Offenbach-Hundheim RHEINPFALZ Plus Artikel Konzerte in der Offenbacher Abteikirche: Was Veranstalter Roland Schatto antreibt

Als nebenberuflicher Konzertveranstalter ist Roland Schatto nicht nur unmittelbar bei den Events gefordert – auch am heimischen
Als nebenberuflicher Konzertveranstalter ist Roland Schatto nicht nur unmittelbar bei den Events gefordert – auch am heimischen Esstisch ist so manches am Laptop rund um die Organisation zu erledigen.

Seit 2015 veranstaltet Roland Schatto Konzerte in der Offenbacher Abteikirche. Warum der Inhaber einer Firma für Brandschutztechnik dafür so viel Zeit und Herzblut investiert.

Musiker buchen, Kirche anmieten – und fertig? So leicht ist es nicht, wie sich im Gespräch mit Roland Schatto zeigt. Vor elf Jahren organisierte er seine ersten Konzerte in der Offenbacher Abteikirche. Bis 2023 arbeitete Schatto mit Manuel Bücker von Anderswelt Event zusammen; seitdem stemmt der Offenbacher alles mit Unterstützung von Familie, zahlreichen Helfern und Sponsoren in alleiniger Regie unter dem Dach von RS Rockevents. Warum? Er liebe gute Musik – darüber hinaus habe ihm seine nebenberufliche Tätigkeit schon viele tolle Momente beschert.

Allerdings auch viel Arbeit – darunter Vieles, was von außen nicht gesehen werde. Etwa das zeitintensive Plakatieren oder die zahlreichen bürokratischen Aspekte, die es vor und nach jeder Veranstaltung im Blick zu behalten gelte. Angefangen von einer Gestattung über Meldungen bei der Künstlersozialkasse – die je nach Vertrag vom Musiker oder dem Veranstalter zu zahlen sei – bis hin zur möglichst frühzeitigen Anmeldung der Veranstaltung bei der Gema. „Die Gebühr ist abhängig vom Ticketpreis“, erklärt Schatto, der zudem die Setliste, also eine Liste der jeweils geplanten Lieder, einreichen muss, denn „es könnten auch mal Coversongs dabei sein“. Während manche Künstler diese Liste schnell und von sich aus übermittelten, „musste ich einmal einem Musiker drei oder vier Monate hinterherrennen“. Die mit einem Konzert verbundene Arbeit neben seinem Hauptberuf werde oft unterschätzt – dennoch bleibe er am Ball und habe über die Jahre von schön bis ärgerlich so einiges erlebt.

Ein Besucher stand in Offenbach – bei Frankfurt

Zu den besonderen Erlebnissen zähle beispielsweise die entstandene Freundschaft zu einem Italiener, der vor ein paar Jahren überraschend den Weg nach Offenbach-Hundheim fand, das Ambiente und das ganze Drumherum aber so schätzte, dass er kein Konzert mehr verpasse. „Antonio schläft bei uns auf der Couch“, berichtet seine Frau Nicole Schatto lachend. Bei den ersten Konzerten hätten sich auch nicht alle Besucher direkt im richtigen Offenbach eingefunden. „Es rief einer an, dass es in Offenbach keine Klosterstraße gebe. Stimmte auch – er war in Offenbach bei Frankfurt, schaffte es aber noch rechtzeitig zu uns.“

Gästen wie Akteuren gleichermaßen gefalle besonders das Flair der Kirche – wobei das Gebäude durchaus auch Nerven koste. Die Akustik sei für Tontechniker herausfordernd, es habe mal einen Stromausfall gegeben und auch die Heizung spiele nicht immer mit. Sauer ist Roland Schatto bis heute beim Gedanken an das Weihnachtskonzert 2023 mit der Band „Die üblichen Verdächtigen“: „Die Heizung blieb aus, und das wird mir heute noch angelastet“ – obwohl ihn keine Schuld getroffen habe. Aber mittlerweile sei eine Mindesttemperatur von 20 Grad vertraglich fixiert, um ein Bibbern bei künftigen Konzerten auszuschließen.

Ziel ist nicht der „riesige Reibach“

Allem Stress zum Trotz sei es von Beginn an sein Anliegen gewesen, „hochwertige Musik zum annehmbaren Preis“ in Offenbach zu bieten. Die Ticketpreise bewegten sich im Rahmen, den das Künstlermanagement vorgebe und seien nicht „mit dem Dartpfeil zufällig geworfen“. Sein Ziel sei nicht, „riesigen Reibach“ zu machen, „auch nicht mit den Getränken“. Schatto will besondere Musikerlebnisse bieten, obwohl die Künstler nicht immer der breiten Masse bekannt seien. In dieser Hinsicht kritisiert Schatto die Rundfunkanstalten, die meist auf bekannte Musiker setzten, statt noch unbekannten eine Plattform zu bieten.

Bislang habe er bei seinen Veranstaltungen stets ein Plus erzielt. Dennoch sei jedes Konzert ein finanzielles Risiko, dass aber durch Sponsoren abgefedert werde. Die Kosten seien schon im Vorfeld nicht unerheblich: Miete für die Kirche, Technik, Gage, dazu Catering und Hotel. „Roland ist perfektionistisch, was die Deko betrifft“, verrät seine Ehefrau – auch das sei nicht ganz billig und oft für die Helfer mit viel Arbeit verbunden. Wegen des hohen Aufwands finden zwar jährlich nur zwei Konzerte statt. Dennoch meldeten sich mittlerweile beim Offenbacher einige Musiker selbst, darunter die für den 23. Mai gebuchte Vanja Sky. Zum zweiten Konzert für 2026 wird im Oktober Andreas Kümmert erwartet.

Info

Das Konzert mit Vanja Sky findet am Samstag, 23. Mai, in der evangelischen Kirche Offenbach-Hundheim statt (Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20 Uhr). Karten sind im Vorverkauf bei Provinzial in Offenbach-Hundheim, Schuh Walter in Meisenheim, der Württembergischen in Altenglan sowie im Internet unter eventim.de für 22 Euro erhältlich, außerdem an der Abendkasse für 25 Euro.

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