Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel So steht es um die Asiatische Hornisse im Kreis Kusel

Die Asiatische Hornisse sitzt auf ihrem Nest. Naturschutzbeauftragter Fred Ohliger befürchtet, dass sie sich immer weiter ausbre
Die Asiatische Hornisse sitzt auf ihrem Nest. Naturschutzbeauftragter Fred Ohliger befürchtet, dass sie sich immer weiter ausbreitet.

Die Asiatische Hornisse startet auch im Kreis Kusel in ihre nächste Saison. Experten gehen davon aus, dass sich das Insekt weiter vermehren wird.

Sie ist knapp drei Zentimeter lang, hat einen dunklen Körper, gelbe Beine, vier Flügel und steht auf Bienen als leckeren Eiweiß-Imbiss: die Asiatische Hornisse (lateinisch: Vespa velutina nigrithorax). Vor allem wenn sie Gefahr wittert, kann das Insekt auch für Menschen gefährlich werden, warnt Fred Ohliger aus Ohmbach, ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter der Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Im öffentlichen Raum sowie an Spielplätzen, Schulen oder Kitas sei daher Vorsicht angebracht. Im vergangenen Jahr seien in Brücken und Ohmbach in rund 100 Metern Entfernung zur Kita Nester entdeckt worden.

Wer ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt, könne dies dem Ordnungsamt melden. Dort könne man sich auch über eine mögliche Beseitigung informieren. Natürliche Feinde habe diese Art kaum. „In einigen Gebieten geht der Wespenbussard dran, und im Herbst, wenn die Völker sterben, fressen heimische Vögel die Reste“, erläutert Ohliger.

Stiche gehen durch Imkeranzüge

Derzeit sei die Asiatische Hornisse mit dem Bau von Embryonalnestern beschäftigt, berichtet der Naturschutzbeauftragte. Wenn die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, werden die Nester bis Juni zu Primärnestern ausgebaut. Sie befinden sich meist in bis zu zwei Metern Höhe in Hecken und Koniferen, aber auch in Schuppen oder unter Holzstapeln. Etwa zwei Drittel der Hornissen ziehen im Sommer dann in neue Nester – sogenannte Sekundärnester – um, die meist wesentlich höher in Bäumen gelegen sind und so groß wie ein Fußball sein können, erzählt Ohliger. Darin können im Spätsommer bis zu 5000 Insekten leben, darunter bis zu 500 Jungköniginnen.

Die Nester hängen hoch in den Bäumen.
Die Nester hängen hoch in den Bäumen.

Wer eine Asiatische Hornisse sieht, kann laut Ohliger davon ausgehen, dass sich das Nest im Umkreis von 300 Metern befindet. Zunächst seien diese Tiere durchaus friedfertig, sogar scheu. Wenn es dann aber um die Brut gehe, schalteten die Insekten in den Verteidigungsmodus und könnten aggressiv werden, weiß Ohliger, der auch Imker ist. Er empfiehlt, Abstand zu halten, denn „sie stechen durch Imkeranzüge durch“, warnt er. Solange keine Allergie bestehe, sei der Stich für den Menschen nicht gefährlicher als der einer heimischen Hornisse oder Wespe, informiert die Kreisverwaltung Kusel.

Grundstücksbesitzer selbst verantwortlich

Ohliger hat den Eindruck, dass sich die Asiatische Hornisse vermehrt hat – wenn auch im vergangenen Mai Stürme einige Nester beschädigt hätten. Noch habe diese Hornissenart keinen negativen Einfluss auf seine Bienenvölker gehabt, sagt Ohliger – allerdings befürchtet er genau dieses Szenario für die Zukunft. Einige Imker hätten ihm bereits berichtet, dass die Insekten vor Bienenstöcken jagten. Zwar jage auch die europäische Hornisse ab und an mal eine Biene, räumt Ohliger ein. Allerdings benötige ein Volk der Asiatischen Hornisse rund elf Kilogramm Insekten im Jahr, schätzt er.

Die Asiatische Hornisse hat sich von Südostasien aus verbreitet, tauchte im Jahr 2004 in Frankreich auf und gefährdet inzwischen vom Rhein und vom Saarland her zunehmend Bienenbestände in der Westpfalz, berichtet Ohliger. Seit vergangenem Sommer gilt sie als „etablierte“ Art. Das bedeutet: Befindet sich ein Nest nicht auf öffentlichem Raum, ist der Grundstücksbesitzer selbst dafür verantwortlich. Die Kreisverwaltung rät dringend davon ab, die Nester der Asiatischen Hornisse eigenhändig zu entfernen. Auch weist sie darauf hin, dass die heimische Hornisse und ihre Nester geschützt sind und ohne Genehmigung nicht beseitigt werden dürfen.

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