Breitenbach
Handwerk: Zahntechnikerin nimmt am Bundesleistungswettbewerb teil
Sophia Frank ist fleißig am Werkeln. An ihrem Arbeitsplatz im Dentallabor Frank in Breitenbach stehen diverse feine Werkzeuge. Auch ein Abdruck eines Gebisses, das von einer Zahnarztpraxis angeliefert wurde, findet sich hier. Die 22-jährige Zahntechnikerin konstruiert ein Brückengerüst, welches gefräst und später verblendet wird. Die Arbeit macht ihr Freude, wie sie sagt. Die junge Breitenbacherin hat wahrlich allen Grund stolz zu sein. Ihre Gesellenprüfung hat sie mit 1,0 abgeschlossen. Dabei hat sie nicht einmal die volle Lehrzeit von dreieinhalb Jahren absolviert, sondern sich schon sechs Monate früher zur Prüfung angemeldet. Diese erstreckte sich über mehrere Tage, wie Frank erzählt. Es gab einen theoretischen Teil, der die verschiedenen Lernfelder wie Chemie, Anatomie oder medizinische Kenntnisse abfragte. Im praktischen Teil mussten die Auszubildenden eine Klammerprothese fertigen sowie Gebisse von einem Ober- und einem Unterkiefer herstellen. Weiterhin galt es, eine Brücke zu produzieren und keramisch zu verblenden.
Die Prüfung sei schon zu bestehen, meint Frank, räumt jedoch ein, dass drei der acht Auszubildenden durchgefallen seien. Sie selbst habe sich gut vorbereitet, aber auch nicht übermäßig. „Ich habe hier gearbeitet und mich schließlich wie immer bemüht, alles ordentlich und richtig zu machen.“ Dass sie so gut abschneiden würde, damit hatte sie nicht gerechnet, zumindest nicht bei einigen Teilen. Schließlich seien die Bedingungen am Schullabor doch anders als im Lehrbetrieb. Auch die angesetzte Zeit erachtete sie als zu kurz. Hinzu komme die Aufregung. Am Ende hat sie jedoch alles mit Bravur geschafft.
„Oscar des Handwerks“
Mit dem hervorragenden Abschluss ist sie automatisch von der Handwerkskammer als Beste im Berufswettbewerb gekürt worden. Bei der Abschlussfeier wurde ihr – wie drei anderen Prüfungsbesten aus allen Handwerksberufen – für besondere Leistung der „Oscar des Handwerks“ verliehen. Außerdem erhielt sie ein Geldpräsent, das sie in ihre weitere Ausbildung stecken werde. Frank will auf alle Fälle die Meisterprüfung ablegen, wie sie sagt. Im Januar startet bereits der erste Kurs in Kaiserslautern. Drei Jahre muss sie nochmals die Schulbank drücken und auch praktisch einiges dazulernen.
Nun steht nach ihrem Erfolg als Landessiegerin beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks jedoch zunächst der Bundeswettbewerb an, der vom 7. bis 9. November in München stattfindet. Dabei muss die 22-Jährige zwei Kronen verblenden, diese am Computer konstruieren und ein Inlay modellieren. Zum Üben sei die Zeit zu kurz gewesen, bekennt die Gesellin. Sie gehe „die Sache entspannt an“, werde auf jeden Fall ihr Bestes geben. Sie freut sich auf die drei Tage in München, wo sie sicher neue, gleichgesinnte Leute kennenlernen wird.
Liebe zum Detail
Thomas Frank, Geschäftsführer des Dentallabors, ist stolz auf Sophia Frank. Und das nicht nur, weil sie seine Tochter ist. „Sie macht ihre Sache wirklich prima“, betont er. Kronen, Brücken, Inlays, ganze Gebisse, Spangen, Knirsch- und Sportschutzschienen stellen die 22-Jährige, ihr Vater und ihre Kollegen her. „Ich brauche etwas länger als die anderen“, meint die Breitenbacherin. Auch müsse sie öfter mal nachfragen. „Das ist doch klar, ihr fehlt noch etwas Routine“, sagt ihr Chef lächelnd.
Thomas Frank hat das Dentallabor 2002 aufgebaut und sukzessive erweitert. Jetzt hat er 15 Mitarbeiter. Das Berufsbild habe sich in den Jahren total verändert, sagt Frank. Heute werde ein großer Teil der Arbeitsschritte am Computer erledigt. Dass hierfür einige Investitionen notwendig sind, verhehlt er nicht. „Unser Handwerksberuf hat Zukunft, denn keine Industrie kann alle Aufgaben erledigen. Handarbeit ist noch gefragt.“ Das Dentallabor, das in Breitenbach genau richtig sitzt, wie Frank betont, hat einen großen Kundenstamm, beliefert Zahnarztpraxen in der Pfalz und im Saarland.
Den Geschäftsführer freut es, dass seine Tochter in seine Fußstapfen tritt. Sein Sohn beginnt nun ebenfalls eine Lehre im Dentallabor.
Und was sind die Vorzüge des Berufs? „Er ist sehr abwechslungsreich und es gibt immer etwas Neues zu tun“, sagt Frank. Geduld, eine ausgeprägte Feinmotorik und Liebe zum Detail sollten potenzielle Lehrlinge mitbringen.