Ulmet/Erdesbach RHEINPFALZ Plus Artikel Gewässerlehrpfad wird für Rundwanderweg aufgehübscht

Die in die Jahre gekommene Beschilderung des Gewässerlehrpfads entlang des Glans muss erneuert werden.
Die in die Jahre gekommene Beschilderung des Gewässerlehrpfads entlang des Glans muss erneuert werden.

Der Gewässerlehrpfad entlang des Glans, den die Angelfreunde Ulmet gemeinsam mit dem Sportanglerverein Erdesbach vor mehr als 20 Jahren angelegt haben, soll in einen Rundwanderweg integriert werden. Bis dieser Weg angelegt wird, kann es aber noch dauern – deshalb soll zunächst die marode Beschilderung des Lehrpfades erneuert werden.

Klaus Jung, Vorsitzender des Ulmeter Heimatvereins und ehemaliger Bürgermeister der damaligen Verbandsgemeinde Altenglan, hat Pläne für mehrere Rundwanderwege. Einen davon würde er gern rund um Ulmet und Erdesbach anlegen. Die Verbandsgemeinde hat diesen Vorschlag bereits aufgegriffen. Darin soll nun der Gewässerlehrpfad integriert werden, der Wanderer entlang des Glans schon seit mehr als 20 Jahren mit allerlei wissenswerten Informationen versorgt.

Auf insgesamt 26 Schildern im Din-A3-Format gibt es beispielsweise Informationen über heimische Fisch- und bedrohte Vogelarten am Glan. Historisches ist ebenfalls auf den Schildern zu sehen. Eine neue Schautafel soll noch hinzukommen: Weil unlängst ein Biber am Glan in Ulmet aufgetaucht ist, sollen Wanderer künftig auch Informationen über die possierlichen Nager finden.

Doch die Schilder des Lehrpfades, der sich über eine Länge von acht Kilometern von Erdesbach nach Ulmet bis zum Naturschutzgebiet Steinalbmündung erstreckt, haben im Laufe der Jahre gelitten. Und so geben sie für Passanten und Wanderer kein gutes Bild ab.

Engpass beim Material

„Eine Teilstrecke des Lehrpfades führt parallel des Radweges. Die zum größten Teil ramponierten Hinweistafeln rücken unsere aufstrebende Wanderregion in ein schlechtes Licht. Aus diesem Grund bemühe ich mich in Zusammenarbeit mit den beiden Angelsportvereinen, die Beschilderung in einen besseren und aktuellen Stand zu bringen“, erklärt Jung.

Jung selbst übernimmt die Gestaltung der Tafeln und sorgt für den Druck – und spendet die hierfür anfallenden Kosten in Höhe von rund 330 €. Die mit einem kleinen Dach versehenen Holzkonstruktionen, an denen die Tafeln angebracht werden, wird der Ulmeter Ottmar Becker herstellen, der mit seiner Holzwerkstatt unter anderem bereits für den Osterschmuck entlang des Radweges verantwortlich zeichnete.

Wann Becker mit dem Bau loslegen kann, ist noch nicht ganz klar – denn das Material, das verwendet werden soll, ist derzeit knapp. „Ottmar hat mir berichtet, dass es momentan einen Engpass beim Lärchenholz gibt und er nirgends welches bekommt. Sobald er das Holz hat, will er loslegen“, erklärt Jung.

Angler kümmern sich

Die Kosten für das Holz übernimmt die Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, das Aufstellen der Schilder und die Pflege des Gewässerlehrpfades der ASV Ulmet. „Die Erdesbacher Angler haben mir mitgeteilt, dass sie sich finanziell leider nicht beteiligen können, mir aber zugesichert, dass sie sich ebenfalls um die Pflege kümmern werden“, ergänzt Jung.

„Der Gewässerlehrpfad soll später in das Zuschussprojekt Rundwanderweg einbezogen werden“, so Jung weiter. Vom Startpunkt in Erdesbach aus könnten Wanderer dann entlang des Gewässerlehrpfads bis zur Steinalbmündung laufen. Oberhalb der Mündung sollte nach Jungs Vorschlag der Anschluss an den geplanten Rundwanderweg erfolgen. Anschließend soll der Weg in Richtung „Grünes Wasser“ bei Erdesbach führen.

Langwierige Angelegenheit

„Unterwegs gibt es zum Beispiel einen schönen Aussichtspunkt vor dem Sulzberg. Von dort hat man in Richtung Süden einen schönen Blick auf Potz- und Remigiusberg, und in Blickrichtung Norden auf die Naturschutzgebiete Wartekopf (Ulmet) und Mittagsfels (Rathsweiler/Niederalben)“, berichtet Jung, der die Strecke des Rundwanderweges so plant, dass eine Zertifizierung möglich ist. Der Abstieg vom „Grünen Wasser“ soll dann zunächst am Waldrand, anschließend über einen befestigten Weg nach Erdesbach zum Ausgangspunkt zurückführen.

Wann der Weg eingerichtet werden kann, ist noch nicht klar. „Das Ganze zieht sich schon seit 2018 hin. Im Februar 2019 fand auf Initiative der FWG/Bürgerliste ein Treffen im Felschbachhof statt. Dabei wurden Kriterien für die Erstellung von Rundwanderwegen im Glantal besprochen. Eine zweite Veranstaltung fand in Konken für den Bereich Kusel statt“, berichtet Jung. Anschließend habe die Wählergruppe einen Antrag im VG-Rat gestellt, Rundwanderwege im Bereich der VG zu gestalten. Das Vorhaben sei durch den Verbandsgemeinderat auch mit großer Mehrheit begrüßt worden.

Antrag in Planung

„Es ist einfach schade, dass solche Maßnahmen zur Tourismusförderung, die mit relativ geringen Mitteln recht schnell umgesetzt werden können, so lange brauchen“, bedauert Jung. Stefan Spitzer, Bürgermeister der VG Kusel-Altenglan, relativiert das Ganze aber etwas: „Wir haben im Februar 2020 formell beschlossen, verschiedene Wanderwege, darunter den angesprochenen Weg, anzulegen. Allerdings konnten wir im Corona-Jahr da leider wenig bewegen.“ Die Wege seien zwischenzeitlich aber abgelaufen worden, um zu sehen, was noch zu tun ist. Nun sei man dabei, einen Antrag zur Förderung auf den Weg zu bringen.

Adriana Schmitt, Sachbearbeiterin Tourismus bei der VG Kusel-Altenglan, versichert auf Anfrage, dass man das Projekt so schnell wie möglich umsetzen wolle. Man prüfe gerade, ob man dafür Gelder aus einem Fördertopf des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz bekommen könne. Das Land stellt derzeit über zwei Förderprogramme, darunter das Programm „Öffentliche Tourismusinfrastruktur“, insgesamt 29 Millionen Euro aus dem „Sondervermögen Nachhaltige Bewältigung der Corona-Pandemie“ zur Verfügung.

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