Kusel Film „Als ob die Welt tanzt“ läuft im Kinett

Die Projektteilnehmer sind nicht nur auf der Burg unterwegs: Szene aus dem Film „Als ob die Welt tanzt“.
Die Projektteilnehmer sind nicht nur auf der Burg unterwegs: Szene aus dem Film »Als ob die Welt tanzt«.

Eine besondere Filmvorführung gibt es am 26. April im Kuseler Kinett: Zu sehen ist die Doku „Als ob die Welt tanzt“ über das Musikprojekt „Ethno“ auf Burg Lichtenberg.

Jeden August finden sich bereits seit 2013 auf Burg Lichtenberg und in Kusel junge Musiker und Tänzer aus allen möglichen Ländern zusammen, um in Workshops gemeinsam zu musizieren und auf der Basis mitgebrachter Stücke ihrer Heimat ein Konzert vorzubereiten – aber vor allem auch, um Musik und Kultur anderer Länder kennenzulernen, voneinander zu lernen und Brücken zu bauen. Verantwortlich für das Projekt „Ethno Germany“ ist der frühere Musikantenlandpreisträger Bernhard Vanecek. Und im Jahr 2023 beobachtete der Mannheimer Filmemacher Mario Di Carlo die Musikworkshops. Der daraus entstandene Film „Als ob die Welt tanzt“ hatte im Vorjahr Premiere auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. Nun ist er sozusagen am Ort seiner Entstehung zu sehen, im ehemaligen Kino Kinett.

Di Carlo beobachtete das interkulturelle Musizieren mit einem kleinen Team und der Kamera, die Klaus Woller führte: von der Ankunft der gespannten Gäste auf der Burg, in deren Jugendherberge sie untergebracht sind, bis zum letzten „Adios!“ zehn Tage darauf, um ungeahnt viele wertvolle musikalische und zwischenmenschliche Erfahrungen reicher. Untereinander verständigen sie sich auf Englisch, vor allem aber über die Musik. „Die Musik und der Tanz öffnen Türen“, sagt Cedric Berner, der Projektkoordinator von Ethno Germany.

Musiker aus aller Wlet kommen zum „Ethno“-Projekt auf Burg Lichtenberg.
Musiker aus aller Wlet kommen zum »Ethno«-Projekt auf Burg Lichtenberg.

Aus Australien kommen die Teilnehmer, aus Estland, Indien oder Frankreich: Bonnie aus Australien ist gespannt, ob die Musiker ihrer Gruppe etwas mit dem Kinderlied vom lachenden Vogel „Kookaburra“ anfangen können. Hanna aus Estland hat ein Lied in der aussterbenden Võro-Sprache mitgebracht. Arghya und Venkatesh aus Indien vermitteln die reiche musikalische Kultur ihrer Heimat: „Wir denken daran, wie wir die kulturelle Kluft überwinden können.“

Und die Elsässerin Justine erklärt vor der Kamera: „Ich komme aus den Vogesen, spiele mit Deutschen. Unsere Großväter haben einander bekämpft, wir setzen uns zusammen für Frieden und Liebe ein.“ In einer anderen Szene zeigt Alice aus der Ukraine auf Bilder ihrem Handy: „Aus dem Nichts kommt die Rakete. Das ist meine Heimat, die sie gerade zerstören!“ Die Teilnehmer aus der Ukraine rücken näher in den Blick, weil der Krieg angesprochen wird, der zur Zeit der Dreharbeiten noch vergleichsweise jung war, aber bis heute andauert.

Spaß an der Musik und an der Gemeinschaft: Die Teilnehmer des „Ethno“-Projektes des Jahres 2023
Spaß an der Musik und an der Gemeinschaft: Die Teilnehmer des »Ethno«-Projektes des Jahres 2023

In seinem Film gehe es „um die großen Fragen des Lebens“, erklärte der Mannheimer Filmemacher selbst sein Anliegen. „Wie wollen wir miteinander leben? Wie wollen wir miteinander umgehen? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, sodass man immer mehr über die Protagonisten und ihre Gedanken erfahren möchte.“

Zur Filmvorführung im Kinett am 26. April um 17 Uhr sind Mitglieder des Filmteams und Musiker vor Ort, es gibt ein Gespräch über die Dokumentation und das Projekt „Ethno Germany“. Der Eintritt ist frei.

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