Meinung
Landtags- und Bürgermeisterwahl: Die Sieger zu tippen ist diesmal besonders schwierig
Es war ein ganz schöner Wahlkrimi im Februar 2025. Johannes Huber (CDU) war der Einzug in die Stichwahl des Landrates schon gewiss, während das Rennen um den zweiten Platz bis zur Entscheidung ganz, ganz eng war. Der knappe Vorsprung von Sozialdemokrat Jürgen Conrad vor Catalina Monzon von der AfD schmolz im Laufe des Abends zwischenzeitlich auf weniger als 50 Stimmen.
Auch der Wahlsonntag (22. März) verspricht, spannend zu werden. In der Redaktion tun wir uns schwer damit, die Sieger zu tippen – ob bei der Landtags- oder der Bürgermeisterwahl im Norden des Landkreises. Was das Direktmandat für den Wahlkreis angeht, dürfte die Entscheidung zwischen Oliver Kusch (SPD), Catalina Monzon (AfD) und Otto Rubly (CDU) fallen – wenn die Wähler uns nicht völlig überraschen und in Scharen ihr Kreuzchen bei einem anderen Bewerber machen. Katja Daish (Grüne), Sebastian Demmel (Linke), Tonit Haliti (FDP), Andreas Hartenfels (BSW) und Helge Schwab (FWG) sind schließlich ebenfalls noch im Rennen und vertreten mit viel Herzblut und großem Engagement ihre Themen und die Positionen ihrer Parteien. Selbst wenn es mit dem Landtagsmandat nichts wird, kann eine hohe Zustimmung im Wahlkreis innerparteilich ein Türöffner sein. Und nicht zu vergessen: Alle Kandidaten helfen dabei mit, ihre Partei sichtbar zu machen – in der Zeitung, auf Plakaten und Veranstaltungen. Also Hut ab.
Spannende Wahl im Norden
Was die Bürgermeisterwahl in Lauterecken-Wolfstein angeht, wagen wir uns ebenfalls an keine Prognose. Außer dass wir auf eine Stichwahl wetten. Isabel Steinhauer-Theis (CDU), Philipp Gruber (FWG) und der parteilose Christian Sauer führen einen – aus dem fernen Kusel betrachtet – fairen, fast schon harmonischen Wahlkampf. Keiner der drei disqualifiziert sich durch Attacken unter der Gürtellinie, und jeder und jede von ihnen hat Stärken, die der Verbandsgemeinde guttun würden. Da wär’s glatt an der Zeit, ein Jobsharing an der Verwaltungsspitze einzuführen. Die Wähler in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein haben’s nun also besonders schwer: Sie sind in der Luxussituation, sich zwischen drei Kandidaten entscheiden zu müssen, denen man allen zutraut, der Aufgabe gewachsen zu sein.
Wichtig ist jetzt, das Wahlrecht zu nutzen. In der Kabine im Wahllokal oder in Ruhe zu Hause mit der Briefwahl. Und möglichst vor dem Kreuzchen darüber nachzudenken, wo man es macht. Es gibt viele gute Gründe, unzufrieden zu sein, aber man sollte stets prüfen, welche Kandidaten und Parteien Lösungen anbieten, die finanziell und rechtlich umsetzbar sind.