Langenbach/Kusel Flugplatzfest am Sonntag bietet Rundflüge wie waghalsige Manöver

Mit Propeller oder gern auch ohne: Motor- wie Segelflugzeuge heben wieder bei Langenbach ab.
Mit Propeller oder gern auch ohne: Motor- wie Segelflugzeuge heben wieder bei Langenbach ab.

Ob unter Geknatter oder umrauscht von sanftem Säuseln: Wer gern in die Luft geht, kann beim Flugplatzfest in Langenbach die Heimat aus der Vogelperspektive erkunden.

Wer schon immer mal hoch hinaus wollte und bislang nicht abgehoben ist, kann’s nun gerne wieder auf die denkbar einfachste Art ausprobieren: Einmal mehr bietet der Flugsportverein Kusel die Gelegenheit, sich in luftigste Höhen aufzuschwingen. Rundflüge sind am kommenden Sonntag, 23. Juni, eine Attraktion beim Flugplatzfest.

Die eigene Heimat von hoch oben herab zu bestaunen: Vor vier Jahrzehnten erschien das wohl so manchem Flugtag-Besucher als ein großes Abenteuer mit mächtigem Spannungsfaktor. Mittlerweile hingegen ist es fast ein Kinderspiel, sich virtuell zur Vogelperspektive aufzuschwingen: Mit hochauflösenden Kameras bestückte Drohnen und zunehmend ausgereifte Kartografie-Dienste im weltumspannenden Datennetz machen’s möglich. Doch wer sich mal in einem Flugzeug hat hin- und herwiegen lassen statt im Sessel sitzend auf den Bildschirm zu schauen, wird den „himmelweiten Unterschied“ betonen.

Steuerknüppel seit 42 Jahren in denselben Händen

Da nun auch ein gewisser Gerd Rudolph nicht überall hinkommt – beispielsweise noch nie übers Nildelta oder das Amazonasbecken gesegelt ist –, dürfte auch der Pensionär aus Langenbach womöglich ab und an via Internet auf unbekanntes Terrain blicken. Viel lieber aber fliegt Gerd Rudolph selbst. So auch am Sonntag, obwohl er am Tag des Langenbacher Flugplatzfests organisatorisch wieder ziemlich eingespannt sein wird. Denn nach wie vor führt Rudolph den Vorsitz beim Flugsportverein Kusel und Umgebung.

Im März erst ist er wiedergewählt worden, wie nicht anders zu erwarten. „Drei Jahre mach’ ich noch“, kommentiert der Veteran der Westpfälzer Lüfte das Votum seiner Vereinskameraden. Seit 1982 haben die Flugsportler niemand anderen mehr ans (Vereins-)Steuer gelassen.

Gut 40 Vereinsmitglieder heben regelmäßig ab

Gut 40 Aktive sowie einige wenige passive Unterstützer zählt der Verein, dessen Mitstreiter im kommenden Jahr auf die 60. Wiederkehr des Gründungstags zurückblicken können. Ungleich höher ist die Anzahl derer, die beim Verein in Langenbach das Fliegen gelernt haben: Rudolph selbst hat tatkräftig daran mitgewirkt, dass mehr als 200 Menschen die Ausbildung absolviert und ihren Pilotenschein in Händen haben halten dürfen.

Einige von ihnen verschlägt es immer wieder mal zu dem vereinseigenen Gelände unweit von Langenbach. Dort stellen sich an einem Sommersonntag schon mal um die 3000 Besucher ein, wenn die Flugsportler zum Fest laden und zu ihren beliebten Rundflügen einladen.

Bis zu drei Passagiere finden Platz

Besucher können am Sonntag zwischen 10 und 19 Uhr abheben, wahlweise allein mit einem Piloten oder mit bis zu drei Passagieren in einer Maschine. Zwei motorisierte Maschinen stehen bereit, fünf Zweisitzer-Propeller-Flugzeuge bietet der Verein auf. Auch ohne Verbrenner lässt sich der Blick von oben genießen: Segelflieger werden auf 400 Meter Höhe geschleppt und gleiten übers Nordpfälzer Bergland, Saarland, Hunsrück-Ausläufer.

Spektakulär wird’s, wenn am Nachmittag ab etwa 14 Uhr zwei Könner am Steuerknüppel waghalsige Manöver vollführen: Motor- wie auch Segelkunstflug sind zu bewundern, die beiden Piloten steigen jeweils zweimal auf. Laut Rudolph gibt’s auch etwas zu essen. Unter anderem kommen Wildspezialitäten auf den Tisch.

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