Medard / Wiesweiler Kirchenkreis Obere Nahe: Warum Medard-Wiesweiler nicht fusionieren will

Die Abteikirche Offenbach.
Die Abteikirche Offenbach.

Die Kirchengemeinde Medard-Wiesweiler steht der Fusion von Kirchengemeinden kritisch gegenüber. Das ist ein Thema der Synode des Kirchenkreises Obere Nahe.

Wie schon ein Jahr zuvor sollen am 1. Januar 2026 im evangelischen Kirchenkreis Obere Nahe Fusionen stattfinden. Im Kreis Kusel betrifft dies die Evangelischen rund um Offenbach. Doch es gibt auch Kritik. In Medard-Wiesweiler hatte das Presbyterium der rund 500 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde einen Wechsel in die Protestantische Kirche der Pfalz angestrebt. Ein Antrag mit 290 Unterschriften lag der Kirchenleitung in Düsseldorf vor. Darin bat die Kirchengemeinde die Kirchenleitung, einen Wechsel zum Dekanat „An Alsenz und Lauter“ zu prüfen, weil sie nicht zusammen mit Grumbach/Herren-Sulzbach, Niederalben-Niedereisenbach, Offenbach am Glan, Weierbach-Sien sowie Dickesbach zur Kirchengemeinde „Nahe-Glan“ fusionieren will. Kritikpunkte waren die künftige Randlage sowie die seelsorgerliche Versorgung, für die in der neuen Großpfarrei nur anderthalb Pfarrstellen geplant seien. Am Samstag, 15. November, kommt der Kirchenkreis Obere Nahe in einer Online-Sitzung zu seiner Synode zusammen.

Die Superintendentin des Kirchenkreises, Jutta Walber, hatte im Sommer bereits angekündigt, dass der Synodalvorstand sein Antragsrecht nutzen werde, um die Fusion „von oben“ voranzutreiben, sollte die Kirchengemeinde weiterhin nicht mitziehen wollen. So hat die Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland Anfang November die Fusion denn auch beschlossen. „Ein Wechsel der Gemeinde in die Evangelische Kirche der Pfalz ist zur Zeit nicht vorgesehen“, betont Pressesprecherin Cornelia Breuer-Iff auf Nachfrage. Die Gemeinden in der Region hätten gemeinsam ein Konzept erarbeitet und „werden zum 1. Januar 2026 eine neue Gemeinde bilden“. Allerdings sagt sie auch: „Sicher wird zukünftig auch noch einmal über die Struktur der Kirchenkreise in der Region nachgedacht werden.“ Dann werde das Anliegen der Kirchengemeinde Medard-Wiesweiler wieder aufgegriffen werden. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ unterstreicht eine Sprecherin des Presbyteriums, dass das Gremium weiterhin an seinem Standpunkt festhalte.

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