Altenglan RHEINPFALZ Plus Artikel Carneval-Verein feiert 66. Geburtstag

Das Katastrophen-Orchester im Jahr 2008.
Das Katastrophen-Orchester im Jahr 2008.

Vor 66 Jahren wurde der Altenglaner Carneval-Verein (ACV) gegründet. In all den Jahren war der Verein vor allem von seiner Jugendarbeit geprägt. Außerdem liegen die Wurzeln des Katastrophen-Orchesters im ACV.

Es war der Kommunalpolitiker (Bürgermeister) Gustav Schäffner, der den Verein am 22. Februar 1956 aus der Taufe hob. Unterstützt wurde er dabei von Ernst Krüger, der zunächst das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernahm und bereits nach zwei Jahren ins erste Glied rückte. Krüger wurde zu einem wahren Urgestein der Altenglaner Fasnacht: Zwischen 1970 und 1988 leitete er die Prunksitzungen als Präsident.

Zudem war er geistiger Vater der Inthronisierung einer Fasnachtsprinzessin. So präsentierte der Verein während der Kampagne 1967/1968 in Sally I. erstmals eine Hoheit – mit amerikanischen Wurzeln. Damit sollte die freundschaftliche Beziehung zu den amerikanischen Streitkräften hervorgehoben werden. In den kommenden 16 Jahren gelang es Krüger, Prinzessinnen aus den Reihen der Amerikaner zu gewinnen. Danach wurden die Hoheiten fast ausschließlich aus der eigenen Jugend, meist aus den Garden, rekrutiert.

Erstmals bei Kerwe aktiv

Der ACV trat nicht mit seiner Kampagne erstmals öffentlich in Erscheinung, sondern bei der Kerwe. Dort überraschten die Aktiven mit nachgespielten Szenen aus bekannten Operetten. In der kommenden Saison stand dann erstmals eine Prunksitzung auf dem Programm, die in der Folge zum Herzstück der Altenglaner Fasnacht wurde.

Die Geschichte des Vereins ist allerdings noch mit einem anderen Namen verbunden, dem von „Ludi“ Seitz. Nicht nur seine Auftritte in der Bütt sind der Chronik zufolge unvergessen. Es ist 45 Jahre her, als das Katastrophen-Orchester erstmals musikalisch auf sich aufmerksam machte. Als 1977 eine befreundete Fußballmannschaft aus Schweden das Dorf im mittleren Glantal besuchte und die zum gemütlichen Teil georderte Band aus ungeklärten Gründen nicht erschien, fassten sich drei Männer ein Herz und Instrumente, um eine „Katastrophe” zu verhindern: die Brüder Ludwig („Ludi”) und Karl-Ernst („Adam") Seitz zusammen mit Manfred Fauß. Es folgten Auftritte in landesweiten TV-Fasnachtsübertragungen, im Norddeutschen Rundfunk sowie in deutschen Clubs in Übersee. Der Ohrwurm „Lass mich heute Nacht dein Knutschbär sein“ bescherte dem Orchester einen grandiosen Erfolg. Damit schufen sich die Katastrophenleute 1988 ein unvergleichliches, wenngleich oft kopiertes Erkennungszeichen. Es ist auch kaum von den Tonträgern wegzudenken, die in jenen Jahren aufgelegt wurden. Tonbandkassetten und Singles folgten vier CDs. Nach 34 Jahren zog das Katastrophen-Orchester einen Schlussstrich.

Kampagne eröffnet

Daran ist beim ACV noch lange nicht zu denken. Die Verantwortlichen wollen auch zukünftig für Humor und Tanz auf der Bühne sorgen – und weiter in die Jugendarbeit investieren. Zuerst allerdings wird das 66. Jubiläum gefeiert: am Freitag, 11. November, ab 20 Uhr im Gasthaus Born in Bedesbach. Auf dem Programm stehen dabei auch der Auftakt der Kampagne und die Inthronisierung der Fasnachtsprinzessin.

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