Nußbach RHEINPFALZ Plus Artikel Otto Rubly: Landwirt, Landrat und bald Landtagsabgeordneter?

Hat nach eigenen Angaben nicht viele politische Leichen im Keller: Otto Rubly sagt, dass sich das auch im Landtagswahlkampf nich
Hat nach eigenen Angaben nicht viele politische Leichen im Keller: Otto Rubly sagt, dass sich das auch im Landtagswahlkampf nicht ändern soll. Er habe seine Themen, die er weiter voranbringen wolle – unter anderem die Förderung von strukturschwachen Regionen.

Lange hat es Otto Rubly im Ruhestand nicht ausgehalten. Statt auf dem Trecker ist er nun im Wahlkampf unterwegs durch den Landkreis. Er würde künftig gern nach Mainz fahren.

Fürs Treffen mit dem früheren Landrat und heutigen CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis 41 für die rheinland-pfälzische Landtagswahl am 22. März geht’s in den Norden des Landkreises. Treffpunkt ist das Haus Wildanger in Nußbach. Wieso hat dieser Ort für den im Südkreis lebenden CDU-Politiker eine solche Bedeutung? „2017 habe ich hier ,Die andere Heimat’ von Edgar Reitz gesehen. Das ist eine Auswanderergeschichte, die im Hunsrück spielt und zeigt, was die Menschen in strukturschwachen Räumen früher auf sich genommen haben“, erinnert sich Rubly zurück.

Zwar sei der gesamte Landkreis Kusel ein strukturschwacher Raum, aber gerade in der Randlage, zwischen den Kreisen Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Kusel und dem Donnersbergkreis, zeige sich diese Schwäche besonders. Mit der grenzübergreifenden Initiative „Alte Welt“ und der daraus folgenden interkommunalen Zusammenarbeit hätten die drei Landräte und die Landrätin das Thema in die Öffentlichkeit getragen. Rubly: „Diese Grenzlage braucht besondere Zuwendung, genau wie die Westpfalz.“

Den Sommer auf dem Hof genossen

Statt im Saal des Nußbacher Bürgerhauses ein Pressegespräch zu führen, könnte Rubly es so schön haben – und sich ganz der Landwirtschaft widmen. Doch er kandidiert für die CDU. „Ich mache gerne Politik“, sagt er, „und ich setze mich gern für Menschen ein.“ Außerdem fühle sich der 68-Jährige noch fit genug, um im Fall eines Wahlsieges die volle Amtszeit in Mainz zu bleiben. Rubly: „Ich hatte einen guten, reibungslosen Übergang mit Johannes (Huber, Anm. d. Red.) und habe die Sommermonate im landwirtschaftlichen Betrieb genossen.“ Im Herbst seien Parteivertreter auf ihn zugekommen und hätten ihn gefragt, ob er für den Landtag kandidieren wolle. Kurz nach seiner Verabschiedung als Landrat Mitte Oktober sei die Entscheidung gefallen.

Schon seit Schulzeiten ist Rubly politisch aktiv, hat sich an seiner Schule in St. Wendel als Schulsprecher engagiert, später in einer Studentenverbindung und im Fachbeirat der Universität Trier. Dort hat er Rechtswissenschaften studiert, aus familiären Gründen allerdings das Studium abgebrochen, um im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern einzusteigen.

Schon früh politisch interessiert und engagiert

1977 wurde Rubly zum Kreisvorsitzenden der Jungen Union im Landkreis und in Rheinland-Pfalz zum Landesschatzmeister. Er habe sich immer gern zur Verfügung gestellt, wenn es etwas zu tun gab. Rückblickend sagt der Ex-Landrat: „Ich war immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Deshalb habe ich auf dem Weg nicht viele politische Leichen; ich musste kaum den Ellbogen einsetzen.“ Ehe er 2017 überraschend Landrat wurde, war Rubly mehr als 25 Jahre lang Vorsitzender der Kreis-CDU.

Seit der Zeit als Landrat führt seine Schwester Maria den Bio-Betrieb mit seinen gut 120 Kühen. „Meine Schwester hält mir den Rücken frei“, sagt Rubly. Zuvor habe er nie ein politisches Amt angestrebt, auch weil er den Betrieb nicht so einfach hätte zurücklassen wollen. Zum Abschalten brauche der 68-Jährige nicht viel. Schnapsbrennen mache ihm zwar Spaß, sei aber keine Entspannung: „Stattdessen fahre ich in die Natur und genieße eine schöne Aussicht oder pflanze mal einen Baum. Dabei kann ich entspannen.“ Rubly, der mit seiner Partnerin auf seinem Bauernhof in Sand lebt, schätzt außerdem gute Gespräche mit der Familie.

Rubly: „Ich brauche keine Sprüche zu klopfen“

Was würde er in Mainz anders machen als andere? Rubly überlegt nicht lange: „Ehrlich sagen, was ist. Es ist ein großer Fehler der Politik, den Menschen immer zu erzählen: ,Es geht so weiter.’ Es geht eben nicht so weiter.“ Man müsse offen sagen können, was nicht geht, und nicht immer neue Erwartungen wecken. Rubly: „Werden die nicht erfüllt, sind die Leute enttäuscht und wählen Extreme.“

Sein Wahlprogramm? „Ich brauche keine Sprüche zu klopfen. Ich hatte als Landrat meine Themen und die bleiben mir jetzt auch wichtig. Der Masterplan Westpfalz und die Gesundheitspolitik sind da zwei Beispiele.“ Und eben auch die Alte Welt. Fürs Foto und den Videodreh geht’s von Nußbach aus ins Nachbardorf, an die Wasserburg – um genau das zu unterstreichen.

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