, sagt der Pfalzwerke-Sprecher. Sollte sich allerdings ein Standort anbieten oder eine gemeinsame Initiative mit Behörden oder Tierschutzgruppen ergeben, stehe das Unternehmen bereit, die Errichtung einer solchen Plattform zu unterstützen.