Bedesbach / Erdesbach
Gesperrte Glanbrücke: Morast auf inoffiziellem Ausweichweg sorgt für Unmut
Wegen der Glanbrücken-Sperrung zwischen Bedesbach und dem Altenglaner Ortsteil Patersbach nutzen Autofahrer zunehmend eine schmale Straße zwischen Bedesbach und Erdesbach – sehr zum Ärger von Spaziergängern und Anwohnern. Eigentlich ist die Strecke Teil des beliebten Glan-Blies-Weges und wird häufig von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Doch manche Einwohner aus Bedesbach und Erdesbach versuchen, die offizielle Umleitung über das Altenglaner Gewerbegebiet zu vermeiden und fahren stattdessen über die schmale Verbindung zwischen den beiden Orten.
Der frühere Bedesbacher Ortsbürgermeister Peter Koch sieht darin ein zunehmendes Problem. Da die Straße sehr eng ist, kommt es immer wieder zu Begegnungen zwischen Autos und Spaziergängern. In solchen Situationen müssen Fußgänger auf das Bankett ausweichen. Dieses befindet sich laut Koch inzwischen jedoch in einem schlechten Zustand.
Durch den Verkehr hätten sich Mulden gebildet, die sich bei Regen mit Wasser füllen. Für Fußgänger bedeutet das: Sie stehen bei Gegenverkehr häufig im Morast und machen sich die Schuhe und Kleidung schmutzig. Koch hatte deshalb mehrfach vorgeschlagen, die gesperrte Glanbrücke mit einer Fußgängerampel auf beiden Seiten wieder eingeschränkt für den Verkehr freizugeben. Dadurch könnten Fahrzeuge die Brücke abwechselnd passieren und der Ausweichverkehr auf dem schmalen Weg würde reduziert. Doch mit diesem Vorschlag stieß er bislang auf wenig Resonanz.
Straße überwiegend auf Erdesbacher Gemarkung
Der heutige Bedesbacher Ortsbürgermeister Kevin Groß kennt das Problem ebenfalls. Allerdings liege die Straße überwiegend auf Erdesbacher Gemarkung und könne nicht einfach gesperrt werden. Zudem führt sie auch zur Grünschnittsammelstelle. Eine Regelung, nach der nur Fahrzeuge zur Sammelstelle die Strecke nutzen dürfen, sei in der Praxis kaum kontrollierbar. Auch eine Reparatur des Banketts sei derzeit wenig sinnvoll, weil die Schäden durch den Verkehr schnell wieder entstehen würden, erklärt Groß.
Ausgangspunkt der Situation ist die Sperrung der Glanbrücke im Juli 2022. Die mehr als 90 Jahre alte Stahlbetonbrücke auf der K36 weist seit Jahrzehnten Schäden auf. Bereits in den 80er-Jahren wurden Probleme am Beton und vor allem an den Längsträgern festgestellt.
1988 wurde deshalb eine Behelfsbrücke errichtet, um den Überbau zu entlasten. Trotzdem verschlechterte sich der Zustand weiter. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) schloss bei der Sperrung sogar nicht aus, dass die von Fußgängern genutzten Kragarme plötzlich versagen könnten. Langfristig soll ein Neubau Abhilfe schaffen. Nach Angaben der Kreisverwaltung Kusel arbeitet der Landkreis bereits an einer Lösung.
Der Planungsprozess sei jedoch komplex, da zahlreiche Fachbehörden beteiligt sind. Nach Einschätzung des LBM Kaiserslautern könnten die Abstimmungen mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) im Laufe des Jahres abgeschlossen werden. Anschließend soll das Baurechtsverfahren beginnen. Ein Baubeginn wäre dann im Jahr 2027 möglich.
Verkehrsbehörden lehnen Ampelregelung ab
Eine Ampelregelung auf der bestehenden Brücke lehnen die Verkehrsbehörden weiterhin ab. Wegen der unübersichtlichen Situation könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich noch Fußgänger oder Radfahrer auf der Brücke befinden. Die notwendige Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer sei damit nicht gewährleistet.