Kreis Kusel „Das System greift immer besser“

KUSEL. Zur Jubiläumsmesse ist das Team des FV Kusel spitze: Mit einem vollauf verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg über den SV Weilerbach haben die Grün-Weißen am Samstag den Platz an der Sonne in der A-Klasse erobert – wenn auch nur bis zum Sonntag, an dem sich der SV Kohlbachtal die Tabellenführung zurückholte. Artur Lichtenwald bestach mit einem Doppelpack, Blerim Azemi traf ebenfalls für die Elf des Trainerduos Johan Steuer und Waldemar Wilms.

Steuer steuerte die Mannschaft von außen, Wilms tobte im Team. Und wie. Dabei plauderte FVK-Routinier Florian Niebergall nach dem Schlusspfiff noch aus, dass der Spielertrainer als einziger am Freitagabend den Zapfenstreich ignoriert hatte und etwas länger im Messetrubel gebadet habe. Das aber machte Wilms mehr als wett. Überragend die läuferische und kämpferische Vorstellung des zentralen Mittelfeld-Akteurs, über den nahezu alle Aktionen nach vorn liefen und der auch in der Defensive überzeugend arbeitete. „Wir haben uns den Sieg erkämpft“, befand Wilms. Die Hausherren übernahmen gleich das Kommando, gingen früh in Führung, ließen dann allerdings die Zügel etwas schleifen. „Wir haben uns einige schöpferische Pausen gegönnt“, formulierte es Johan Steuer. Die Kunstpausen führten allerdings nur zu zwei Chancen der Gäste kurz vorm Wechsel. Kapital wusste das Team von Trainer Eugen Ketz daraus aber nicht zu schlagen. Die Kuseler hingegen hätten schon nach acht Minuten jubeln können. Marek Glas – sehr agil in Hälfte eins – war über links Richtung Strafraum geprescht. Seine Eingabe aber verpasste fünf Meter vorm FVW-Tor Artur Lichtenwald. Der Mann in der Spitze machte es nur vier später Minuten besser, setzte einen Kopfball aus gut 14 Metern Distanz ins Netz. Der Führungstreffer resultierte aus einer schnellen Kombination über die gesamte Breite des Platzes: Glas leitete links ein, Wilms überbrückte mit öffnendem Pass auf Viktor Diner, der auf rechts Niebergall auf die Reise schickte. Dessen präzise Flanke erwischte Lichtenwald nicht mal sonderlich wuchtig. Der Ball aber senkte sich ins Weilerbacher Tor. Keeper Kai Altvater sah dabei nicht glücklich aus, Abwehrchef Sergej Ketz hatte eher über Lichtenwalds Sprungvermögen gestaunt als ernsthaft zu stören. Die Weilerbacher spielten weiter mit, kombinierten auch zeitweise ansehnlich, vieles aber verpuffte. Der FVK arbeitete defensiv gut, nur störten ab und an Fehlpässe, die nach Balleroberung im defensiven Mittelfeld das Umschalten scheitern ließen. Nach etwas mehr als einer Stunde bauten die Grün-Weißen die Führung aus. Blerim Azemi nahm nach Ecke des stark aufspielenden Marcel Häßel den zu kurz abgewehrten Ball und markierte per trockenem Flachschuss das 2:0. Für die Entscheidung schließlich zeichnete wieder Lichtenwald verantwortlich. Wieder lief die Aktion über rechts. Wilms preschte vor, bewies einmal mehr Übersicht und legte an der Strafraumkante quer. Lichtenwald fackelte nicht lange und feierte seinen zweiten Treffer. Die Gäste steckten nicht auf, trafen einmal die Latte (Christopher Lamprecht, 78.) und zuvor auch einmal ins Netz (Douane Wappner, 60.), allerdings aus einer Abseitsposition heraus. Zweimal war die FVK-Abwehr nicht richtig im Bilde, der prima mitspielende Dietrich Pankowski aber bereinigte mehrmals im Spurt. Übrigens hatte der Kuseler Keeper nur einmal richtig Gelegenheit, zu glänzen: Eine Minute vor Schluss parierte er per Fußabwehr einen Schuss Lamprechts. „Die Weilerbacher waren schon ein starker Gegner, die spielen nicht von ungefähr mit“, sagte Steuer, sichtlich zufrieden , dass eine Truppe die richtigen Mittel gefunden hatte. „Man merkt schon, dass das System immer besser greift“, freuten sich die Coaches über Fortschritte des Teams.

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