Kusel / Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Rückkehr der Bundeswehr: Entscheidung für Speyer wirft in Kusel Fragen auf

In den Unterkünften der früheren Uffz.-Krüger-Kaserne leben derzeit Geflüchtete. Viele Kuseler wünschen sich eine Rückkehr der B
In den Unterkünften der früheren Uffz.-Krüger-Kaserne leben derzeit Geflüchtete. Viele Kuseler wünschen sich eine Rückkehr der Bundeswehr auf das Gelände auf dem Windhof.

Die Aufnahmeeinrichtung könnte weichen, die Bundeswehr an den Standort zurückkehren. Große Veränderung – für Speyer. Wie es mit dem Kuseler Windhof weitergeht, bleibt offen.

Im Norden von Speyer liegt die ehemalige Kurpfalzkaserne der Bundeswehr. Die Stadt hatte große Pläne mit dem Gelände, wollte einen neuen Stadtteil schaffen. Diese Umwandlung war im Herbst 2025 vom Bund gestoppt worden, wie für so viele frühere militärische Liegenschaften – etwa den Kuseler Windhof, die frühere Uffz.-Krüger-Kaserne. In Kusel hoffen viele Menschen auf die Rückkehr der Bundeswehr auf das Gelände, das direkt am Truppenübungsplatz Baumholder liegt.

Doch während in Kusel Stille herrscht, gibt es in Speyer offenbar Konkretes. Der dortige CDU-Landtagsabgeordnete Michael Wagner hat Pläne der Bundeswehr öffentlich gemacht, das Gelände wieder übernehmen zu wollen. Er bezieht sich auf eine Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf seine Anfrage hin. Wie das Ministerium gegenüber Wagner ausführte, verfüge der Standort Speyer „nach den bislang vorliegenden ersten Erkundungsergebnissen über eine besonders günstige Lage, ein hohes Nutzungspotenzial sowie eine sehr gute infrastrukturelle Ausstattung“.

Speyer und Kusel sind AfA-Standorte

„Bei meinem Gespräch mit dem Ministerium wurde außerdem darauf hingewiesen, dass es im Südwesten nur wenige geeignete Standorte für entsprechende militärische Nutzungen gebe“, sagt Wagner der RHEINPFALZ-Lokalredaktion in Speyer. Der Behörde sei bewusst, dass das ehemalige Kasernenareal „sowohl für die städtebaulichen Entwicklungsplanungen der Stadt Speyer“ bedeutend sei als auch als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) des Landes Rheinland-Pfalz genutzt werde.

Gelände der früheren Kurpfalzkaserne im Speyerer Norden an der B9: heute überwiegend als Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende
Gelände der früheren Kurpfalzkaserne im Speyerer Norden an der B9: heute überwiegend als Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende genutzt.

Ähnlich sieht es in Kusel aus: Im Unterkunftsbereich der früheren Kaserne leben seit mehr als zehn Jahren Geflüchtete in der AfA Kusel. Unterschied: Wie es in Kusel mit einer möglichen Rückkehr der Bundeswehr aussieht, ist noch offen. Allenfalls hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass es ziemlich sicher sei, dass die Bundeswehr zurückkehrt. Die Zukunftsfrage des Windhofs treibt unter anderem Landrat Johannes Huber um, der sich nach Bekanntwerden der Pläne für Speyer Anfang der Woche in Schreiben an das Bundesverteidigungsministerium und an die für die AfA zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier gewendet hat.

Fragen an Bundesministerium und Landesbehörde

An das Ministerium gewandt, will Huber zur ehemaligen Uffz.-Krüger-Kaserne wissen: „Ist tatsächlich eine dauerhafte militärische Reaktivierung geplant?“, „Welche konkreten Nutzungsszenarien werden aktuell geprüft?“, „Welcher Geländeumfang soll einer militärischen Wiedernutzung dienen?“ und „In welchem zeitlichen Rahmen ist mit einer abschließenden Entscheidung zu rechnen?“

Huber äußert in dem Schreiben Bedenken, dass die Einwohner von Kusel den mittel- oder langfristigen Weiterbetrieb der AfA „unter den gegebenen Umständen“ weitertragen. Jahrelang hätten der Landkreis und die Stadt Verantwortung für die Einrichtung übernommen. Für Huber sei eine „verlässliche und transparente Perspektive“ unabdingbar, „um kommunale Planungen, Investitionen sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung verantwortungsvoll weiterentwickeln zu können“. Ein offener Dialog mit den Kommunen – allen voran Kusel – sei aus seiner Sicht notwendig.

Mehr Geflüchtete in Kusel nach Aus für AfA Speyer?

Von der ADD will Landrat Huber unter anderem wissen: „Soll der Standort Kusel weiterhin dauerhaft für Zwecke der Fluchtaufnahme vorgehalten werden?“ und im Hinblick auf Speyer: „Ist eine vorübergehende oder dauerhafte Verlagerung und somit eine Erhöhung der Aufnahmekapazität nach Kusel beabsichtigt?“

Huber hat sowohl das Verteidigungsministerium wie auch die ADD um eine Antwort bis Anfang März gebeten.

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