Kusel Bethelstiftung: Warum die Altkleidersammlung abgesagt wurde

Ein Altkleidercontainer der Bethelstiftung.
Ein Altkleidercontainer der Bethelstiftung.

Wer regelmäßig Altkleider für die von Bodelschwinghsche Stiftung Bethel gespendet hat, bleibt in dieser Saison wohl auf seinen Kleidersäcken sitzen.

[aktualisiert am 23. September, 13.50 Uhr]

Die geplante Sammlung vom 6. bis 11. Oktober wurde von Bethel in der Region überraschend abgesagt. Nach Angaben der Sammelstelle sind die Lagerkapazitäten von Bethel mit Sitz in Bielefeld „vollständig erschöpft“. Die Altkleidersammlung für Bethel lief bislang über die Kirchengemeinden. Diese wurden von der recht kurzfristigen Absage nun kalt erwischt. So auch Katrin und Mathias Müller, Pfarrer in Jettenbach und Rothselberg. Laut Bethel sind „ausgewählte“ Gemeinden betroffen; in der Pfalz sind es zahlreiche. Auch im Dekanat Kusel werden keine Kleidersäcke mehr angenommen. Zudem musste Bethel bundesweit mehreren Gemeinden absagen.

„Die Lage auf dem Altkleidermarkt ist derzeit sehr schwierig“, betont Elke Zebrowski von den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die aktuelle Marktsituation stelle die Stiftungen vor eine außerordentliche Herausforderung, „die uns schweren Herzens zu einem notwendigen Schritt zwingt, der leider nicht in unserer Verantwortung liegt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Unter diesen Bedingungen sei eine wirtschaftliche sowie verantwortungsvolle Sammlung momentan nicht möglich, heißt es weiter.

Angespannte Lage auf dem Altkleidermarkt

Ein Grund für die angespannte Lage auf dem Altkleidermarkt sei, dass es schlicht zu viele Textilien gebe, erklärt Zebrowski weiter. Daher gebe es auch zu viele Altkleider. Auch gute Sortierer mit hochwertiger Ware könnten die Altkleider nicht mehr vermarkten, da die Lager auch bei den Partnern randvoll seien, berichtet sie. Zebrowski empfiehlt daher, nachhaltiger einzukaufen und weniger auf Billigware zu setzen, die womöglich rasch entsorgt werden muss.

Ein Problem sei auch, wenn Altkleidersammlungen Müll enthalten, etwa ölverschmierte Arbeitshosen oder Kleidung mit Rissen. „Was man guten Gewissens seinem Nachbarn geben kann, nehmen wir gerne“, betont Zebrowski, die hofft, im nächsten Jahr wieder Kleidung einsammeln zu können. Sie betont: „Es ist keine Absage für immer!“

Gemeinden können Kleider nicht lagern

Manche Kirchengemeinden stehen nun allerdings vor Herausforderungen, berichtet das Pfarrerehepaar Müller. Denn in einigen Gemeindebriefen, Anfang September erschienen, sei die Sammlung noch ganzseitig beworben worden. Im vergangenen Jahr waren in der Kirchengemeinde Rothselberg mehr als 1,3 Tonnen Kleider gespendet worden, „was im Volumen einer über die Hälfte gefüllten Doppelgarage entspricht“, sagt Pfarrer Müller. Da es keine Abholung mehr gibt, könnten die Kleider in den Kirchengemeinden nicht sortiert und gelagert werden, bedauert er.

Die sogenannte Brockensammlung Bethel blickt nach eigenen Angaben auf eine mehr als 130-jährige Geschichte zurück. Seit über 60 Jahren sei in den Kirchengemeinden dazu aufgerufen worden, Altkleider zu spenden.

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