Grumbach RHEINPFALZ Plus Artikel Nils erklärt: Wie wachsen eigentlich Bäume nach?

Beim Überstülpen der Schutzhülle muss man ganz vorsichtig sein, um die zarten Knospen und kleinen Zweige nicht abzubrechen, zeig
Beim Überstülpen der Schutzhülle muss man ganz vorsichtig sein, um die zarten Knospen und kleinen Zweige nicht abzubrechen, zeigt Forstwirtin Yvonne Limpert. Sie bekommt viel Hilfe von den fleißigen Kita-Kindern.

Nils Nager, unser RHEINPFALZ-Biber, hat sich gefragt, wie eigentlich Bäume nachwachsen. Im Wald bei Grumbach hat er die Antwort gefunden.

Vor kurzem habe ich bei einem Spaziergang mit meiner Familie im Staatswald zwischen Grumbach und Lauterecken viele fleißige Kinder und Eltern der Kita Grumbach getroffen. Um dem Wald zu helfen, haben sie fast 20 neue Bäume gepflanzt.

Über viele Monate haben die Vorschulkinder der Grumbacher Kita – sie nennen sich die Wackelzähne – kleine Linden und Weißtannen in Töpfen gehegt und gepflegt. In den Ferien haben sie sogar zuhause die Bäumchen gegossen und ihnen beim Wachsen zugeschaut. Jetzt waren sie groß genug für ihren „Für-immer“-Platz. Wie genau das mit dem Anpflanzen richtig geht, weiß die Forstwirtin Yvonne Limpert vom Forstamt Kusel.

Die Knospen müssen vor Rehen geschützt werden

Zuerst muss ein Loch gebuddelt werden – und zwar genauso tief, dass der Topf reinpassen würde. Der Topf kommt zwar nicht in die Erde, aber nur wenn das Loch tief genug ist, kommen alle Wurzeln in den Boden, um die Pflanze mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Der Wurzelballen wird noch etwas mit den Händen gelockert, damit sich die Wurzeln noch besser ausbreiten können und der Baum besser wachsen kann. Sitzt das Bäumchen gerade im Loch, wird die ausgegrabene Erde vorsichtig drumherum wieder angehäufelt und ordentlich festgedrückt.

Jetzt sitzt es sicher und gerade im Boden – aber die Arbeit ist noch nicht vorbei. Um die jungen Laub- und Nadelbäume zu schützen, werden Plastikhüllen angebracht. „Damit die Rehe nicht an den Blättern lutschen“ vermutet ein Kind. Ein anderes weiß: „Nee, damit sie die Knospen nicht abbeißen, aus denen die Blätter kommen.“ Rehe sind clever und essen gerne Knospen, weil sie besonders gut schmecken. Aber es gibt so viele andere Pflanzen, dass sie nicht die jungen Setzlinge anknabbern oder mit ihrem Geweih an der Rinde reiben.

Handschuhe nicht vergessen

Ganz nah am Stamm – mit einem Abstand von zwei bis drei Zentimetern – wird ein Stab aus Robinienholz in die Erde gesteckt. „Das Holz ist hart und hält lange, aber man kann sich auch schnell einen Splitter holen, daher Handschuhe nicht vergessen“, erklärt die Forstwirtin. Um den Stab fest und tief in den Boden zu bekommen, gibt es ein spezielles Gerät, eine Ramme. Die wird ungefähr wie ein Hammer benutzt, aber mit beiden Händen gleichzeitig – dann kann man sich nicht auf die Finger hauen und hat die Kraft beider Arme. Der Stab sitzt am Ende so fest, dass er nicht umfällt. Die Plastikhülle wird dann ganz vorsichtig über das Bäumchen gestülpt. Mit speziellen wiederverwendbaren Kabelbindern wird die Hülle am Stab festgezurrt. Sonst würden die schlauen Rehe einfach die Hülle anheben und doch vom Baum essen.

Alle Kinder haben die Arbeitsschritte schnell verstanden und machen sich mit Eifer an die Arbeit. Mitten in der Natur für die Umwelt zu arbeiten, machte nicht nur Henri und Jimmy richtig viel Spaß. Die kleinen Experten hatten mit ihren Eltern die Bäumchen im Handumdrehen eingepflanzt und auf jede Kleinigkeit geachtet, damit der Baum groß und stark werden kann. Ida verrät kichernd: „Ich habe Papa auch mal Erde in den Schuh gekippt.“ Doch besonders gut gefällt ihr, dass die Bäume so weit auseinander stehen, dass sie ausreichend Luft und Licht haben.

Nicht alle neuen Bäume schaffen es

Bei der Aktion haben die Kinder aber nicht nur gelernt, wie Bäume gepflanzt werden, sondern auch den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen geübt. Damit jeder sehen kann, wer sich um den Setzling kümmerte, haben sie Namensschilder aus Astscheiben gebastelt, die noch an der Schutzhülle angebracht werden. Zuerst wurde der Name mit einem Holzstift auf die Scheibe geschrieben, dann zusammen mit einer Erzieherin der Name mit einem Brennstift eingearbeitet. Anschließend wurde noch mit Handbohrer und Akkuschrauber ein Loch gebohrt, um eine Schnur einzufädeln.

Nach der Arbeit gab es Tee und Brezeln, dann war Zeit, um im Wald zu toben, obwohl schon dunkle Wolken Regen ankündigten. „Der gießt dann unsere Bäumchen an“, waren sich alle einig. Trotzdem wird nicht jede Pflanze groß und alt werden, weil manche Sommer zu trocken sind, erklärt die Forstwirtin – aber einige werden es bestimmt schaffen. Seit 2022 gibt es das Nachhaltigkeitsprojekt in Grumbach. Es sind dort schon so viele neue Bäume angewachsen, dass Limpert einen neuen Pflanzort für die nächsten Kita-Bäume suchen muss. Und das ist nicht nur toll, weil Bäume schön aussehen. Sie verwandeln das schädliche CO2 aus der Luft in Sauerstoff. Den brauchen Lebewesen zum Atmen. Auch wir Biber mögen bekanntlich Bäume, aber diese werden wir nicht anknabbern. Versprochen!

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