Brücken
In der neuen Seniorenresidenz in Brücken können nicht nur Bewohner essen
Das Interesse an Zimmern ist groß – doch vermutlich bis November müssen sich die älteren Menschen noch gedulden, die künftig in der Seniorenresidenz wohnen möchten. Den möglichen Eröffnungstermin hat Manfred Jahn genannt. Er ist Geschäftsführer der RH Senioren-Residenzen GmbH, die das Haus betreiben wird. Bauträger ist die Römerhaus GmbH, die wie der Betreiber in Schifferstadt ansässig ist. Momentan gehe es gut voran auf der Baustelle, sagte Jahn im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Im vergangenen Winter hätten sich die Arbeiten jedoch witterungsbedingt verzögert. Daher werde die Seniorenresidenz etwas später als zum ursprünglich angepeilten Eröffnungstermin im August fertig.
Auf dem rund 8300 Quadratmeter großen Gelände entsteht ein dreigeschossiges Gebäude. In den beiden oberen Etagen sind 89 Einzelzimmer mit je 25,5 Quadratmeter und fünf Zweibettzimmer mit je 29 Quadratmeter Wohnfläche untergebracht. Daraus ergeben sich insgesamt 99 Pflegeplätze. Alle Zimmer verfügen laut Jahn über ein elektrisch verstellbares Bett, einen Schrank sowie einen Tisch mit Stühlen. „Kleinere Möbel- oder Erinnerungsstücke können gerne mitgebracht werden.“ Telefon- und Fernsehanschluss sind vorhanden, in jedem Zimmer gibt es ein behindertengerechtes Bad. Große Fenster sollen die Räume hell und freundlich wirken lassen. In dem Gebäude werde kein eigener Bereich für Demenzerkrankte eingerichtet. Es werde jeweils individuell entschieden, ob Menschen mit dieser Diagnose aufgenommen werden könnten, erläuterte Jahn.
Bewegungsraum, rollbarer Altar und VW-Bus zum Einkaufen
Das Haus ist nicht unterkellert, deshalb befinden sich die Heizungs- und Technikräume im Erdgeschoss. Dort ist außerdem die Verwaltung angesiedelt. Ein kleiner Friseursalon soll ebenfalls eingerichtet werden. Außerdem befindet sich auf dieser Ebene die Cafeteria. Hier können die Bewohner die Mahlzeiten („Wir kochen selbst“) einnehmen. Menschen aus Brücken oder Umgebung, die keine Lust oder die Möglichkeit haben, selbst zu kochen beziehungsweise lieber in Gesellschaft essen möchten, können dies gegen Voranmeldung in der Seniorenresidenz. Kaffee und Kuchen stehen am Nachmittag ebenfalls für Angehörige und Gäste bereit.
Auf der Etage wird außerdem ein Bewegungsraum eingerichtet. In diesem werden kleinere gymnastische Übungen und Beschäftigungen angeboten, zudem wird er für Gottesdienste genutzt. Dafür werde eigens ein rollbarer Altar angeschafft. Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich ein Durchgang zum Garten, in dem sich Bewohner und Besucher aufhalten können. Dort werden Hochbeete angelegt, die von den Senioren bepflanzt und gepflegt werden können. Gemeinsam können die Senioren mit einem VW-Bus zum Einkaufen nach Brücken und Umgebung fahren.
Gemeinsame Fernsehabende und Kita-Besuche
Wer nicht mehr so mobil ist oder sich lieber etwas zurückziehen möchte, kann sich zum Essen und Verweilen in einer der jeweils mit einem Balkon versehenen Wohnzimmerbereiche auf der zweiten und dritten Etage setzen. Eine kleine Küche zum Kaffee- und Teekochen darf nicht fehlen. Außerdem gibt es einen Fernseher für gemeinsames Schauen. Auf beiden Stockwerken wird je ein Wohlfühlbad eingerichtet. Vor dem Haus stehen Parkplätze für Besucher und Mitarbeiter zur Verfügung. Die Energieversorgung orientiere sich an neuesten energetischen Standards, inklusive Wärmepumpe, Gas-Brennwerttechnik und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Jahn: „Das spart uns eine Menge Kosten.“
Froh sei er über die gute Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde: „Das funktioniert prima.“ Günstig sei ferner die Nähe zur Ökumenischen Sozialstation, auch habe der Betreiber bereits Kontakte zu Apotheken und Ärzten in der Umgebung geknüpft. Zudem sei der Besuch von Vereinen und der Kita erwünscht, um bestehende Verbindungen zu pflegen und Abwechslung in die Einrichtung zu bringen. „Wir sind ein offenes Haus, da können alle kommen“, betonte Jahn.
Pflegekräfte werden noch gesucht
Noch nicht ganz in trockenen Tüchern sei die personelle Ausstattung des Hauses. Erfreut zeigte sich der Geschäftsführer, dass eine Leiterin gefunden wurde, „die im Übrigen sehr gut am Ort vernetzt ist“. Auch für die Haustechnik und die Verwaltung lägen Bewerbungen vor. Was die Pflegekräfte betrifft, „haben wir bereits Anfragen, würden uns aber über weitere Interessierte freuen“. Insgesamt gibt es in der Seniorenresidenz 70 Stellen zu besetzen, davon 40 in der Pflege. Jahn geht davon aus, dass zunächst so viele Bewohner aufgenommen werden, wie vom zur Verfügung stehenden Pflegepersonal betreut werden können. Sei der Mitarbeiter-Stamm komplett aufgebaut, könnten weitere Senioren einziehen.