Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel CDU-Landratskandidat Johannes Huber stellt sich und seine Schwerpunkte vor

Applaus, Applaus: Nach der Wahl zum CDU-Bewerber um das Amt des Landrats wird Johannes Huber von seiner Frau umarmt.
Applaus, Applaus: Nach der Wahl zum CDU-Bewerber um das Amt des Landrats wird Johannes Huber von seiner Frau umarmt.

Der CDU Kreisverband Kusel hat seine Entscheidung getroffen: Johannes Huber aus Brücken soll Mitte Oktober die Nachfolge von Otto Rubly als Landrat antreten. In seiner Bewerbungsrede rammte Huber erste thematische Pflöcke ein.

Fast 80 Christdemokraten waren am Montagabend in „Helle Wertschaft“ in Quirnbach gekommen, um in der Mitgliederversammlung unter anderem einen Bewerber für die Landratswahl im kommenden Jahr zu wählen. Auch wenn noch nicht klar ist, wann die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis zur Urne gerufen werden. Am Donnerstag beschäftigt sich der Kreisausschuss mit der Frage, wann die Nachfolge von Landrat Otto Rubly (CDU) geklärt wird.

Es war am Kreisvorsitzenden, Sebastian Borger, der Versammlung einen Vorschlag zu unterbreiten – der natürlich im Vorfeld vorbereitet worden war. Schließlich soll den (potenziellen) Wählern in solchen Aufstellungsversammlungen eine möglichst große Einigkeit demonstriert werden. Borger sprach sich im Namen der Vorstandschaft für Johannes Huber aus.

Erfahrungen in Orts- und VG-Rat gesammelt

Der stellte sich anschließend den Parteigenossen mit einer Rede vor. 38 Jahre alt, verheiratet und eine Tochter, Lehrer an der Willi-Graf-Realschule in Saarbrücken und seit August Ortsbürgermeister in Brücken. Politische Erfahrung habe er unter anderem als Mitglied im Verbandsgemeinderat Oberes Glantal und als Kreis-Beauftragter für Bildung und junge Familien sammeln können, sagte der im Sommer zum Ersten Kreisbeigeordneten gewählte Huber.

Er sei auf mehrere Projekte stolz, die er teilweise schon als Beigeordneter in Brücken auf den Weg gebracht habe. „Pauls Märchenwald“ sei über die Ortsgrenzen von Brücken hinaus bekannt, der Bolzplatz im Dorf sei zum Mehrgenerationenplatz geworden. Dank Spenden und Fördergeldern, ohne die Gemeindekasse zu belasten. Mit dem Musikantenlandbüro des Kreises arbeite Huber gerade zusammen an einem Kindermusikweg bei Neunkirchen am Potzberg, nannte der Vater einer achtjährigen Tochter ein weiteres Beispiel.

Landkreis endet für Huber nicht „hinter Ulmet“

Seine neue Aufgabe als Erster Kreisbeigeordneter gebe ihm die Chance, „die Vielfalt und das Engagement in unserer Region hautnah erleben zu dürfen“. In den vergangenen Wochen habe er vor allem den Nordkreis besser kennenlernen dürfen – entgegen dem Vorurteil, dass „für die meisten aus dem Südkreis der Kreis Kusel spätestens hinter Ulmet aufhört“.

Als Landrat wolle er einen Generationenwechsel einleiten, kündigte Huber an, ebenso den Dialog mit jüngeren Wählern suchen und Familien erreichen, um zusammen Lösungen „für eine lebenswerte Umgebung“ zu entwickeln. So müsse in die Gebäudesubstanz der Schulen investiert werden. Huber: „Damit nicht Kinder aus unserem Kreis an unseren Schulen abgelehnt werden und Schulen im Nachbarkreis oder Saarland besuchen müssen.“ So geschehen an der IGS Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr.

Dauerbrenner-Themen dürfen nicht fehlen

Auch die Dauerbrenner unter den Kreisthemen ließ Huber nicht aus: ärztliche Versorgung, Erhalt des Westpfalz-Klinikums, die wirtschaftliche Lage der Region und fehlendes Geld. Der 38-Jährige kündigte an, für eine bessere finanzielle Ausstattung von Landkreis und den Ortsgemeinden streiten zu wollen: „Wir brauchen mehr Geld vom Land. Wir können die Bürger mit der Grundsteuer B nicht weiter auspressen.“

In den vergangenen Jahren hätten Rubly und die CDU vieles auf den Weg gebracht, was Huber gerne fortführen wolle. Die CDU-Mitglieder unterstützen sein Anliegen: Von den 77 Stimmberechtigten sprachen sich 74 für Huber als Landratskandidat aus – bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Nach seiner Wahl kündigte der sichtlich bewegte Landratskandidat an, die positive Stimmung in den Wahlkampf mitnehmen zu wollen. Gegen einen frühen Wahltermin habe er nichts einzuwenden: „Februar mit der Bundestagswahl wäre mir recht.“

x