Billard
Mit viel Eigeneinsatz: Ein Kuseler Verein kehrt zurück
Der 1988 gegründete Pool Billard Club kehrt nach mehreren Stationen in der Region wieder in die Kreisstadt zurück. „Domino Kusel gehört eigentlich nach Kusel“, sagt der Vorsitzende Wilfried Brand. In den vergangenen 38 Jahren war der Club mehrfach umgezogen – von der Spielhalle „Domino“, dem Namensgeber des Vereins (heute „Narrenstübchen“) über eine Pizzeria in Bosenbach und einen Tanzsaal in Selchenbach bis hin zu zwei Standorten in Niederalben. Nun bietet sich für den Verein eine neue Perspektive: ein Gebäude des DRK-Kreisverbandes, das seit etwa sieben Jahren leer stand.
Die Idee dazu kam Brand im Alltag: „Ich fahre beruflich fast jeden Tag hier vorbei. Da dachte ich mir, das wäre doch etwas für uns.“ Nach einem Treffen mit Vertretern des DRK präsentierte er seine Umbaupläne per Beamer. Nach rund einstündiger Beratung fiel im April die Entscheidung – unter der Bedingung, dass der Verein die Renovierungskosten selbst trägt.
Großer Einsatz der Mitglieder
Seitdem läuft der Umbau auf Hochtouren. Es ist beeindruckend, welchen Einsatz der 30 Mitglieder zählende Verein dabei an den Tag legt. Viele packen mit an, darunter Fachleute wie Elektriker, Heizungsbauer, Maurer und Schreiner. Wände wurden entfernt, Decken geöffnet und die Elektrik komplett erneuert. Auch strukturelle Veränderungen stehen an: Große Fenster werden durch kleinere ersetzt, eine Außenwand wird versetzt, um genügend Platz für insgesamt vier 9-Fuß-Billardtische zu schaffen.
„Hätten wir das alles von Firmen machen lassen, hätten wir etwa 85.000 Euro zahlen müssen“, erklärt Brand. Durch die Eigenleistung der Mitglieder könne dieser Betrag deutlich reduziert werden. Gearbeitet wird in Schichten – morgens, abends und über die ganze Woche verteilt. Das neue Spiellokal entsteht im Obergeschoss des Gebäudes, während auch das Untergeschoss modernisiert wird. Bereits jetzt gibt es laut Brand Interesse anderer Vereine, sich dort einzumieten.
Schul-AG geplant
Mit dem neuen Standort verbindet der Verein auch sportliche und gesellschaftliche Ziele. Die Nähe zum Gymnasium soll genutzt werden, um eine Schul-AG ins Leben zu rufen und junge Menschen für den Billardsport zu begeistern. „In Niederalben war das schwieriger, da mussten wir viel fahren“, so Brand. Der PBC Domino Kusel ist aktuell mit drei Mannschaften in der Landesliga sowie zwei Teams in der Kreisliga A vertreten. Trainiert wird dienstags und freitags von 19 bis 21 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12 Uhr. Ein Jugendtraining findet montags von 17 bis 19 Uhr statt.
Der Umzug selbst ist ebenfalls bereits organisiert: Ein Vereinsmitglied stellt seinen Lkw zur Verfügung, um die schweren Billardtische nach Kusel zu transportieren. Pünktlich zum Rundenbeginn im September soll der Spielbetrieb am neuen Standort starten – in einem Haus, das durch viel Engagement und Eigenleistung zu neuem Leben erweckt wurde.