Tischtennis
Der ewige Streit um den Aufschlag
Tischtennis ist doch ein sehr regellastiger Sport. Es gibt viele genaue Definitionen bei diesem beliebten Wettkampfsport. Wie lange darf eine Auszeit dauern, wie hoch muss ein Aufschlag geworfen werden? All das ist genau definiert. Vergleicht man jedoch die Regelauslegungen bei Amateuren und Profis, fallen deutliche Unterschiede auf.
Während bei den Profis sogar der Winkel des Aufschlags begutachtet wird, sind die Spieler im Amateurbereich doch oft nachsichtiger. Na ja – oft, häufig, aber dann in den entscheidenden Momenten kommt es doch auch mal zu Diskussionen. Dann steht selbst in der Kreisklasse der Geselligkeitsgedanke oft nicht mehr im Vordergrund. Dann überwiegt auch mal der sportliche Ehrgeiz.
Manche schlagen bewusst falsch auf
„Ich finde die engere Auslegung sehr schwierig und auch problematisch unterhalb der Oberliga. Es gibt keinen Oberschiedsrichter, der unparteiisch ist, und es birgt jedes Mal bei solchen Diskussionen großes Konfliktpotenzial zwischen den Mannschaften“, berichtet Thorsten Mootz, Vorsitzender des TTC Brücken. Er selbst habe sich noch nie über einen Aufschlag des Gegners beschwert. „Ich finde das auch persönlich nicht gut, es zu machen, auch wenn es sicherlich den ein oder anderen gibt, der den Aufschlag bewusst falsch macht, um einen Vorteil zu gewinnen“, meint Mootz, der selbst in der Pfalzliga aufschlägt.
Ein Aufschlag soll nämlich wie folgt ausgeführt werden: Er muss auf dem geöffneten Handteller der ruhigen freien Hand liegen. Danach wird er ohne Effet nahezu senkrecht nach oben geworfen und muss mindestens 16 Zentimeter aufsteigen. Der Ball darf dabei nicht verdeckt werden. Das sind nur die wichtigsten Regeln, die bei einem Aufschlag zu beachten sind. Wird der Aufschlag, der auch Angabe genannt wird, nicht den Regeln entsprechend ausgeführt, bekommt der Rückschläger einen Punkt gutgeschrieben.
Im Amateurbereich ist die Höhe des Ballwurfs häufig ein Punkt, der zu Streitfällen und Diskussionen führt. „Der schlägt aus der Hand auf“ ist dann oft zu hören.
Diskussionen und Ärger
„Das Thema verdeckte oder Handaufschläge ist wirklich selten ein Thema bei uns. Im Endeffekt machen nur die wenigsten von den Spielern zu 100 Prozent korrekte Aufschläge. Das ist aber alles im Rahmen und hat auf den Spielverlauf so gut wie keinen Einfluss. Es gibt allerdings auch vereinzelte Spieler, die dafür bekannt sind, bewusst falsche Aufschläge zu machen, um sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen“, meint Lukas Keil vom TTC Kreimbach-Kaulbach. „Das ist meiner Meinung nach nicht fair und macht oft ein ganzes Spiel kaputt“, fügt der Angriffsspieler an. In diesem Fall sehe er dann schon die Möglichkeit zu reklamieren. „Aus der Erfahrung kann ich aber sagen, dass das in der Regel nur zu Diskussionen und Ärger führt. Deshalb bin ich froh, dass es so gut wie nie oder nur selten vorkommt“, meint Keil. Er sehe eine engere Auslegung nur dann als Möglichkeit an, wenn es bei den Spielen einen Oberschiedsrichter gibt. „Alles in allem würde ich jedoch sagen, dass es in den allermeisten Spielen sehr fair zugeht und Spieler ihre Partien auf ehrliche Art und Weise gewinnen“, betont der Kreimbacher Tischtennisspieler.
Plastikbälle und Schlägerkanten
Einen Diskussionspunkt sieht Thorsten Mootz beim Thema Plastikbälle. „Es gab seit der Einführung der Plastikbälle Diskussionen, ob es eine Wiederholung geben sollte, wenn der Ball von der Schlägerkante abspringt und kaputt geht und im Nirvana landet. Die Regelauslegung ist schwierig, und jeder sagt etwas anderes. Nach Rücksprache mit Fachleuten ist dies definitiv kein Grund, den Punkt zu wiederholen“, meint der Vorsitzende des TTC Brücken.
An Diskussionspotenzial fehlt es also nicht, doch der Amateurbereich regelt das selbst.