Waldmohr Das Marktplatzfest als Bühne für die Vereine

Gegen das Vereins-Image "alter grauer Männer": Das strahlende Frauen-Team vom Obst- und Gartenbauverein Waldmohr mit (von links)
Gegen das Vereins-Image »alter grauer Männer«: Das strahlende Frauen-Team vom Obst- und Gartenbauverein Waldmohr mit (von links) Lieselotte Hafner, Caroline Bartels, Verena Drescher, Corina Traudt und Julia Steis.

Es gibt Dinge, auf die man sich auf dem Waldmohrer Marktplatzfest verlassen kann. Dazu zählt die zünftige Eröffnung und ein reges Vereinsleben an den drei Tagen.

Wachwechsel beim Marktplatzfest. Der noch amtierende Stadtbürgermeister Jürgen Schneider gestaltete im Zusammenspiel mit der neu gewählten Stadtbürgermeisterin Charlotte Jentsch humorvoll und arbeitsteilig die Eröffnung. Zu diesem Zeitpunkt erbarmte sich auch das Wetter und sommerliches Abendlicht tauchte den Marktplatz in goldenes Licht.

Das Waldmohrer Marktplatzfest existiert seit 1980. Schneider und Jentsch lobten die vielen helfenden Kräfte der Vereine. Dem schloss sich Kuseline Jil Biedinger an, die sich freut, für ihr Amt im gesamten Landkreis zu wirken und „nicht ausschließlich Richtung Kusel wahrgenommen zu werden“. Es folgte ein gekonnter Fass-Anstich – zum zweiten Mal in ihrer Amtszeit. Das erste Anschlagen sei am vergangenen Hutmacherfest in Kusel erfolgt. Nach etwa einer halben Stunde war der Marktplatz recht gut besucht – trotz eines Himmels, der den späteren Regen schon ankündigte.

Nicht nur Obstbäume schneiden

Der Obst- und Gartenbauvereins Waldmohr, der zwei Streuobstwiesen und ein Bienenhotel unterhält, machte an seinem Stand Werbung in eigener Sache. Der zweite Vorsitzende Rudi Fleischhauer betonte vor allem die Jugendarbeit. Der Verein begleite nicht nur die Schulfeste vor Ort, sondern spendierte dem Jugendhaus Bäume, die in gemeinsamer Arbeit gepflegt werden. Für die Kindergärten wurden Hochbeete mit transparenten Seiten angelegt, so dass auch die Ausbreitung der Wurzeln beobachtet werden kann. Die Kinder begleiten den Verein auf die Streuobstwiesen und erleben das Obst von der Ernte über die Weiterverarbeitung bis zum fertigen Produkt, wie beispielsweise Saft.

Fleischhauer sagte, es sei nötig, vom Image „alter grauer Männer wegzukommen, die nur Obstbäume schneiden“. Darauf habe man schon bei der Besetzung des Standes geachtet. Am Eröffnungsabend waren gut gelaunte junge sowie junggebliebene Frauen vor Ort – dies passte auch zur weiteren Ausrichtung des Vereins, der sich der Fitness und der Gesundheit verschreibt. Hier will man künftig das Angebot noch erweitern. Dann gehe es um Information, wie man selbst gesunde Lebensmittel herstellen könne. Auch der Umweltschutz sei ein permanentes Thema. „Wir können viel mehr als nur Obst“, rundete der zweite Vorsitzende des Vereins ab.

Am Eröffnungsabend folgten noch Pop-Rock-Songs in einer Darbietung des Theatervereins „Spieltrieb“ sowie das Duo „Jennie und Jens“, die vor und nach dem Public Viewing auftraten. Auf dem Walther-K.Hanß-Platz gab es eine Jugendbühne mit DJ. Den Samstagabend gestalteten als großer Act „The Alligators“ mit ihrer Rock’n Roll-Show, während der Sonntag, eingeleitet mit einem ökumenischen Gottesdienst, im Zeichen eines ausgewogenen Familienprogramms stand.

Kuseline Jil Biedinger gibt nach dem Anschlagen das erste Bier aus.
Kuseline Jil Biedinger gibt nach dem Anschlagen das erste Bier aus.
x