Kusel
Kreditinstitut zeigt sich in unsicheren Zeiten ökonomisch stabil
Die Kreissparkasse Kusel bleibt mit 19 Niederlassungen, von denen neun personell besetzt sind, in der Fläche präsent. „Es gibt keine Absicht, Geschäftsstellen zu schließen“, bekräftigt der Vorstandsvorsitzende Thomas Hintermeier. In Theisbergstegen ist die Selbstbedienungsfiliale allerdings vorläufig geschlossen. Grund ist, dass der Vermieter der Sparkasse gekündigt hat. „Wir suchen nach einem neuen Standort“, sagt Hintermeier.
Der bestbesuchte „Standort“ der Kreissparkasse ist jedoch längst die Internetfiliale. Mit fast zwei Millionen Zugriffen im vergangenen Jahr sei die Akzeptanz der Kunden für das Online-Angebot der Bank sehr hoch, erläutert er. Mittlerweile erledigten 70 Prozent der Kunden ihre Geschäfte digital. 75 Prozent sollen es werden, hatte der Sparkassen-Chef im April 2025 bei seiner 100-Tage-Bilanz als Ziel ausgegeben. Damals waren gut zwei Drittel der Kunden Onlinebanking-Nutzer. Weil mehr 90 Prozent von ihnen auch mit dem elektronischen Postfach arbeiten, kann die Bank ihren Papierberg deutlich abbauen: Statt 2,6 Millionen Dokumente per Post zu versenden, erreichen die Schreiben die Kunden nun auf digitalem Weg.
Geldinstitut beschäftigt aktuell 307 Mitarbeiter
Auf die Anzahl der Mitarbeiter hat sich das wachsende Onlinegeschäft nicht negativ ausgewirkt. Die Kreissparkasse gehört laut Hintermeier mit 307 Beschäftigten zu den größten Unternehmen in der Region. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen oder einem Dualen Studium habe nach einer kleinen Flaute wieder angezogen. Pro Jahr stelle das Institut zehn junge Frauen und Männer ein.
Eine weitere wichtige Botschaft des Bankvorstands ist die Ablehnung einer Fusion mit einer anderen Sparkasse. Als kommunales Kreditinstitut sei die KSK tief in der Region verwurzelt. Die Eigenständigkeit der Sparkasse sicherzustellen, sei das erklärte Ziel, sagen Thomas Hintermeier und seine Vorstandskollegin Luzia Welter. Für den eher strukturschwachen Landkreis sei eine starke, eigenständige Sparkasse eine wichtige Einrichtung, sei es, um die regionale Wirtschaft mit Krediten zu versorgen oder gesellschaftliches Engagement zu unterstützen. Mit einem Marktanteil von knapp 50 Prozent sei die Sparkasse die führende Bank im Landkreis. Bis 2030 soll, so der Vorstand, der Marktanteil auf 51 Prozent wachsen. Viel mehr sei auch nicht realistisch.
Bilanz hat positive Entwicklung genommen
Ein wichtiges Fundament der Eigenständigkeit sei die wirtschaftliche Stabilität der Sparkasse, sagt Hintermeier. Mit einer Bilanzsumme von 2,12 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,06 Milliarden) habe das Institut „eine schöne Entwicklung“ genommen. Es ist die erste Bilanz, die Hintermeier als Vorstandsvorsitzender verantwortet. Das Betriebsergebnis vor Bewertung sei mit 12,8 Millionen Euro stabil geblieben. Im Geschäft mit gewerblichen Kunden habe die Sparkasse „eins der besten Ergebnisse der vergangenen 15 bis 20 Jahre“ geschafft und Darlehen in Höhe von 169,2 Millionen Euro vergeben (Vorjahr: 107,4 Millionen).
Die Kredite für den privaten Wohnungsbau hätten mit 94,5 Millionen Euro wieder ein hohes Niveau erreicht, das gelte aber vor allem für das erste Halbjahr 2025. „Das zweite Halbjahr war sehr verhalten“, ebenso die ersten Monate im neuen Jahr, sagt Hintermeier. Gründe seien sicherlich die prekäre Weltlage, aber auch wirtschaftliche Unsicherheiten, insbesondere für Bewohner im Südkreis, die bei den großen Industrieunternehmen im nahen Saarland um ihre Jobs bangen müssen.
An drei Tafeln im Kreis gespendet
Mit 600.000 Euro hat die Sparkasse auch 2025 gesellschaftliches Engagement honoriert. Spenden erhielten unter anderem die drei Tafeln im Landkreis. Es sei erschreckend, wie viele Menschen mittlerweile auf die Tafeln angewiesen seien, sagt Hintermeier. Bei vielen reiche die Rente nicht zum Leben. Das Thema Altersarmut treibt den Vorstandssprecher schon länger um. Hintermeier wird nicht müde, bei jungen Menschen für private Altersvorsorge und Pflegeversicherung zu werben.
Zwei andere Themen haben dagegen an Brisanz verloren: Unmittelbar nachdem Schließfächer in einer Sparkasse in Gelsenkirchen ausgeraubt worden waren, hätten diverse Kunden gefragt, ob ihre Wertsachen in den Schließfächern sicher seien. Die Sparkassenmitarbeiter hätten dann auf die hohen Sicherheitsstandards hingewiesen. Das habe die Kunden beruhigt. Ruhig geworden sei es auch beim Thema Geldautomaten-Sprengung: Die Automaten wurden mit einer Technik ausgestattet, die die Geldscheine bei einem Aufbruch wertlos macht.
Kreissparkasse in Zahlen
Bilanzsumme stieg 2025 um rund 2,7 Prozent auf 2,12 Milliarden Euro. Gesamtkreditvolumen: 1,71 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,63). Kundeneinlagen: 1,84 Milliarden Euro (Vorjahr: knapp 1,8). Zinsüberschuss: 32,1 Millionen Euro (Vorjahr: 31,7). Jahresüberschuss: eine Million Euro (wie in den Vorjahren). Betriebsergebnis vor Bewertung: 12,8 Millionen Euro (stabil). Es handelt sich um vorläufige Zahlen, die Bilanz ist noch nicht final testiert.