Kusel / Lauterecken
Forstamt plant über die Ortsgrenzen hinaus
Fünf Gemeinden aus der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein kommen für einen Forstzweckverband nicht in Frage. Sie sind nämlich keine Waldbesitzer. Kappeln und Rothselberg haben sich für eine Privatbewirtschaftung durch die Firma Schmitz aus Ormont entschieden. Buborn, Herren-Sulzbach, Hoppstädten, Kirrweiler und Langweiler signalisieren kein Interesse – bleiben 29 Kandidaten für ein solches Fusionsprojekt.
Was im Oberen Glantal gut anläuft, kommt im Norden einfach nicht in die Gänge. Im Süden gehören 14 von 23 Orten dem neuen Forstbetrieb an. Sie stehen für 1400 Hektar Wald, die künftig gemeinsam bewirtschaftet werden. Nur ein Forstwirtschaftsplan statt 14, effizienter Einsatz von Maschinen und Personal – die Vorteile scheinen auf der Hand zu liegen. „Ich wünsche mir so sehr, dass wir endlich auch im Norden vorankommen“, sagt Gabi Kleinhempel, die Leiterin des Forstamtes Kusel.
5000 Euro im Jahr vom Land
Die Verbandsgemeinde-Verwaltung sieht noch ungelöste Fragen. Büroleiter Christian Sauer nennt die Kosten der Geschäftsstelle, die bei der Verbandsgemeinde angesiedelt werden soll. „Wir können schlecht die zwölf Gemeinden, die nicht dabei sind, an diesen Ausgaben beteiligen“, sagt der Mann aus der Verwaltung.
Gabi Kleinhempel widerspricht und verweist auf den Landeszuschuss von jeweils 5000 Euro in den ersten drei Jahren nach der Gründung – „das reicht aus, um der VG-Verwaltung die Kosten zu ersetzen“. Außerdem sei der Aufwand überhaupt nicht hoch, zumal es sofort Einsparungen gebe, weil nur eine statt vorher 29 Buchführungsposten geführt werden müssten.
Vorbild Oberes Glantal
Auch im Südkreis sei diese Hürde ja genommen worden. Dort verweist Verbandsbürgermeister Christoph Lothschütz (CDU) auf einen ganz anderen Standpunkt. Wenn mehr als die Hälfte der Gemeinde im Boot seien, könnten die Verwaltungskosten selbst über die Umlagen der Gemeinden aufgebracht werden. Dazu gebe es einschlägige Gerichtsurteile.
Der Lauterecker Verbandsbürgermeister Andreas Müller (SPD) bremst noch: „Ich kann das nur unterstützen, wenn alle Gemeinden profitieren.“ Ob dem so sei, wisse er nicht. Müller verweist auf die Forsteinrichtungswerke der Gemeinden, eine Art Zehn-Jahres-Planung für die Forstwirtschaft, die zum Stichtag der Gründung vorgelegt werden müssten, um innerhalb des Zweckverbandes einen fairen Verteilungsschlüssel als Grundlage zu haben. Eine Art Eröffnungsbilanz sozusagen. Er wisse auch nicht, wie sich die schwankenden Preise, je nach Holzart, dann für die einzelnen Gemeinden auswirken. „Ich will die Pläne nicht ausbremsen, aber ich will Transparenz, die ich derzeit noch nicht sehe“, sagt Müller.
Treffen der Bürgermeister
Gabi Kleinhempel sichert sie ihm zu, verspricht eine Neubewertung der einzelnen Gemeindewälder, die nachvollziehbar und überprüfbar sei. Andreas Müller will auf die RHEINPFALZ-Anfrage nun eine Bürgermeisterdienstbesprechung zu dem Thema einberufen.
Unterstützt werden die Pläne von Herwart Dilly, dem Stadtbürgermeister von Wolfstein. „Wir brauchen diesen Zweckverband unbedingt. Ich weiß auch nicht, woran es hakt“, sagt der Freie Wähler.
Dilly ist insofern Experte, da er der Vertreter der Verbandsgemeinde im Beirat der Kommunalen Holzvermarktung GmbH in Maikammer ist. Lauterecken-Wolfstein ist einer der 50 Gesellschafter. Auch die VG Kusel-Altenglan hat sich der Vermarktungsgesellschaft angeschlossen.
Bessere Verkaufspreise erzielen
Für Dilly ist es vollkommen unwirtschaftlich, dass einzelne Gemeinden Kleinstmengen versuchen zu verkaufen, unabhängig davon, was am Markt gerade gefragt ist. Ein Zweckverband könne viel besser auf die Marktschwankungen reagieren und müsse kein Holz unter Preis verkaufen.
Isabel Steinhaus-Theis (CDU), Stadtbürgermeisterin von Lauterecken, und Philipp Gruber (FWG), Ortschef von St. Julian, wollen ebenfalls den Zweckverband.
Und Kusel-Altenglan? Der dortige Verbandsbürgermeister Stefan Spitzer habe ihr erklärt, erst die Entwicklung im Süden und im Norden des Landkreises abwarten zu wollen, berichtet Gabi Kleinhempel.
