Kreis Kusel Reicht es wieder gerade so?

Blaubach. Ballorientiertes Gegenpressing oder schnelles Umschaltspiel bei Ballgewinn waren unter der Woche thematisch eher unterrepräsentiert im Training der SG Blaubach-Diedelkopf. Im Zentrum des Interesses stand vielmehr die fachgerechte Bedienung eines Rechenschiebers. Den Verbandsligaverbleib hat die SG (15. Platz, 25 Punkte) zwar nicht mehr im vollen Umfang in den eigenen Händen. Ein Sieg zum Saisonende bei Liga-Schlusslicht TSG Kaiserslautern (14 Punkte) am Sonntag (15 Uhr) könnte dennoch sehr wichtig werden.

Bereits morgen beschließt die Oberliga die Meisterschaftsrunde. Deren Ausgang bestimmt in höchstem Maße das sportliche Schicksal der SG Blaubach-Diedelkopf. Acht Teams stecken dort noch im Abstiegskampf. Darunter auch der Tabellenvorletzte SV Alemannia Waldalgesheim (37 Punkte) und der Zwölfte TuS Mechtersheim (39). Drei oder vier Mannschaften werden den Gang in die Verbandsligen antreten, wobei Waldalgesheim und Mechtersheim der Südwest-Staffel zugeschlagen werden. Müssen beide runter in die Verbandsliga, kann sich Blaubach nur noch durch einen Sieg in eine Entscheidungsrunde mit den Konkurrenten Ludwigshafener SC und Südwest Ludwigshafen retten – die aber auch nur zustande kommt, wenn Vizemeister Mombach die Relegation gewinnt. „Wir glauben nach wie vor an den Klassenverbleib“, wird Trainer Sascha Schnell nicht müde zu betonen. Der überraschende 3:1-Sieg in der Vorwoche gegen den Tabellendritten TB Jahn Zeiskam dient dabei als Motivationsspritze. Zwar brachte sich der Gast durch zwei Platzverweise selbst auf die Verliererstraße, doch bis dahin hatte das Schnell-Team durch seine kompakte Defensive mit einem bärenstarken Robert Lehmann zwischen den Pfosten überzeugt. Die personelle und taktische Neuausrichtung im 4-1-4-1-System sollte daher auch beim Saisonfinale Anwendung finden. Doch Stoßstürmer André Forsch zog sich gegen Zeiskam einen Bänderriss im Sprunggelenk zu, was seinen Einsatz nahezu ausschließt. „Er hat sich zwar ein Spezialpflaster anlegen lassen, was ihn zunächst schmerzfrei laufen lässt, aber von Fußballspielen ist er noch weit entfernt“, berichtet Schnell. Ob der SG-Übungsleiter die vakante Mittelstürmerposition mit einem Offensivspieler aus der Viererreihe (Björn Flickinger, Andreas Cappel, Sebastian Koch, Felix Ruppenthal) oder von der Ersatzbank (Sebastian Wenz) besetzt, darüber grübelt Schnell noch. Ganz gleich wie die Aufstellung aussieht, die Einstellung bei seiner Truppe wird stimmen, ist er überzeugt. „Der Sieg gegen Zeiskam hat uns die notwendige Motivation gebracht. Wir haben den Klassenverbleib noch selbst in der Hand – je nachdem, wie es am Samstag in der Oberliga ausgeht...“, sagt er. Den Gastgeber kann er schwer einschätzen, nachdem dieser zuletzt in Mutterstadt wegen Personalmangels nicht angetreten war. Für die TSG ist das Spiel gegen Blaubach nur noch Pflichterfüllung, aber „sie wollen sicher einen versöhnlichen Abschluss und uns nichts schenken“, glaubt Schnell. Wenn allerdings Felix Ruppenthal einen ähnlichen Sahnetag wie im Hinspiel erwischt, als er beim 5:2 einen Viererpack schnürte, dürfte einem Erfolg im Buchenloch nichts entgegenstehen. Für Markus Cappel, Daniel Föckler, Sebastian Koch und Sebastian Wenz wird es der letzte Auftritt im Trikot der SG sein. (meg)

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